Welle der Hilfsbereitschaft in Neuweier

Baden-Baden (cn/red) – Durch den Brand in der Straße Im Finkengarten in Neuweier haben die Betroffenen alles verloren. Die Hilfsbereitschaft ist groß, es wurden bereits über 10.000 Euro gespendet.

Das Schicksal der ehemaligen Bewohner dieses Hauses löst eine Welle der Hilfsbereitschaft aus.  Foto: Christina Nickweiler

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Das Schicksal der ehemaligen Bewohner dieses Hauses löst eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Foto: Christina Nickweiler

Zwei Familien und der Hauseigentümer stehen seit dem Brand des Hauses am vergangenen Samstagabend im Finkengarten in Neuweier vor dem Nichts. Das Schicksal der Bewohner hat die Menschen im Rebland und darüber hinaus berührt und inzwischen eine „Welle der Hilfsbereitschaft“ ausgelöst, berichtet Diakon Engelbert Baader gegenüber dem BT. Die Stadt hat inzwischen ein Spendenkonto eingerichtet.

Von dieser Werkstatt aus hat das Feuer seinen Lauf genommen.  Foto: Christina Nickweiler

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Von dieser Werkstatt aus hat das Feuer seinen Lauf genommen. Foto: Christina Nickweiler

Wie bereits berichtet, war das Feuer in einer Hobbywerkstatt ausgebrochen und schlug innerhalb kürzester Zeit hohe Flammen. Als Brandursache wurde ein defekter Mehrfachstecker ermittelt. Sogar am Nachbarhaus gab es Schäden. So zersprangen dort an der Fassade die Fenster. Auch die Rollläden seien beschädigt worden, teilt der Nachbar auf Anfrage mit. Zudem hatte nach Auskunft des Nachbarn die Thuja-Hecke Feuer gefangen und musste von der Feuerwehr abgesägt werden.

Das Haus ist zwar unbewohnbar, aber „die Hilfsmaßnahmen sind voll in Gang“, sagt Baader.

Neue Wohnungen schnell gefunden

Als Diakon arbeitet er nah an den Menschen, ist aber auch bestens mit den Leuten im Rebland vernetzt. So ergab es sich, dass für die vierköpfige Familie innerhalb von drei Tagen sich in Steinbach eine Wohnung aufgetan habe. Eigentlich sollte die Wohnung erst in den nächsten Monaten renoviert werden. Aber der Eigentümer habe sich spontan bereit erklärt, in der Not zu helfen und Obdach zu gewähren, freut sich Baader über die Solidarität. „Inzwischen ist die Wohnung bis auf ein Bett für einen der beiden Jugendlichen eingerichtet“, sagt der Diakon.

Die andere Familie, ein Ehepaar mit einem erwachsenen Sohn, ist nach zwei Tagen Aufenthalt in einer städtischen Notunterkunft in Haueneberstein nun in Bühlertal untergebracht. „Wir haben unseren gesamten Hausrat verloren“, erzählt Alina Weber im Gespräch mit dem BT. Sie beziffert den materiellen Schaden mit mindestens 10.000 Euro. Da sie als Mieter keine Haftpflichtversicherung gehabt hätten und die Gebäudeversicherung den Schaden der Mieter nicht übernehme, sehe es schlimm aus. „Unsere Papiere und Dokumente, alles ist verbrannt. Wir müssen bei null anfangen“, sagt sie und berichtet, dass es äußerst schwierig wäre, ohne Papiere bei Behörden vorzusprechen.

Lieber Geld statt Sachspenden

Die Webers wohnen nun in der Talgemeinde, in einer Einzimmerwohnung in einem Gebäudekomplex, wo bis 2009 Beschäftigte des Hotels Bühler Höhe gewohnt haben. Der Eigentümer Marcus Seiert berichtet, dass das teilmöblierte Apartment unlängst frei geworden war. „Die Familie hat nun eine feste Unterkunft und einen unbefristeten Mietvertrag“, sagt Seiert im Gespräch. Der Kontakt war über einen Bekannten der Webers zustande gekommen. Wie zu hören ist, sei der Eigentümer „mit den Nerven runter“. Er würde übergangsweise bei seiner Tochter in Bühlertal wohnen.

Bei dem von Oberbürgermeisterin Margret Mergen, Diakon Engelbert Baader und Rebland-Ortsvorsteher Ulrich Hildner initiierten Spendenaufruf soll das gespendete Geld allen vom Großbrand betroffenen Personen zukommen. „Ist doch super“, findet Diakon Baader und ergänzt, aufgrund der zahlreich eingegangenen Artikel auf Sachspenden zu verzichten. „Geld ist eine flexible Hilfe“, sagt er. In der Pressemitteilung der Stadt heißt es hierzu, dass das Geld für „einige grundlegende Dinge“ gebraucht würde. Das Spendenkonto bei der Sparkasse Baden-Baden/Gaggenau lautet: DE25 6625 0030 0000 0108 68. Um die Spende richtig zuordnen zu können, ist die Überweisung mit dem Stichwort „Spende Brand Neuweier“ zu versehen. Eine Spendenquittung ist nicht möglich.

Laut Mitteilung der Stadt haben über 100 Einzelspender bereits über 10.000 Euro gespendet. „Es ist schön, zu erfahren, dass so viele Mitmenschen ein Herz für die Geschädigten zeigen und damit die schlimmste Not lindern. Das ist gelebte Solidarität“, werden OB Mergen, Diakon Baader und Ortsvorsteher Ulrich Hildner in der Mitteilung zitiert. Eine erste Auszahlung von Spendengeldern an die betroffenen Brandopfer erfolge noch in dieser Woche, heißt es in der Pressemitteilung von Mittwoch, 16. Dezember. Die Betroffenen seien sehr dankbar für die breite Unterstützung, die ihnen in dieser schweren Zeit eine große Hilfe sei.

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Erstellt:
4. Dezember 2020, 09:30 Uhr
Aktualisiert:
16. Dezember 2020, 14:33 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 59sec

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