Wein: „Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben“

Bischweier (mak) – Der US-Konzern Panattoni lässt ab Mitte Februar alle Gebäude und Anlagen auf dem Kronospan-Areal abbrechen. Wer künftig das Areal nutzen wird, gibt das Unternehmen nicht bekannt.

Ist in wenigen Wochen Geschichte: Das Spanplattenwerk in Bischweier wird komplett abgerissen. Foto: Willi Walter

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Ist in wenigen Wochen Geschichte: Das Spanplattenwerk in Bischweier wird komplett abgerissen. Foto: Willi Walter

Monatelang war es ruhig auf dem rund 175.000 Quadratmeter großen Grundstück des ehemaligen Spanplattenwerks von Kronospan. Im Hintergrund wurde im Rathaus von Bischweier aber kräftig gearbeitet, wie Bürgermeister Robert Wein im Gespräch mit unserer Zeitung verdeutlicht. Nun kommt Bewegung in die Industriebrache am Eingang des Kirschendorfs: Ab Mitte Februar sollen alle Gebäude und Anlagen abgerissen werden.
„Die Panattoni Germany Properties GmbH hat sich das Gelände gesichert, noch aber ist Kronospan Eigentümer und hat Maschinen in den Hallen, die seit einigen Tagen abgebaut werden“, erläutert der Rathauschef. Kurz vor Weihnachten, genauer gesagt am späten Nachmittag des 23. Dezember, ging im Rathaus von Bischweier der Abbruchplan des Weinheimer Abrissunternehmens InduRec ein. „Ich bin dann an Heiligabend ins Rathaus und habe etliche E-Mails verschickt, und ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag ging es weiter. Ich arbeite seit Monaten an den Wochenenden durch“, verdeutlicht Wein den Arbeitsaufwand. Er hat Kronospan zur Chefsache erklärt, unterstützt wird er von der Städteplanerin Petra Schippalies, Rechtsanwalt Hansjörg Melchinger und vom Ingenieurbüro Kohnen aus dem pfälzischen Freinsheim, das auf lärm- und schalltechnische Gutachten spezialisiert ist.

Wein: „Meilenstein für unser Dorf“

„Panattoni arbeitet international, das ist wie im harten Profisport, da wird einem nichts geschenkt“, zieht der Bürgermeister einen Vergleich. Sein ganz klares Ziel sei es immer gewesen, dass alle Anlagen auf dem Spanplatten-Areal abgebrochen werden: „Da steckt die harte Arbeit von vielen Jahren dahinter“, meint der Rathauschef, der die gute Zusammenarbeit mit Panattoni hervorhebt. Die Umwandlung der Industriebrache bezeichnet er als „Meilenstein für unser Dorf“.

Der Konzern habe im Vorfeld das Grundstück gründlich untersucht, die Schadstoffbelastungen seien „überschaubar“. Mit Kronospan sei Einigung darüber erzielt worden, wer was auf dem Areal entfernt. Dabei geht es richtig zur Sache, denn Panattoni lässt bis zu einer Bodentiefe von drei Metern alles abtragen. Das saubere und unbelastete Abbruchmaterial wird an Ort und Stelle so zerkleinert, dass es später zum Auffüllen verwendet werden kann. „Bei Starkregen steigt das Grundwasser und kann nicht mehr in Richtung Murg abfließen, es bildet sich ein Rückstau. Deshalb empfehlen wir allen Bauherren im Nassenacker, etwas höher zu bauen“, erklärt Wein.

Für den Abbruch der Anlagen ist kein Antrag erforderlich, es reiche aus, das Landratsamt im Kenntnisgabeverfahren zu informieren, so Wein. Voraussichtlich am 15. Februar beginnen die Abbrucharbeiten, die von Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr laufen, bei Bedarf auch samstags von 8 bis 14 Uhr. Nach voraussichtlich sechs Monaten dürfte der Abriss abgeschlossen sein. Zuständig bei Beschwerden über Lärm ist die Umweltbehörde im Landratsamt, nicht die Gemeinde, betont Wein. In der Gemeinderatssitzung am kommenden Donnerstag, 27. Januar, befasst sich der Gemeinderat öffentlich mit dem Thema, nachdem er sich bereits am 16. Dezember und am 13. Januar zu Sondersitzungen diesbezüglich getroffen hat, berichtet Wein. „Wir sind dabei, den Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan einzuleiten.“ Mit diesem Instrument könne man die Interessen der Gemeinde am besten schützen. Mitte März sollen die Bürger umfassend informiert werden. Und welches Unternehmen wird künftig das riesige Areal nutzen? „Panattoni wird die neuen Gebäude bauen und verhandelt mit einem Ankermieter, es wird aber nach aktuellem Stand noch weitere Nutzer geben“, berichtet Wein, der keine näheren Angaben machen möchte.

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Erstellt:
19. Januar 2022, 17:00 Uhr
Lesedauer:
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