Weitenung: Transnet verteidigt Trasse

Bühl (hol) – Nach dem Ärger in Weitenung über das Vorgehen von Transnet BW, verteidigt das Unternehmen sein Vorgehen. Man habe „kein Interesse an einem Rechtsstreit“, müsse ihn aber wohl aushalten.

Der Trassenbetreiber Transnet BW setzt sich gegen die Vorwürfe zur Wehr.  Foto: Bernhard Margull

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Der Trassenbetreiber Transnet BW setzt sich gegen die Vorwürfe zur Wehr. Foto: Bernhard Margull

Der Stromnetzbetreiber Transnet BW hat sein Vorgehen in Weitenung gegenüber dem BT verteidigt. Wie berichtet, hatte das Unternehmen in den vergangenen Wochen Gespräche mit Grundstückseigentümern aus dem Ort geführt, um die Überleitungsrechte für die neue Stromtrasse zu bekommen, obwohl die neue Trassenführung noch gar nicht endgültig feststeht.

Transnet will nah am Ort bleiben

Das hatte in Weitenung zu einer Menge Ärger geführt, weil zwischen dem Unternehmen und einer Bürgerinitiative aus Weitenung Uneinigkeit über die künftige Trassenführung besteht. Während Transnet BW die neue Leitung nach der technisch notwendigen Verstärkung wie bisher auch wieder recht nah am Ort vorbeiführen möchte, haben die Bürger vorgeschlagen, die Stromtrasse in einer größeren Entfernung von der Bebauung und näher an der Autobahn zu führen. Dieser Forderung hat sich auch der Bühler Gemeinderat angeschlossen. Wo die Trasse verlaufen wird, muss nun das Regierungspräsidium entscheiden. Voraussichtlich im Herbst wird es dazu einen Erörterungstermin geben. Dass Transnet BW diese Entscheidung nicht abwarten möchte und jetzt schon Gespräche führt, um sich die Leitungsrechte auf der von ihr bevorzugten Trasse zu sichern, ärgert viele Weitenunger. Ihr Vorwurf: Da werden Fakten geschaffen, die das Regierungspräsidium in seiner Entscheidung beeinflussen sollen.

„Bis dahin vergeht zu viel Zeit“

Transnet-Pressesprecher Alexander Schilling bedauert die Verstimmungen zwischen dem Bühler Stadtteil und seinem Unternehmen. „Die Leute dort wünschen sich einen anderen Trassenverlauf. Leider konnten wir die Wunschlösung aber nicht liefern“, sagt er. „Unsere Trasse ist die beste Variante.“ Sie sei planungssicher und biete Vorteile im Natur- und Landschaftsschutz. Zudem sei man gesetzlich verpflichtet, möglichst gerade Stromleitungen zu bauen. Das würde auf der von Weitenung gewünschten Trasse nicht klappen. Und natürlich werde auch auf die Menschen geachtet. „Unsere Trasse verläuft 70 Meter von der Bebauung entfernt“, sagt Schilling. Selbstverständlich würden Grenzwerte eingehalten. „Sonst könnten wir das ja nicht machen.“ Die verschiedenen Varianten seien nach mehreren Kriterien überprüft worden.

„Fakt ist: Unsere Trasse ist genehmigungsfähig“, so Schilling. Deshalb gehe man jetzt auch auf Grundstücksbesitzer zu – und zwar nur auf Eigentümer von Flächen, die auf der bevorzugten Trasse lägen. Bis zur Erörterung wolle man damit nicht warten. „Bis dahin vergeht zu viel Zeit“, sagt Schilling.

Dass nun aus Bühl schon mit einer Klage gedroht werde, falls das Regierungspräsidium die Genehmigung für die von Transnet gewünschte Trasse gebe, finde er bedauerlich. „Wir haben kein Interesse an einem Rechtsstreit“, sagt er. „Aber wir werden ihn wohl aushalten müssen.“ Alles in allem sei man aber optimistisch, dass die von Transnet präferierte Trasse am Ende auch die Trasse der Wahl sein werde.

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Erstellt:
1. April 2021, 11:00 Uhr
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