Weisenbacher trainiert für ADAC Mini Bike Cup 2022

Weisenbach (ans) – Mit neun Jahren hat Marlon Stefan seine Leidenschaft zum Motorradfahren entdeckt. Dieses Jahr möchte der Elfjährige bei einem großen Rennen mitfahren – dem ADAC Mini Bike Cup.

Benzin im Blut: Marlon Stefan legt sich in die Kurve und streift mit dem Knie über den Asphalt. Foto: Familie Stefan

© BT

Benzin im Blut: Marlon Stefan legt sich in die Kurve und streift mit dem Knie über den Asphalt. Foto: Familie Stefan

Als der junge Motorradfahrer aus Weisenbach vor zwei Jahren gemeinsam mit seinem Vater die Moto GP-Weltmeisterschaft im Fernsehen anschaut, ist er gleich fasziniert von dem Rennsport. Dort möchte er als Erwachsener selbst teilnehmen und natürlich auch gewinnen, ist er sich sicher. Es dauert nicht lange, dann bekommt er sein erstes eigenes Motorrad geschenkt – ein sogenanntes Pocket Bike. Das ist für Kinder ab fünf Jahren ausgelegt und kann bis zu 80 Stundenkilometer schnell fahren.

Doch nach einem Unfall fühlt sich Marlon nicht mehr sicher auf dem Mini-Motorrad. Knapp drei Monate nach dem Kauf fährt er beim Training gegen einen Reifenstapel und überschlägt sich mehrfach. Passiert sei ihm dank Protektoren und Polsterung nichts, sagt sein Vater, Benjamin Stefan. Daraufhin sei er jedoch zunächst auf ein Pitbike umgestiegen und dann auf die Honda NSF 100. Auf dieser könne er viel aufrechter sitzen, was das Sicherheitsgefühl erhöhe, erläutert der Familienvater.

„Die Honda liegt ihm einfach“, ist sein Vater zudem überzeugt. „Die fährt schneller, bis zu 110 km/h“, erklärt Marlon den Unterschied zu seinen vorherigen Motorrädern. In dieser Klasse möchte der Elfjährige 2022 beim ADAC Mini Bike Cup teilnehmen und trainiert dafür jeden Samstag vier Stunden lang auf der Rennstrecke des Auto- und Motorsportclubs Albgau in Ettlingen (AMC Ettlingen).

Zurzeit steht die Maschine von Marlon im heimischen Weisenbach, wo der Motor gewartet wird. Foto: Anna Strobel

© ans

Zurzeit steht die Maschine von Marlon im heimischen Weisenbach, wo der Motor gewartet wird. Foto: Anna Strobel

Selbstbewusster durch Motorsport

Auf die Idee, mitzumachen, sind Vater und Sohn durch den Verein gekommen. „Wir sind von Vereinsmitgliedern angesprochen worden, ob wir nicht teilnehmen wollen.“ Doch Marlon habe erst trainieren wollen, um sich wirklich sicher zu sein. Um ein Gefühl für das Wettrennen zu bekommen, war er im vorigen Jahr als Gastfahrer dabei und ist zwei Rennen gefahren. „Da war sofort klar, dass er nächstes Jahr dabei sein will“, freut sich Benjamin Stefan. „Am Anfang will ich dort erst mal ankommen und Erfahrung sammeln“, schildert Marlon seinen Plan. „Am Ende möchte ich unter die vorderen Plätze kommen“, hofft der junge Weisenbacher. Außerdem würde er gerne mit der Nummer 23 an den Start gehen. „Die hatte ich schon damals beim Fußball.“

Auch sein Vater ist früher Motorrad gefahren und unterstützt seinen Sohn tatkräftig. Sogar eine eigene Website und einen Instagram-Account hat er für ihn erstellt. „Aber Rennen bin ich damals nicht gefahren“, stellt Stefan klar. „Marlon fährt viel besser als ich“, betont er mit einem Lächeln. Besonders viel Spaß mache es dem Elfjährigen, mit Knie oder Ellbogen beim Kurvenfahren den Boden zu berühren. „Früher waren andere schneller, aber jetzt bin ich schneller“, ist Marlon stolz auf seinen Fortschritt in den vergangenen Monaten. Durch den Motorsport sei Marlon selbstbewusster geworden. Als Ausgleich zum Rennsport, der viel Konzentration erfordert, geht der junge Weisenbacher Fahrradfahren. Aktuell ist „Joggen gehen“ sein neues Hobby.

Derzeit ist der Elfjährige auf der Suche nach Sponsoren. „Jeder Sturz kostet Geld“, weiß Benjamin Stefan. „Auch ein kleiner Betrag hilft, wir sind für alles dankbar.“ Anderen Kindern, die mit dem Motorradfahren anfangen wollen, rät Marlon: „Einfach trauen und ausprobieren.“

Ihr Autor

BT-Volontärin Anna Strobel

Zum Artikel

Erstellt:
7. Januar 2022, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.