Weisenbach: Wald mit „grüner Null“

Weisenbach (mm) – Der Klimawandel sei eine gigantische Herausforderung für den Wald, sagte Forstdirektor Markus Krebs.

Käfer- und Sturmholz drücken die Preise auf dem Holzmarkt. Foto: Martin Schutt/dpa

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Käfer- und Sturmholz drücken die Preise auf dem Holzmarkt. Foto: Martin Schutt/dpa

Er berichtete mit Revierleiter Dietmar Wetzel im Weisenbacher Gemeinderat über das laufende Forstwirtschaftsjahr und stellte den Wirtschaftsplan für 2021 vor.

In diesem Jahr erwarten die Forstleute keinen Gewinn aus dem Gemeindewald, für 2021 wird die „grüne Null“ angestrebt, erläuterte Krebs. Eine Verbesserung könnte im kommenden Jahr durch Fördermittel von Bund und Land zustande kommen.

Ein erheblicher Preisrückgang bei den Holzverkäufen sowie erhöhte Aufwendungen für die Aufarbeitung von Käfer- und Sturmholz sind für das Ergebnis ursächlich.

Bäume kämpfen mit Folgen der Trockenheit

Nach wie vor habe der Wald mit den Folgen den Trockenperioden der vergangenen Jahre zu kämpfen. Die jüngsten Regenfälle hätten zwar zu einer Verbesserung geführt, die Defizite in den tieferen Schichten des Bodens, wo die Waldbäume wurzeln, seien aber längst nicht aufgefüllt, antwortete Krebs auf die Frage von Gemeinderat Steffen Miles (CDU).

In Deutschland sei die durchschnittliche Jahrestemperatur von acht Grad des Jahres 1900 auf neun Grad im Jahr 2000 angestiegen. 2020 seien es dann bereits zehn Grad gewesen. Sturmschäden, Dürreperioden, Schadinsekten und das große Holzangebot seien Herausforderungen für die Forstwirtschaft, verdeutlichte Krebs in seinem Bericht.

Als deprimierend bezeichnete er den Gesundheitszustand der Bäume. Rund die Hälfte (46 Prozent) der Waldfläche Baden-Württembergs werde als deutlich geschädigt eingestuft – das höchste Schadensniveau seit Beginn der Waldzustandserhebung im Jahr 1985. Die Schäden seien deutlich sichtbar, die Möglichkeiten der Gegenmaßnahmen gering. Sorge bereite die Buche, der wichtigste Laubbaum im Weisenbacher Wald. Die Hoffnung auf Besserung sei die auf kühlere Jahre.

Revierleiter Dietmar Wetzel berichtete über den Borkenkäferbefall. Der Buchdrucker setze besonders den Fichten zu, diese könnten aufgrund des Wassermangels wenig Harz bilden, um den Käferbefall abzuwehren. „Wenn der Käfer gewinnt, dann stirbt der Baum.“ Allerdings sei der Käferbefall im Weisenbacher Wald mit 625 Festmetern relativ gering ausgefallen. Erfreulich sei, dass das Wirtschaftsjahr unfallfrei war. 3100 Festmeter sollen insgesamt eingeschlagen werden, dieses Ziel wird erreicht. Die Tatsache, dass Luchs Toni auch im Gemeindewald unterwegs ist, sei ein Beleg für naturnahe Waldbewirtschaftung.

Für 2021 schlagen die Forstleut einen reduzierten Hieb von 3.150 Festmetern vor. Der Holzmarkt sei desaströs, der Preis für Rundholz eingebrochen, erläuterte Krebs. Verbissschutz soll es auf sechs Hektar Fläche geben. 210 Douglasien, die vor rund 20 Jahren im „Sängerwald“ gepflanzt wurden, sollen zur Wertsteigerung aufgeastet werden.

Schlechte Ergebnisse sei man im Weisenbacher Wald zwar nicht gewöhnt, so Uwe Rothenberger (Freie Wähler). Den Gemeindewald sehe man in guten Händen, bedankte er sich bei den Forstleuten.

Einstimmig nahm der Gemeinderat den Waldbericht zur Kenntnis und stimmte dem vorgestellten Waldwirtschaftsplan 2021 zu.

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Erstellt:
20. November 2020, 16:00 Uhr
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