Wasserquelle in Neuweier sprudelt nicht mehr

Baden-Baden (cn) – Der Rebland-Ortschaftsrat hat entschieden, die Quelle am Wasserreservoir in Neuweier kurzzeitig zu schließen. Lange Schlangen hatten dort für Schwierigkeiten gesorgt.

Schild weg, Wasser Weg: Rund 36 Stunden nach dem Beschluss des Ortschaftsrates reagiert die Stadt.  Foto: Christina Nickweiler

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Schild weg, Wasser Weg: Rund 36 Stunden nach dem Beschluss des Ortschaftsrates reagiert die Stadt. Foto: Christina Nickweiler

Seit Mittwochmorgen steht die Quelle am Wasserreservoir in Neuweier still. „Schild weg, Wasser weg“, damit „Wassertouristen“ keinen Verkehrsstau mehr verursachen können. Nur zwei Tage nach dem Beschluss des Ortschaftsrates, reagierte die Stadt blitzschnell.

Seit Wochen sorgten die parkenden Fahrzeuge der Besucher in der schmalen Losenbergstraße entlang der Reben immer wieder für Schwierigkeiten. Zuletzt berichtete Ortschaftsrätin Gaby Hippler (SPD) in der jüngsten Ortschaftsratssitzung über die Missstände. Sie stellte einen Antrag, die Quelle während der Bauarbeiten im Neubaugebiet „Wohnen an der Weinstraße“ zu schließen. Das Gremium stimmte dafür.

Bereits beim Ortsrundgang mit Oberbürgermeisterin Margret Mergen vor einigen Wochen hatten Anwohner über die problematische Situation berichtet. Inzwischen müssen aber wegen der Bauarbeiten und der gesperrten Weinstraße zusätzlich die Linienbusse die Umleitung im Ort fahren. „Der Bus kommt kaum durch“, schilderte Hippler. Täglich würden Leute aus der Region mit ihren Autos, teilweise auch „großen Fahrzeugen“, vor der Quelle parken. In den Autos befinden sich laut Hippler große Plastikbehälter, die mit kleineren Kanistern befüllt werden. Oft dauere es längere Zeit, bis die Kanister mit Quellwasser befüllt seien. „Das kleinere Gefäß wird zigmal befüllt und dann in die großen Kanister umgeschüttet. Und der Kofferraumdeckel des rückwärts, bis zur Eingangstür des Reservoirs parkenden Autos, wird offen gelassen“, informierte Hippler weiter. So würde keiner mitbekommen, dass Verkehrsstau verursacht würde.

Umleitung über Losenbergstraße läuft

Stadt- und Ortschaftsrat Michael Velten (Grüne) wies darauf hin, dass das Trinkwasser im Rebland aus den Hauswasserleitungen sehr hohen Qualitätsstandards entspreche, da streng kontrolliert werde. „Wenn man aber Quellwasser mit den Mikroorganismen darin in große Container abfüllt und auch noch als Vorrat hält, dann ist das so absurd, weil sich gefährliche Keime bilden können“, sagte Velten.

„Machen wir’s kurz. Wer ist für die Schließung der Quelle?“, reagierte Ortsvorsteher Ulrich Hildner auf die Ausführungen und ließ über den Antrag abstimmen. „Da wird es Ärger geben. Ich will dann nicht der Böse sein“, ergänzte Hildner.

Apropos innerörtliche Umleitung über die Losenbergstraße: „Die Umleitung läuft“, heißt es von den Anwohnern. Allerdings haben die Anlieger spätvormittags und spätnachmittags verstärkten Verkehr festgestellt, der mit Blick auf die Kfz-Kennzeichen wohl von überörtlichen Fahrern verursacht wird. Am oberen Ende der Losenbergstraße fehlt nach Ansicht der betroffenen Anlieger ein Schild zur Temporeduzierung von 30 Stundenkilometern. Denn die Anwohner haben schon beobachtet, dass „von den Reben kommend oft wesentlich schneller gefahren wird als 30 Kilometer pro Stunde. Eine Karambolage an der Einmündung des Kastanienwegs ist eigentlich vorprogrammiert“, teilte vor wenigen Tagen ein Anwohner dem BT mit. Dieser Anlieger hat sich inzwischen auf eigene Faust auch darüber informiert, wie viele Linienbusse während der Umleitungsphase tatsächlich die Losenbergstraße passieren. Denn die beim OB-Rundgang genannte Zahl von zwei Bussen schien etwas wenig. „Da fahren elf Busse und nicht wie von der Ortsverwaltung vor Ort genannt nur zwei Busse“, heißt es in dem Schreiben des Neuweierers.

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Erstellt:
11. November 2021, 14:00 Uhr
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