Weitere Bauplätze in Steinmauern

Steinmauern (HH) – Der Gemeinderat Steinmauern hat den Planentwurf für Bauplätze an der Lindenstraße gebilligt. Die Erschließung ist ab kommendem Frühjahr geplant.

Mitten im Ort und doch am Rande liegt das Gelände, auf dem vier Bauplätze entstehen. Foto: Helmut Heck

© HH

Mitten im Ort und doch am Rande liegt das Gelände, auf dem vier Bauplätze entstehen. Foto: Helmut Heck

In der Lindenstraße wird es ernst. Seit Jahren steht die Bebauung der Wiese neben dem Gasthaus „Linde“ auf der Vorhabenliste der Gemeinde Steinmauern. Am Dienstag wurde der Entwurf im Gemeinderat vorgelegt.

Im Dezember 2019 hatte der Gemeinderat die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Vor fünf Monaten teilte Bürgermeister Toni Hoffarth mit, dass die noch fehlenden Flächen im Vorjahr gekauft worden seien, der Bebauungsplan in Auftrag gegeben werden könne. Das Genehmigungsverfahren soll in beschleunigtem Ablauf noch vor Jahresende abgeschlossen werden, erklärte Hoffarth.

„Innenverdichtung par excellence“

Christoph Traub vom Büro SI Ingenieure stellte das Planwerk vor. Die Gesamtfläche beträgt 24 Ar und liegt im Sanierungsgebiet „Ortsmitte“, wie ein Bauschild an Ort und Stelle erkennen lässt.

Den Ausführungen zufolge sollen vier Bauplätze mit Größen um die 400 Quadratmeter entstehen, jeweils 40 Prozent davon dürfen laut Entwurf überbaut werden. Man habe es mit einer „Innenverdichtung par excellence“ zu tun, stellte der Planer zufrieden fest.

Die Erschließung ist von der Lindenstraße auf der Ostseite des Geländes über eine Stichstraße geplant, entlang der die vier Bauplätze an der Westseite hintereinander liegen. Die Bebauung soll mit Einzel- oder Doppelhäusern möglich sein. Man will Sattel, Pult- und Flachdächer erlauben. Die letztgenannten Haustypen sollen maximal sieben Meter hoch werden, ansonsten soll die Traufhöhe auf 6,30 Meter, die Firsthöhe auf 9,50 Meter begrenzt werden. Die Vorgaben seien so gewählt, dass zwei Stockwerke entstehen können, begründete Traub die Maße. Dreigeschossig wäre in der Lindenstraße „zu viel“.

Linden bleiben erhalten

Bei Solaranlagen auf flachen Dächern ist beabsichtigt, sie nicht aufzuständern, wenn doch, dann etwas abgerückt, um das städtebauliche Erscheinungsbild nicht zu stören. Neben jedem Haus soll eine Garage zulässig sein, davor ein Stellplatz von mindestens fünf Metern Länge. Nebengebäude in den Vorgärten sollen nicht erlaubt sein. Zu Einfriedungen sind keine Festlegungen getroffen, es sollen die Höhen- und Abstandsregeln des Nachbarrechts gelten.

Aus dem Gemeinderat gab es diverse Fragen, etwa nach Parkplätzen für Besucher. Traub legte dar, dass eine an der Stichstraße vorgesehene Baumreihe ausreichend Platz lasse, um Fahrzeuge abzustellen. Mülltonnen müssten zur Leerung an der Lindenstraße bereitgestellt werden, wurde eine weitere Frage beantwortet. Auch wurde aus dem Gemeinderat zu bedenken gegeben, dass zum Beispiel größere Lieferwagen Schwierigkeiten haben würden, an die Häuser zu gelangen. Ein ursprünglich vorgesehener Wendehammer für Lkw hätte einen Bauplatz weniger bedeutet, betonte der Planer. Die Situation sei etwas „unglücklich“, zeigte Bürgermeister Hoffarth Verständnis, doch die Erschließungsstraße gebe mehr leider nicht her.

In diesem Zusammenhang war von Gedankenspielen zu erfahren, die Bebauung eines Tages ins anschließende Freigelände fortzuführen und die Straße zu einer Ringstraße zu verlängern. Diese Überlegung sei weit in die Zukunft gedacht, gaben Hoffarth und Traub zu verstehen. Ob sie realisiert werde oder nicht, sei ungewiss. Auch die alten Linden, die als Visitenkarte an der gleichnamigen Straße stehen und sozusagen das Entree des Baulands bilden, kamen zu Ehren. Die Bäume bleiben erhalten, versicherte Traub. Sollten sie eines Tages „abgängig“ werden, würden sie durch Linden ersetzt, das gebiete schon der Straßenname.

Entwurf einstimmig befürwortet

Der Entwurf des Bebauungsplans wurde wie vorgestellt einstimmig gutgeheißen. Die Verwaltung wurde beauftragt, die öffentliche Auslegung zu veranlassen. Sie soll vier Wochen dauern, merkte Hoffarth an. Danach müssen etwaige Einwände und Anregungen abgewogen werden, um den Satzungsbeschluss vor Ende des Jahres fassen zu können, wie es dem Bürgermeister vorschwebt. Mit dem Gemeinderat müssten dann die Kriterien für die Bauplatzvergabe festgelegt werden.

Wenn es mit Hoffarths Zeitplan klappt, könnte im Frühjahr 2022 die Erschließung beginnen und im folgenden Herbst die Bauplätze freigegeben werden. An Bewerbungen dürfte es nicht mangeln. Wie das Ortsoberhaupt mitteilte, ist die Zahl der Interessenten, die sich bei der Gemeinde nach Bauplätzen erkundigten, dreistellig.

Zum Artikel

Erstellt:
23. September 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 56sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.