Weidezelt in Weisenbach genehmigt

Weisenbach (stn) – Tierhalter und Landschaftspfleger Sven Strobel erhält die Baugenehmigung für eine Rundbogenhalle im Weisenbacher Bachwiesenweg.

Getrübte Freude: Sven Strobel darf zwar im Latschigbachtal einen Winterstall für seine 48 Mutterschafe bauen, allerdings ist die Genehmigung auf fünf Jahre befristet und an allerlei Bedingungen geknüpft. Foto: Raimund Götz/Archiv

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Getrübte Freude: Sven Strobel darf zwar im Latschigbachtal einen Winterstall für seine 48 Mutterschafe bauen, allerdings ist die Genehmigung auf fünf Jahre befristet und an allerlei Bedingungen geknüpft. Foto: Raimund Götz/Archiv

Gute Nachrichten für Tierhalter Sven Strobel: Dem Bau eines Weidezelts für seine 48 Mutterschafe auf dem „Bachwiesen“-Areal im Latschigbachtal steht nichts mehr im Wege. Der Landschaftspfleger hatte im November 2021 einen entsprechenden Bauantrag gestellt, der letztlich auch genehmigt wurde. Uneinigkeit herrscht allerdings noch in Bezug auf die genaue Ausarbeitung des Unterstands.

In der jüngsten Sitzung des Weisenbacher Gemeinderats informierte Hauptamtsleiter Walter Wörner über den aktuellen Sachstand und das weitere Vorgehen.

Um seinen Schafen einen geeigneten Schutz vor der Witterung zu ermöglichen, plant Tierhalter Sven Strobel, eine Rundbogenhalle im Bachwiesenweg zu bauen. Einen entsprechenden Bauantrag hatte er im November 2021 bei der Gemeindeverwaltung eingereicht. Dieser „wurde im Rahmen der Sitzung des Gemeinderats am 18. November 2021 beraten. Dabei wurde dem Bauantrag das kommunale Einvernehmen erteilt“, rekapitulierte Wörner.

Rundbogenhalle ist grundsätzlich als Winterstall geeignet

Entstehen soll die Rundbogenhalle auf zwei kommunalen Grundstücksflächen. Der entsprechende Pachtvertrag wurde im Gemeinderat in der Dezember-Sitzung vergangenen Jahres beschlossen.

Allerdings fehlten im Bauantrag zunächst noch einige Angaben. So habe das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung dem Baurechtsamt per E-Mail Ende November mitgeteilt, dass die geplante Rundbogenhalle zwar grundsätzlich als Winterstall für Schafe und Ziegen geeignet sei. Aber: „Zur abschließenden tierschutzrechtlichen Beurteilung wurden weitergehende Angaben, wie zum Beispiel Aussagen zur geplanten Besatzdichte des Stalls, zur nutzbaren Fläche des Stalls und zur Art und Ausgestaltung der Raufen, Tränken, et cetera benötigt“, führte Wörner aus.

Geforderte Bodenplatte verursacht hohe Kosten

Nachdem das Gesamtkonzept für die Tierhaltung um die noch benötigten Angaben ergänzt wurde, wurde es Mitte Dezember 2021 an das Baurechtsamt weitergeleitet. Im neuen Jahr schließlich kam dann die erfreuliche Nachricht aus dem Landratsamt: Der Bau der Rundbogenhalle wurde genehmigt. Die Baugenehmigung ist allerdings auf fünf Jahre befristet. Und noch eine weitere Nachricht trübt die große Freude: „Daneben enthält diese auf circa viereinhalb Seiten Nebenbestimmungen, Hinweise und Auflagen“, so Wörner. Wesentliches Thema sei unter anderem die Auflage zur Lagerung des Festmists. Diese dürfe nicht auf einer unbefestigten Fläche erfolgen. Beabsichtigt sei vonseiten des Landschaftspflegers, dass der Festmist über die Wintermonate in der Rundbogenhalle verbleibe und in einem zulässigen Zeitraum auf die Weideflächen ausgebracht werde.

„Gefordert wird laut Baugenehmigung eine Betonbodenplatte. Hierzu wurden und werden aktuell noch Gespräche der Verwaltung mit den Fachbehörden des Landratsamtes Rastatt geführt“, erläuterte der Hauptamtsleiter und ergänzt: „Da die Baugenehmigung ausdrücklich auf einen Zeitraum von fünf Jahren befristet ist, würde eine befestigte Bodenplatte neben den jetzigen Investitionskosten auch nach Ablauf der Frist erhebliche Rückbau- und Entsorgungskosten verursachen.“

Weiterhin seien vom Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung die Stallflächen für den Tierbesatz angepasst worden, sodass nun nicht mehr alle Tiere in der Rundbogenhalle untergebracht werden könnten. Für 48 Mutterschafe ohne Lämmer wäre auf den Weiden ein Witterungsschutz mit Trockenliegefläche (0,75 m²/Schaf) zur Verfügung zu stellen. Schon eine geringfügige Erhöhung des Tierbestands könnte also dazu führen, dass eine tierschutzgerechte Unterbringung nicht möglich wäre, lautet der Hinweis des Veterinäramts.

Renaturierung mit Saatgutmischung

Und auch die Untere Naturschutzbehörde knüpft den Bau des Winterstalls an Bedingungen: So forderte sie, dass nach dem Rückbau der Rundbogenhalle eine mechanische tiefe Bodenlockerung mit anschließender Renaturierung durchzuführen ist. Die Renaturierung soll durch Einsaat mit gebietsheimischer Saatgutmischung (zum Beispiel Heudruschsaat aus benachbarten FFH-Mähwiesen) erfolgen.

Sven Strobel wollte sich zum laufenden Verwaltungsverfahren gegenüber unserer Zeitung nicht äußern.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nora Strupp

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Erstellt:
25. Januar 2022, 16:32 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

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