Weisenbach: Warten auf Radlerbrücke

Weisenbach (mm) – Der Lückenschluss der „Tour de Murg“ zwischen Weisenbach und Hilpertsau verschiebt sich weiter – voraussichtlich auf das vierte Quartal 2021.

Hochwasser und das schlechte Wetter der vergangenen Wochen verzögern die Arbeiten an der Radlerbrücke. Foto: Markus Mack

Hochwasser und das schlechte Wetter der vergangenen Wochen verzögern die Arbeiten an der Radlerbrücke. Foto: Markus Mack

Dies teilt das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) auf BT-Anfrage mit. Die Radler können laut RP ab Anfang des Jahres 2022 die neue Brücke nutzen.

Der Einhub der Stahlkonstruktion ist im Herbst vorgesehen. Danach müssen noch weitere Arbeiten erfolgen: das Aufbringen eines Betonfahrbahnbelags auf der Brücke sowie der Rückbau der Kranfundamente und der Baustraße in der Murg. Diese werden voraussichtlich bis zum Ende des Jahres andauern. Geplant ist, die Stahlbrücke mit einem „Tausendfüßler“ an die Baustelle zu bringen. Das ist ein selbstfahrendes Spezialfahrzeug mit mehreren Achsen für schwere Lasten. Im Fachjargon werden sie als SPMT bezeichnet (Self Propelled Modular Transporter, Modulfahrzeug mit eigenem Antrieb).

Harter Fels und Hochwasser

Die extreme Härte des Felsgesteins im Untergrund hat bereits zu Verzögerungen bei den Bohrarbeiten geführt. Zusätzlich sind durch Hochwasser weitere Verzögerungen entstanden. Ursprünglich war die Fertigstellung der Radlerbrücke für August oder September dieses Jahres vorgesehen. Wegen des schlechten Wetters der vergangenen Wochen mussten die Arbeiten in der unter Wasser stehenden Baugrube mehrfach unterbrochen werden, erläutert RP-Sprecherin Clara Reuß. Bauherrin für die Brücke zum Lückenschluss auf der Fahrradstrecke „Tour de Murg“ ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Land Baden-Württemberg. Dieses wiederum wird vertreten durch das Regierungspräsidium Karlsruhe.

Bereits seit 2005 ist der Lückenschluss bei Weisenbach ein verkehrs- und kommunalpolitisches Dauerthema. Die Radler müssen dort ein Teilstück auf der Bundesstraße 462 fahren, ehe sie wieder auf die Tour-de-Murg-Strecke zurückkehren können.

Derzeit sind die Widerlager, Pylonenfußpunkte, Abspannblöcke und eine Stützwand in Arbeit. Parallel dazu werden die Werkstattzeichnungen für den Stahlbau erstellt und anschließend der Überbau und die Pylonen produziert. Auf der Gernsbacher Seite sind diese Arbeiten weitestgehend abgeschlossen. Der künftige Standort der Brücke lässt sich bereits deutlich erahnen. Als Nächstes steht dort die Errichtung der Lagersockel an. Zum Schutz der Baukonstruktion vor einer Unterspülung durch die Murg erfolgt eine Kolksicherung.

Sicherung von Fundamenten

Bei Baumaßnahmen in Flüssen und Gewässern ist diese erforderlich. Sie soll verhindern, dass Fundamente unterspült werden und die Standsicherheit gefährdet wird. Üblicherweise ist das eine Sicherung der Fundamente mit großen Steinen oder ähnlichem Material.

Die Ufersicherung in Weisenbach erfolgt im Bereich der Widerlager, der Pylonenfußpunkte, der Abspannblöcke und der Stützwand. Große Steinblöcke sollen ein Ausspülen der Uferbereiche und ein Unterspülen der Brückenbauteile verhindern.

Mehr Stahl für Bauwerk nötig

Auf der Weisenbacher Seite stehen die gleichen Betonarbeiten wie auf der Gernsbacher Seite an. Die Bewehrung des Widerlagers ist bereits abgeschlossen. Aufgrund des durch die vielen Regenfälle der vergangenen Tage stark schwankenden Wasserstands der Murg konnte noch nicht betoniert werden.

Die statischen Berechnungen haben für den S-förmigen Grundriss des Bauwerks gezeigt, dass sich die benötigte Stahlmenge gegenüber den Annahmen des Vorentwurfs erhöht haben. Der Mehraufwand durch die extreme Härte des Felsgesteins und die zusätzlichen Aufwendungen durch die Hochwasser werden nach derzeitigem Stand zu einer geringen Kostenerhöhung führen. Die konkrete Höhe könne laut RP zum derzeitigen Zeitpunkt aber noch nicht benannt werden.

Zu Baubeginn waren Kosten in Höhe von rund 6,3 Millionen Euro veranschlagt. Hierzu zählen neben dem reinen Bauwerk (unter anderem Widerlager, Pylone und Oberbau) die Kosten für die Anbindung an das bestehende Radwegnetz, für den Grunderwerb, für landschaftspflegerische Ausgleismaßnahmen, für die Kolksicherung, für eine Stützwand zwischen der Murg und dem künftigen Radweg parallel zur B462, für die notwendige Verkehrssicherung während der Bauzeit, für die Baustraße und für das Herstellen des Kranstandpunkts in der Murg.

Auf  der Weisenbacher entsteht eine Stützwand. Foto: Markus Mack

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Auf der Weisenbacher entsteht eine Stützwand. Foto: Markus Mack

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

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Erstellt:
9. Juli 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 45sec

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