„Weintage“ unter Corona-Bedingungen im Baden-Badener Kurhaus

Baden-Baden (co) – Statt der „Fine“-Messe haben Martina und Joachim Buchholz „Weintage“ im Bénazetsaal organisiert. Nur rund 400 statt sonst 5.000 Besucher sind vor Ort.

Veranstalter Joachim Buchholz (rechts) ist mit dem Verlauf der „Weintage Baden-Baden“ nicht unzufrieden. Foto: Conny Hecker-Stock

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Veranstalter Joachim Buchholz (rechts) ist mit dem Verlauf der „Weintage Baden-Baden“ nicht unzufrieden. Foto: Conny Hecker-Stock

Die Premiere der „Weintage Baden-Baden“ im Kurhaus ist durchwachsen. Dennoch zeigen sich die Initiatoren Martina und Joachim Buchholz unter den gegebenen Umständen zufrieden und blicken bereits voller Optimismus in die Zukunft.

Das Hygienekonzept war klug ausgetüftelt und in dem großen Bénazetsaal problemlos umsetzbar. Für die gleichzeitig höchstens 100 Besucher, die sich online für ihr jeweiliges Zeitfenster anmelden oder bei Verfügbarkeit auch direkt an der Kasse Tickets erwerben konnten, war die Laufrichtung vorgegeben. An den einzelnen Ständen wiesen markierte Linien auf den Mindestabstand hin, die edlen Tropfen konnten auch an einzelnen Bistrotischen genossen werden.

Hochachtung für alle teilnehmenden Betriebe

Verkosten ging natürlich kurzfristig ohne Maske, die ansonsten Pflicht war, aber der guten Stimmung der sehr interessierten Kundschaft keinerlei Abbruch tat. Die Dachzeilen in den bundesweiten Medien vom Corona-Hotspot Baden-Baden seien zum denkbar falschen Zeitpunkt gekommen und hätten sich natürlich kontraproduktiv auf die Besucherzahl ausgewirkt, sagte Joachim Buchholz, der dennoch mit den 400 Angemeldeten plus Tagesgästen nicht unzufrieden war. Am Freitag nach Geschäftsschluss waren die Weintage sehr gut besucht, während der strahlende Sonnenschein die Menschen am Samstag zumindest tagsüber ins Freie lockte. Von den zugelassenen 36 Ausstellern waren vier kurzfristig in Corona-Quarantäne gekommen und mussten absagen. Trotz aller Problematik im Vorfeld hatte sich das Ehepaar Buchholz nicht entmutigen lassen, war in ständigem Kontakt mit Stadt und Land, noch bis zum Donnerstag wurde das Hygienekonzept endgültig abgestimmt. Aufgrund der erst vor 14 Tagen erteilten Genehmigung war eine Akquise in größerem Umfang nicht durchführbar.

„Man kann trotzdem etwas machen“, wollten beide mit ihren „Weintagen“ beweisen. Die Tage hatten sie statt der beliebten Genussmesse „Fine“ organisiert, die sonst rund 5.000 Besucher anlockt und häufig zu einem langen Wochenende in der Kurstadt animiert. „In der jetzigen Form kann man kein Geld verdienen“, bleibt Buchholz realistisch. Deshalb gilt seine „größte Hochachtung“ allen teilnehmenden Betrieben, darunter Winzern aus Österreich oder Spanien, während beispielsweise aus dem Piemont schon niemand mehr anreisen durfte. Buchholz bedauert sehr, dass die sonst auf der „Fine“ übliche Kontaktpflege mit den Ausstellern diesmal nicht möglich war – mit einem Begrüßungsabend am Vortag der Messe sowie dem häufig gemeinsam verbrachten Eröffnungsabend–, „aber damit kann man leben“.

Das Ehepaar Buchholz hat sich lange besprochen und nach der sehr guten Resonanz der Besucher an den „Weintagen“ bereits weitergedacht. Da die Klientel vorhanden und sehr kauffreudig sei, planen beide, die „Weintage Baden-Baden“ künftig im April als Pendant zur „Fine“ im Oktober zu etablieren. „Im Bénazetsaal gibt es Platz ohne Ende, die Kurhaus-Gastronomie hat uns auch jetzt mit einem kleinen Restaurant im Runden Saal unterstützt“, zeigt sich Joachim Buchholz optimistisch, den Plan zu verwirklichen.

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Erstellt:
26. Oktober 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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