Weisenbach: Schafe grasen im Weinberg

Weisenbach (ww) – Im Weinberg von Gerhard Strobel tummelt sich eine Schafherde. Diese lange vergessene Bewirtschaftungsform bietet viele Vorteile.

Rund 120 Schafe und 50 Lämmer bevölkern derzeit den Weinberg am „Kapf“ in Weisenbach. Besucher haben keinen Zutritt zu den Tieren. Foto: Walter Wörner

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Rund 120 Schafe und 50 Lämmer bevölkern derzeit den Weinberg am „Kapf“ in Weisenbach. Besucher haben keinen Zutritt zu den Tieren. Foto: Walter Wörner

Schon von Weitem hört man die Schafe blöken und wenn man näher kommt, traut man kaum seinen Augen: Zwischen den Reben am Weisenbacher „Kapf“ tummeln sich rund 120 Schafe und 50 junge Lämmer. Doch diese sind nicht etwa ausgebüxt oder in den Weinberg eingedrungen: Sie werden aktuell bewusst im Weinberg gehalten.

Gerhard Strobel vom gleichnamigen Weisenbacher Weingut ist durch einen Bericht in der Fachzeitschrift „Der Badische Winzer“ auf dieses Thema gestoßen. Auch das Staatliche Weinbauinstitut in Freiburg hat bereits Rebflächen für die Beweidung zur Verfügung gestellt.

Was früher zur Bewirtschaftung von Rebanlagen gehörte, war lange vergessen. Aufgrund der offensichtlichen Vorteile für den Weinbau hat sich Gerhard Strobel sogleich mit dem Weisenbacher Schäfereibetrieb Sven Strobel in Verbindung gesetzt – und kurz entschlossen weidet nunmehr die Schafherde in sonniger Lage am Weisenbacher Kapf.

Der Schäfereibetrieb freut sich über eine zusätzliche Weidemöglichkeit gerade in der noch vegetationsarmen Jahreszeit. Die Vorteile für den Weinbau liegen in der zusätzlichen natürlichen Nährstoffzufuhr durch den Schafdung und im Abfressen der Begleitvegetation im Unterstockbereich zwischen den Reben.

An die Rebstöcke gehen sie nicht

Zudem wird der Boden natürlich wieder eingeebnet: Erosionsrinnen, Aufwürfe und sonstige Unebenheiten werden abgeflacht und zugetrampelt, ohne dass der Boden verdichtet wird. An die Rebstöcke selbst gehen die Schafe nicht, allerdings endet die Beweidung, sobald sich die ersten Triebe bilden.

Um den Tieren zwischen den Reben die Ruhe zu gönnen und diese nicht zu erschrecken, ist der Weinberg „Kapf“ derzeit für Besucher geschlossen. Gerhard Strobel bittet um Beachtung, denn dadurch soll verhindert werden, dass erschrockene Tiere die Flucht ergreifen und sich dabei verletzten oder die Rebstöcke schädigen.

Ob und wie sich die Naturdüngung auf Qualität und Quantität der Weisenbacher Reben auswirkt, kann aktuell noch nicht abgesehen werden, aber Gerhard Strobel beabsichtigt, auch im Herbst, also nach der Lese, die Flächen wieder durch die Schafe beweiden zu lassen.

Ein Artikel zum Thema in der Fachzeitschrift Der Badische Winzer findet sich hier.

Ein Beitrag zu einem Forschungsprojekt der Hochschule Rottenburg steht hier.

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Erstellt:
7. März 2021, 13:43 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 03sec

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