Weisenbacher Gemeinderat im Wald unterwegs

Weisenbach (mm) – „Das Ökosystem Wald ist im Stress.“ Von dieser Aussage von Forstdirektor Markus Krebs konnte sich der Gemeinderat bei seiner Waldbegehung überzeugen.

Der Weisenbacher Gemeinderat informiert sich über Struktur und Zustand des Gemeindewalds. Foto: Markus Mack

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Der Weisenbacher Gemeinderat informiert sich über Struktur und Zustand des Gemeindewalds. Foto: Markus Mack

Die Bedeutung des Walds und dessen Funktion als Ökosystem waren die Themen bei der Waldbegehung des Weisenbacher Gemeinderats. Informationen aus erster Hand gab es von Forstdirektor Markus Krebs von der Bezirksleitung Gaggenau und Revierleiter Dietmar Wetzel.

Der Gemeindewald sei wegen der Steillagen schwierig zu bewirtschaften, erläuterte Krebs, erstreckt er sich doch von etwa 200 Metern in der Tallage über die Rote Lache mit etwa 700 Metern Höhe bis auf fast 1.000 Meter beim Kaltenbronn.

Fichte mit 39 Prozent führende Baumart

Drei Viertel der 514 Hektar Gemeindewald sind mit Nadelbäumen und ein Viertel mit Laubbäumen bewachsen, gab Krebs einen Einblick in die Grundstruktur. Führende Baumart ist die Fichte mit 39 Prozent, danach folgen Buche (19 Prozent), Douglasie (18 Prozent) und Tanne (elf Prozent).

Der Anteil der Tanne soll wieder zunehmen, 20 Prozent sollen es werden, berichtete der Forstdirektor. Sie komme besser mit dem Klimawandel zurecht, da ihre Wurzeln tiefer in die wasserführenden Schichten reichen als die der flach wurzelnden Fichte. Erklärtes Ziel der Forstleute ist es, einen gepflegten Mischwald zu erhalten. Denn Mischung bedeute, das wirtschaftliche Risiko zu streuen. 3.700 Festmeter Holz werden im Jahr geerntet, so sieht es der Hieb-Plan vor. Das sind etwa 160 Langholzlaster, machte Krebs die Dimension deutlich. Die Nutzung sei nicht jedes Jahr gleich und werde von äußeren Faktoren wie Windwurf, Borkenkäferbefall oder Schneebruch beeinflusst. Bei der Auswahl der zu fällenden Bäume ist die Verkehrssicherheit wichtig, erläuterte Revierleiter Dietmar Wetzel im oberen Latschigtal. Dort ist der nächste Hieb geplant, etwa 150 Bäume sollen gefällt werden. Wegen der steilen Lage ist ein erhöhter Aufwand erforderlich. „Das Ökosystem Wald ist im Stress“, blickte Forstdirektor Krebs auf die zu warmen und trockenen Jahre 2018 bis 2020 zurück. Der erhöhte Niederschlag in diesem Sommer sei ein Segen für den Wald gewesen.

Holz aus Weisenbach wird in der Region vermarktet

Das Holz aus Weisenbach wird in der Region vermarktet. Ein Douglasienstamm von etwa 18 Metern Länge braucht etwa 50 bis 60 Jahre, bis er so groß geworden ist. Im Verkauf bringe er dann etwa 120 Euro, informierte Förster Wetzel den Gemeinderat.

Beim Halt an der Wetzsteinbrunnen-Hütte erläuterte Krebs die Klimaleistung des Ökosystems Wald. Der Klimawandel sei da und nicht zu übersehen, verwies er auf alte Buchen, deren Spitzen wegen Wassermangels dürr geworden sind. Eine positive Botschaft hatte er für den Gemeinderat: Der Weisenbacher Wald leiste aufgrund seiner Struktur eine höhere CO2-Bindung als der Durchschnitt des Walds in Deutschland. Ein Hektar Gemeindewald bindet so viel Kohlendioxid wie der durchschnittliche jährliche Pro-Kopf-Ausstoß in Deutschland.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

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Erstellt:
26. September 2021, 19:50 Uhr
Lesedauer:
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