„Wein-Lese“: Zwei Genüsse vereinen sich

Baden-Baden (nie) – Das Kulturbüro der Stadt plant ein neues Veranstaltungsformat. An drei Terminen im Herbst soll im Rebland und in Lichtental die „Wein-Lese“ stattfinden.

Literatur trifft Wein: Auf dem Hohenacker in Neuweier soll eine der drei geplanten Veranstaltungen der „Wein-Lese“ stattfinden. Foto: Nina Ernst

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Literatur trifft Wein: Auf dem Hohenacker in Neuweier soll eine der drei geplanten Veranstaltungen der „Wein-Lese“ stattfinden. Foto: Nina Ernst

Lesen und Wein, beides ein Genuss für sich. Und beides in Kombination also ein noch größerer Genuss. Darauf setzt jedenfalls das Baden-Badener Kulturbüro mit seiner neu konzipierten Idee der „Wein-Lese“.

Schon allein, wenn man Kulturbüroleiterin Petra Heuber-Sänger zuhört, kommt man auf den Geschmack der für Herbst vorgesehenen Veranstaltungsreihe. Sie spricht von einer „Symbiose aus Literatur-Genuss und Wein-Genuss“. Soll heißen: An den Abenden lesen Schauspieler ausgewählte Texte vor, dazu werden passende Weine gereicht, dass ein „Zusammenspiel von Wein und Text“ entsteht. Als Partner hat sich das Kulturbüro Udo Barth und Jürgen Meyer ins Boot geholt: Udo Barth, von der Stadtbibliothek und freier BT-Mitarbeiter, begleitet die Textauswahl und wird zugleich die Sprechstimme sein; Jürgen Meyer, Wein-Ranger und Mitglied des Fördervereins Wein, Tourismus, Kultur und Kunst im Rebland, kümmert sich um das Thema Wein. Heuber-Sänger betitelt ihn als „profunden Kenner“, da er selbst Winzer und Historiker ist.

„Der Wein ist im Kontext Kultur zu verstehen“

Apropos Historik: „Der Wein spielt in der Literatur seit der Bibel eine große Rolle“, macht die Kulturbüroleiterin die Bedeutung und Verknüpfung von Wein und Lesen deutlich. Das angesprochene Publikum müsse über keine Vorkenntnisse verfügen, die Veranstaltungen „sind offen für alle“ und „auf jeden Fall etwas für Literaturfreunde“. „Der Wein ist im Kontext Kultur zu verstehen“, erläutert Heuber-Sänger, dass zur Veranstaltung keine Mahlzeit oder gar ein Menü gehört. Es sollen Menschen angesprochen werden, die den Wein als Genussmittel mögen, und nicht als Rauschmittel.

Dabei sind aller guten Dinge drei: Drei Termine, drei verschiedene Orte. Zwei davon, wie könnte es anders sein, im Baden-Badener Rebland, schließlich sei der Wein fürs Rebland identitätsstiftend. Auf der Freilichtbühne Hohenacker in Neuweier, im Heimatmuseum oder in der Alten Schule in Steinbach und im Kloster Lichtenthal will man sich treffen.

Und zwar an den Freitagen 17. und 24. September und 1. Oktober. Momentan gelte es, die „Inhalte zu schärfen“, so könnten die Texte in Form von Dialogen, Zitaten, Briefwechseln oder Ähnlichem vorgetragen werden. In jedem Fall sollen sie Bezug auf die jeweilige Örtlichkeit und die jeweiligen Weine nehmen, und diese werden sodann auch von Jürgen Meyer besprochen und verkostet. Heuber-Sänger setzt darauf, dass die „Wein-Lese“ auch Bürger der Kernstadt über den Fremersberg lockt, um das schöne Gebiet dort kennenzulernen.

Idee aus dem Urlaub

Die Idee zur „Wein-Lese“ sei Heuber-Sänger im Urlaub gekommen, erzählt sie. Auf einer Radtour im Rheingau habe sie gesehen, wie selbstbewusst man dort mit der Vermarktung von Wein umgehe. Als sie mit ihrer Idee ins Rathaus zurückgekommen war, „war es nicht schwer, die Leute dafür zu begeistern“, freut sie sich. Und einen weiteren Grund zur Freude hat sie auch: Das Projekt wird von der Leader-Aktionsgruppe Mittelbaden gefördert. Ratzfatz nach dem Antrag auf Förderung sei im März auch schon der positive Bescheid des Kleinprojekte-Fonds ins Haus geflattert. Für Heuber-Sänger ist die Leader-Förderung wie ein „Gütesiegel“, also eine „gewisse Auszeichnung“ für das neue Format.

Nach den Veranstaltungen lote man aus, ob sie den „Nerv der Zeit“ getroffen habe, und ob aus dem Pilotprojekt mehr werden kann. Bis dahin gilt es, die inhaltliche Planung abzuschließen und die praktische Umsetzung an die Corona-Regelungen anzupassen. Weitere Details sowie das Anmeldeprozedere wird das Kulturbüro zu gegebener Zeit bekannt geben.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nina Ernst

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Erstellt:
28. Mai 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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