Weber-Haus plant auch für 2021 mit mehr Umsatz

Rheinau/Baden-Baden (tas) – Trotz aller Widrigkeiten durch die Corona-Pandemie hat der Fertighaushersteller Weber-Haus 2020 seinen Absatz gesteigert. Der Trend soll auch dieses Jahr anhalten.

Die Herstellung von Fertighäusern bei Weber-Haus läuft mittlerweile hochautomatisiert und vernetzt ab. Foto: Weber-Haus

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Die Herstellung von Fertighäusern bei Weber-Haus läuft mittlerweile hochautomatisiert und vernetzt ab. Foto: Weber-Haus

Die Corona-Krise hatte bisher auf die Bauwirtschaft weit weniger negative Auswirkungen als auf viele andere Branchen, die lange Zeit zum Nichtstun verdammt waren. Doch der Bau spürt die enormen Veränderungen, die die Pandemie in den vergangenen Monaten mit sich brachte. Ein Beleg hierfür ist das Geschäftsjahr 2020 des Rheinauer Fertighausherstellers Weber-Haus.

Auf der einen Seite: neue Rekordzahlen. „Trotz der Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen haben wir das beste Verkaufsjahr seit Bestehen des Unternehmens erzielt. Unsere Leistung konnten wir ebenfalls trotz der Widrigkeiten hochfahren. Damit ist das zurückliegende Jubiläumsjahr das erfolgreichste Jahr unserer Firmengeschichte“, sagt die geschäftsführende Gesellschafterin Heidi Weber-Mühleck. In den Büchern steht ein Umsatz von 280 Millionen Euro, rund vier Prozent mehr als 2019. Über 700 Objekte wurden im vergangenen Jahr aufgestellt.

Auf der anderen Seite: ein coronabedingter hoher organisatorischer Aufwand – vor allem in Produktion und Montage, deutlich steigende Materialpreise und gestörte Lieferketten. „Es gibt so gut wie keine Lieferkette, die nicht instabil ist“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer bei Weber-Haus, Stephan Jager. Seinen Aussagen zufolge hatte das Rheinauer Unternehmen zu Anfang der Pandemie Schwierigkeiten beim Bezug von Batteriespeichern aus China oder Fliesen aus Italien. Derzeit steht die Rohstoffknappheit bei Holz im Vordergrund.

Aufgrund explodierender Preise für Bauholz in den USA würden auch europäische Anbieter verstärkt Material in die Staaten liefern. Das führe zu einer Verknappung der europäischen Mengen. „Auch bei Holz greift die Globalisierung um sich“, sagt Jager, der für Weber-Haus aus heutiger Sicht aber Entwarnung gibt. „Wir können glücklicherweise auf langjährige Lieferpartnerschaften zurückgreifen.“ Das helfe, dem Engpass im Markt zu begegnen. Doch die Herausforderung steigender Rohstoffpreise bleibe. „Wir haben auf der Einkaufsseite massive Preissteigerungen hinnehmen müssen“, die sich auch auf die Ertragslage des Unternehmens auswirkten, sagt Jager.

„Unsere Prognose hat uns selbst überholt“


Mit Entspannung an der Preisfront rechnet Jager erst für kommendes Jahr. Sprich: Die Baupreise werden auch für die Endkunden weiter ansteigen und sich dann wahrscheinlich auf einem höheren Niveau einpendeln.

Für das laufende Jahr plant Weber-Haus mit weiterem Wachstum. Angepeilt sind 300 Millionen Euro Umsatz. Denn trotz steigender Baukosten sei die Lust auf die eigenen vier Wände ungebrochen. Die Rahmenbedingungen bei Finanzierung und Förderung seien weiterhin gut. Jager: „Die Verunsicherung der Verbraucher in der Corona-Pandemie hat nicht dazu geführt, dass der Wunsch nach dem Eigenheim kleiner wurde.“

Und auch den Trend zu größeren Gebäuden in den Neubaugebieten will Weber-Haus mit gestalten. 2015 sind die Rheinauer in den Objektbau eingestiegen, heute mache dieser Bereich bereits 6,3 Prozent des Umsatzes aus. „Unsere Prognose hat uns selbst überholt“, sagt Jager. „Wir sehen uns optimal aufgestellt, um die Anforderungen der Kommunen an die Bebauung zu erfüllen.“ Doch trotz aller Diskussionen um das Einfamilienhaus werde es „en vogue“ bleiben.

Weber-Haus verkauft seine Objekte zu rund 90 Prozent in Deutschland. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 1.281 Mitarbeiter in den Werken Rheinau-Linx (1.006 Beschäftigte) und im nordrhein-westfälischen Wenden-Hünsborn (275). Dazu zählen auch insgesamt 75 Auszubildende. 2020 feierte Weber-Haus seinen 60. Geburtstag.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
20. Mai 2021, 18:23 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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