Weg für Kombibad in Rastatt endgültig frei

Rastatt (ema) – Jetzt dürfte es kein Zurück mehr geben: Der letztmögliche Versuch, das Kombibad zu vereiteln und doch für Rastatt auf zwei getrennte Bäder zu setzen, ist im Gemeinderat gescheitert.

Blick auf das Kinderbecken im Alohra nach der Entdeckung der Statikschäden: Das Hallenbad wird nach dem jetzigen Beschluss abgerissen. Foto: Frank Vetter

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Blick auf das Kinderbecken im Alohra nach der Entdeckung der Statikschäden: Das Hallenbad wird nach dem jetzigen Beschluss abgerissen. Foto: Frank Vetter

Der gestrige Tag war somit ein besonderer: Nicht nur, weil fast genau fünf Jahre nach dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats für ein Kombibad das Kommunalparlament diese Entscheidung bestätigte und jetzt mit dem mehrheitlichen Beschluss für ein Raum- und Funktionsprogramm den Architektenwettbewerb auf den Weg brachte. Besonders auch deshalb, weil die Stadtwerke schon am Morgen bekanntgaben, dass das Freibad Natura wegen eines technischen Defekts bereits ab heute geschlossen ist. Damit steht in Rastatt momentan keine städtische Badefläche mehr zur Verfügung. Ein Zustand, der möglichst von kurzer Dauer sein soll.

Einigkeit herrschte am Ratstisch nur in dem Willen, dass man in das marode Hallenbad Alohra keinen Cent mehr investieren wird. Doch bei den Konsequenzen, die man daraus zieht, schieden sich die Geister. Die Freien Wähler wiederholten ihren Antrag aus der Sitzung des technischen Ausschusses, alles Erforderliche in die Wege zu leiten, um das Alohra möglichst zügig abzureißen und dort den Bau eines neuen Hallenbads anzugehen. Nach Auffassung von FW-Chef Herbert Köllner würde man dadurch Zeit und Geld sparen – eine Einschätzung, der OB Hans Jürgen Pütsch und der beauftragte Planungsingenieur Rudi Lehnert widersprachen. Die Freien Wähler fanden Unterstützung bei SPD, FDP und Linkspartei – zu wenig, wie das Abstimmungsergebnis 23:15 bei zwei Enthaltungen zeigte. Die Befürworter des Kombibads warfen der Gegenseite vor, in Wahrheit zu bremsen, wodurch man in der Bäderfrage noch mehr Zeit verliere.

Traglufthalle als Übergangslösung

Durch das nun beschlossene Aus für das Alohra wird die Stadt als Übergangslösung für mindestens drei Jahre eine Traglufthalle anschaffen, die über das 50-Meter-Becken des Natura gespannt wird. OB Hans Jürgen Pütsch räumte zwar ein, dass diese Lösung nicht optimal sei. „Aber es ist immer noch besser, als wenn wir gar kein Angebot zur Verfügung stellen“, spielte der Verwaltungschef auf die Interessen von Schulen, Vereinen, aber auch der am öffentlichen Badebetrieb interessierten Bürger an. Außerdem werde man der Verantwortung gegenüber den Bäder-Mitarbeitern gerecht, die mit der Hallen-Notlösung eine gesicherte Perspektive hätten. Der Sichtweise schlossen sich alle Gruppierungen in Ermangelung einer anderen vernünftigen Alternative an – bis auf die CDU. Deren Fraktionssprecher Mathias Köppel plädierte dafür, mit den Umlandgemeinden Gespräche zu führen, um sich in anderen Bädern auf verlängerte Öffnungszeiten zu verständigen. Rastatt könnte das Stadtwerke-Personal zur Verfügung stellen und einen Betriebskostenzuschuss leisten, hielt Köppel die Initiative für eine interkommunale Zusammenarbeit auch deshalb für sinnvoll, weil aus seiner Sicht die Traglufthalle wohl nur auf geringe Akzeptanz stoßen werde. Der Vorschlag setzte sich indes nicht durch. Eine Mehrheit mit 30:9 war für die Lösung mit dem überdachten 50-Meter-Becken, um einen ganzjährigen Bäderbetrieb sicherzustellen, bis das Kombibad loslegt.


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