Weisenbach: Brückenbau dauert länger

Weisenbach (mm) – Steffen Miles fand deutliche Worte: „Eine eigentlich unbedeutende Brücke wird zum Jahrhundertbauwerk.“ So kommentierte der CDU-Gemeinderat den Sachstandsbericht über den Neubau.

Die Bauarbeiten für die neue Brücke über den Triebwerkskanal werden länger dauern als geplant. Foto: Raimund Götz

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Die Bauarbeiten für die neue Brücke über den Triebwerkskanal werden länger dauern als geplant. Foto: Raimund Götz

In der Unteren Schlechtau brach am 16. Juli bei Pfahlgründungsarbeiten für das Bauwerk die Trogmauer des Triebwerkskanals der Wasserkraftwerke Murg Breitwies Schlechtau.

Die Fertigstellung der Brücke und die ergänzenden Straßenbauarbeiten verzögern sich voraussichtlich bis Ende März 2022. Joachim Störk vom Karlsruher Ingenieurbüro Rothenhöfer informierte den Gemeinderat am Dienstag über die Havarie der Trogwand. Der Vorfall habe bei ihm für schlaflose Nächte gesorgt, gestand Bürgermeister Daniel Retsch bei der Sitzung ein.

Kanal-Trogmauer bricht ein

Die Brückenkonstruktion aus Stahlbeton muss wegen des Baugrunds auf Stahlbeton-Großbohrpfählen auf dem etwa zwölf Meter unter der Geländeoberkante liegenden Felshorizont gegründet werden, so die Erläuterungen des Ingenieurbüros. Bei den Pfahlgründungsarbeiten für die Brücke war es zu Setzungen gekommen. Die Bohrungen wurden unterbrochen und danach im Kanal Ausbuchtungen und Schadstellen festgestellt. Die murgseitige Trogmauer des Triebwerkskanals brach am 16. Juli auf etwa 15 Metern Länge ein. 21 Tage nach dem Schaden war die Instandsetzung abgeschlossen, so der Ingenieur.

Warum die Pfahlbohrungen für die neue Brücke nicht in größerem Abstand zum Triebwerkskanal vorgenommen wurden, wollte Heiko Seidt (Freie Wählervereinigung) wissen. Ein solcher Zwischenfall sei nicht vorhersehbar gewesen, entgegnete der Ingenieur. Zuvor seien 11 Pfahlbohrungen ohne Probleme verlaufen. Weitere Störungen im Bauverlauf seien nicht absehbar, erläuterte Störk.

Mehrkosten für Gemeinde noch offen

Der Schaden an der Trogwand sowie der Nutzungsausfall der Wasserkraftwerke wird von der Haftpflichtversicherung der Gemeinde anerkannt. Noch offen sind die Mehrkosten für die geänderten Bauaktivitäten. Diese würden derzeit zusammengestellt und dem Gemeinderat dann präsentiert, erläuterte der Bürgermeister.

Die gemietete Behelfsbrücke, über die derzeit die Gewerbebetriebe in der Schlechtau erreicht werden, muss länger als geplant aufgebaut bleiben. Bis zum Ende dieses Jahres hätte die neue Brücke nach dem ursprünglichen Zeitplan fertig sein sollen. Der aktualisierte Plan sieht die Fertigstellung für Ende Januar 2022 vor. Danach müssen noch Straßenbauarbeiten erfolgen, für die Gesamtmaßnahme ist der Abschluss Ende März 2022 vorgesehen. So lange muss die Behelfsbrücke genutzt werden. Pro Verlängerungstag fallen 200 Euro Miete an.

Einstimmig befürwortete der Gemeinderat die Vergabe der Entsorgung des beim Neubau angefallenen kontaminierten Bodenaushubs an die Firma Grötz für eine Gesamtsumme von 89.000 Euro. Es ergeben sich überplanmäßige Ausgaben von rund 48.000 Euro gegenüber dem Haushaltsplan. Durch einen höheren Zuschuss aus dem Kommunalen Sanierungsfonds Brücken von rund 36.000 Euro sowie höhere Schlüsselzuweisungen sind die Kosten gedeckt.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

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Erstellt:
17. September 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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