Weisenbach: Einwendungen gegen Regionalplan

Weisenbach (mm) – Die Fortschreibung des Regionalplans Mittlerer Oberrhein war Thema bei der Sitzung des Weisenbacher Gemeinderats.

Durch offene Murgseitentäler, hier das Füllenbachtal, ist der Kaltluftabfluss möglich. Foto: Raimund Götz

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Durch offene Murgseitentäler, hier das Füllenbachtal, ist der Kaltluftabfluss möglich. Foto: Raimund Götz

Der Rat ist einstimmig der Meinung, dass der Gemeinde ein Bedarf an Bauflächen aufgrund höherer Wanderungsgewinne zugebilligt werden müsse. Es soll keine Ausweisung von Grünzäsuren an bestehende Siedlungsflächen sowie Gebiete für Kaltluftabfluss geben. Der Rat beauftragte die Verwaltung, auf eine Berücksichtigung der Problematik bei der Fortschreibung des Regionalplans zu drängen.

Die Gemeinde ist im Entwurf nicht als Siedlungsbereich gekennzeichnet, was die Weiterentwicklung beeinflusse. Auch die Ausweisung von weiteren Grünzäsuren und Gebieten für Kaltluftabfluss würden diese beeinträchtigen.

Wichtige Infrastruktur für Nachbarorte

Man müsse sich dagegen wehren, dass Entwicklungsmöglichkeiten genommen werden, verdeutlichte Bürgermeister Daniel Retsch. Marius Eisele (CDU) bezeichnete den Regionalplan als nicht mehr zeitgerecht. Auch er sieht Weisenbach als Siedlungsbereich. Infrastruktur wie Einkaufsmarkt oder Apotheke seien wichtig für die Nachbarorte.

Steffen Miles (CDU) regte an, bei der Stellungnahme aufzunehmen, dass auch kleine Gemeinden Entwicklungsmöglichkeiten brauchen.

Nach den vorliegenden Unterlagen ist Weisenbach weder in der Entwicklungsachse des Murgtals benannt noch als Siedlungsbereich in der entsprechenden Kartierung dargestellt, erläuterte Hauptamtsleiter Walter Wörner.

Daher dürfen bei der Flächenermittlung keine Wanderungsgewinne berücksichtigt werden, was für Weisenbach im Vergleich zu den Nachbarorten ein erheblicher Nachteil sei. Entgegen den Vorausberechnungen könne ein leichter Einwohnerzuwachs verzeichnet werden. Dieser begründe sich größtenteils auf Zuzug.

Die Verwaltung sieht in der Nichtausweisung als Siedlungsbereich einen Nachteil gegenüber den benachbarten Kommunen. Unterschiedliche Bevölkerungsvorausberechnungen und die Entwicklungen der Bevölkerungszahl in den vergangenen drei Jahren zeigten deutlich den relativ hohen Bedarf an Bauflächen aufgrund der Zuwanderungen.

Die Ausweisung von Grünzäsuren bis unmittelbar an bereits existierende Wohnbauflächen sei problematisch. Dies betreffe auch Gebiete für den Kaltluftabfluss, die bis an bestehende Wohngebiete reichen, und sogar innerhalb der regionalplanerisch abgestimmten Siedlungserweiterungsflächen „Birket II“ und „Untere und Obere Schlechtau“ liegen. Dadurch könne, auch wenn eine Bebauung nicht zwingend ausgeschlossen sei, die Umsetzung der Bereiche zu Wohn- oder Gewerbegebieten erheblich erschwert werden. Weisenbach habe bereits durch die Flurneuordnung für Verbesserungen des Kaltluftabflusses durch die Murgseitentäler, (Latschigbachtal, Füllenbachtal und Fürholztal) einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

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Erstellt:
21. Mai 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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