Weisenbach: Halbe Schule in Quarantäne

Murgtal (stj/uj/mm/tom) – Der erste Schultag nach den Ferien verlief an einigen Schulen nicht reibungslos. Neben coronabedingten Abwesenheiten sorgten fehlende Gesundheitsbescheinigungen für Aufwand.

Ohne die unterzeichnete Gesundheitsbescheinigung darf auch die Von-Drais-Schule nicht betreten werden. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Ohne die unterzeichnete Gesundheitsbescheinigung darf auch die Von-Drais-Schule nicht betreten werden. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Denn ohne diese Erklärung der Erziehungsberechtigten dürfen die Kinder nicht am Schulbetrieb teilnehmen.

Unter anderem hatte dies am Albert-Schweitzer-Gymnasium und an der Von-Drais-Schule eine „riesen Anruferei“ zur Folge, wie Felicitas Heck erläutert. Die Rektorin der Gernsbacher Gemeinschaftsschule musste zahlreiche Schüler auf dem Schulhof beaufsichtigen lassen, während ihre Klassenkameraden im Unterricht saßen. Ohne die von den Eltern unterzeichnete Gesundheitsbescheinigung herrscht Betretungsverbot des Schulgebäudes, so Heck. Für diejenigen, die das Papier vergessen hatten, musste es organisiert werden, was bei berufstätigen Eltern nicht immer einfach ist.

Ähnlich unzufrieden äußert sich der Leiter des Albert- Schweitzer-Gymnasiums auf BT-Anfrage. Nach den Sommerferien habe dies viel besser geklappt, blickt Stefan Beil zurück. Obwohl die Schulleitung nichts anders gemacht habe: Die Eltern waren jeweils im Vorfeld über die Notwendigkeit dieser Bescheinigung in Kenntnis gesetzt worden. Genauso wie an der Von-Drais-Schule sei dies aber offenbar nicht bei allen angekommen.

„Das würde ja an ein Wunder grenzen“, lächelt Marcus Mössner, Rektor der Realschule Gernsbach, angesichts der Frage, ob bei ihm gestern alle Schüler daran gedacht haben. Problemlos verhielt sich diese Angelegenheit in der Handelslehranstalt Gernsbach. Einige hätten die Bescheinigung zwar vergessen und mussten diese schnell holen, bei einer beruflichen Schule sei dies aber relativ schnell und unkompliziert machbar. „Bei uns läuft alles ganz normal“, freut sich Christine Schwab. Die kommissarische Schulleiterin berichtet von aktuell drei Schülern in häuslicher Isolation, die Kontakt zu infizierten Personen hatten, aber allesamt bereits negativ getestet worden seien.

Anders sieht das an der Von-Drais-Schule aus, an der sich die komplette Klasse 3 a und zwei Lehrkräfte bis zum 6. November in Quarantäne befinden, nachdem ein Kind positiv getestet worden war, das am letzten Schultag vor den Ferien noch am Unterricht teilgenommen hatte. Für alle anderen Kinder laufe der Schulbetrieb „ganz normal“. Bisher weise keiner der betroffenen Drittklässler oder ein Lehrer Symptome auf, informiert Heck weiter. Positiv getestete Schüler gebe es am Gernsbacher Gymnasium bisher nicht, lediglich zwei vorsorgliche Quarantänefälle, berichtet Stefan Beil. Auch in der Realschule gebe es bisher keine infizierten Schüler, allerdings fehlten gestern etliche zum Start nach den Herbstferien.

Zwei Klassen vorsorglich daheim

Marcus Mössner führt das auf Verdachtsfälle zurück, zumal ja auch diejenigen zu Hause bleiben, die eine normale Erkältung durchmachen. Erschwerend kam in der Realschule hinzu, dass am Wochenende der Server ausgetauscht wurde und womöglich Entschuldigungen noch nicht durchgedrungen seien.

An der Weisenbacher Johann-Belzer-Schule sind derzeit gleich drei Grundschulklassen in Quarantäne. 54 Kinder, mehr als die Hälfte der insgesamt 106 Schüler, sind betroffen. Eine Klasse wurde „von Amts wegen“ in Quarantäne geschickt, zwei Klassen sind „vorsorglich“ in häuslicher Isolation, berichtet Rektor Oliver Hintzen auf BT-Anfrage. Dies sei in Abstimmung zwischen Gesundheitsamt, Schulleitung und Gemeinde geschehen, bestätigt Hauptamtsleiter Walter Wörner. Bis Sonntag waren zwei Lehrer betroffen, gestern kam eine Lehrkraft hinzu, eine weitere Vollzeitkraft des zehnköpfigen Lehrerkollegiums sei wegen Schwangerschaft nicht im Dienst. Der Grundschulunterricht sei „zu 100 Prozent abgedeckt“, die oberen Klassen würden digital unterrichtet, erläutert der Rektor. Die Technik dafür sei an der Schule vorhanden oder komme im Lauf der Woche und werde in Betrieb genommen. „Wir laufen derzeit im Notbetrieb“, räumt Hintzen ein. Er geht davon aus, dass die Quarantäne noch bis Mittwoch, 4. November, andauert.

Nach Auskunft der städtischen Pressestelle waren in Gaggenau acht Schüler mit Covid-19 und 53 Schüler als Kontaktperson Kategorie I und damit auch in Quarantäne. Vier davon hatten am Montag den letzten Tag, also sind es Dienstag noch 49.

An der Realschule Gaggenau waren nur fünf von gut 600 Schülern ohne Bescheinigung. Eine siebte Klasse blieb zu Hause, weil ein Kind positiv getestet wurde.

Barbara Fischer, Leiterin der Gemeinschaftsschule Merkurschule, berichtet, dass gleich in der ersten Stunde die Gesundheitsbescheinigungen abgefragt wurden. Ein Dutzend von insgesamt 480 Schülern hatte das Schriftstück nicht dabei, diese wurden dann aus dem Unterricht genommen. Sie habe bei den betroffenen Kindern zu Hause Anrufen lassen. Die Eltern kamen entweder zur Schule oder die Schüler sind heimgefahren und haben unterschreiben lassen.

Am Goethe-Gymnasium Gaggenau unterrichtete laut Schulleiter Bernhard Krabbe nur eine Kollegin wegen Zugehörigkeit zur Risikogruppe von zu Hause aus. Acht Schülerinnen und Schüler blieben wegen der Krise zu Hause. Sechs, weil sie zur Kontaktgruppe einer positiv getesteten Person gehören, zwei, weil sie es vorziehen, in diesen Zeiten vorsorglich zu Hause zu bleiben. Aktuell liege für keinen Schüler eine positive Diagnose vor, so Krabbe.

Drei Grundschulklassen müssen an der Johann-Belzer-Schule in Weisenbach zu Hause bleiben. Foto: Markus Mack/Archiv

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Drei Grundschulklassen müssen an der Johann-Belzer-Schule in Weisenbach zu Hause bleiben. Foto: Markus Mack/Archiv


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