Weltrekordler mit Zweitwohnsitz in Hörden

Gaggenau (tom) – Einen Weltrekordler im Stammholzsägen mit Zweitwohnsitz im Flößerdorf: Das gibt es seit wenigen Wochen in Hörden.

Mit neuer Weltrekordzeit von 4,87 Sekunden an der Hot Saw sichert sich Robert Ebner am 21. August in Gelsenkirchen den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Foto: Mihai Stetcu

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Mit neuer Weltrekordzeit von 4,87 Sekunden an der Hot Saw sichert sich Robert Ebner am 21. August in Gelsenkirchen den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Foto: Mihai Stetcu

Robert Ebner hat im August mit der Spezial-Motorsäge Hot Saw als erster Mensch bei einem Wettbewerb die Fünf-Sekunden-Marke unterboten.

Deutscher Meister wurde er so ganz nebenbei auch bei diesem Wettkampf. Nach der Weltmeisterschaft am Samstag in München hat er aber seinen Rückzug aus dem Sportholzfällen erklärt. Der Abschied war keine spontane Entscheidung, wie er im BT-Gespräch bekräftigt. Auch wenn der zehnte Platz bei der Heim-WM in München enttäuschend ist für einen wie ihn, der bereits Vize-Weltmeister und sieben Mal Deutscher Meister war.

„Es war vorher klar“, erzählt Ebner. Zwar ging er als Deutscher Meister und Weltrekordler in das Turnier, aber: Die Vorbereitungszeit war nicht optimal. „Verletzungsbedingt konnte ich dieses Jahr nicht so viele Wettbewerbe machen.“

Natürlich sei der Weltrekord an der Hot Saw „ein super Moment, um aufzuhören“, aber auch mit 36 Jahren könnte er durchaus noch ein paar Jahre in der Weltspitze mitkämpfen.

Robert Ebner an der Wettkampfsäge Hot Saw. Sie hat über 70 PS, wiegt 30 Kilo, die Kettengeschwindigkeit beträgt bis zu 260 km/h. Damit muss man drei Scheiben aus einem 46 Zentimeter dicken Pappelstamm schneiden. Foto: Joerg Mitter

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Robert Ebner an der Wettkampfsäge Hot Saw. Sie hat über 70 PS, wiegt 30 Kilo, die Kettengeschwindigkeit beträgt bis zu 260 km/h. Damit muss man drei Scheiben aus einem 46 Zentimeter dicken Pappelstamm schneiden. Foto: Joerg Mitter

„Besser kann es immer werden“

Und auch die 4,87 Sekunden für drei Baumscheiben müssten keine Marke für die Ewigkeit sein, wie er zu bedenken gibt. „Besser kann es immer werden“, sagt er launig.

Das wird aber nun der Part seiner bisherigen Mitkonkurrenten sein, sei es Danny Martin, der amtierende Deutsche Vize-Meister, oder vielleicht der neue Weltmeister, Jason Lentz aus den USA.

Robert Ebner hat nun andere Ziele. „Eine Tür schließt sich, eine andere geht auf“, sagt er und verrät, dass er auf alle Fälle seinem Metier, der Arbeit im Wald, treu bleiben wolle. Der Forstwirtschaftsmeister ist als Sicherheitscoach für die Forst BW in der Region unterwegs. Sein Hauptwohnsitz liegt in Bickelsberg, zwischen Balingen und Oberndorf a.N. Er ist liiert mit Ramona Rauch, die von 2017 bis 2019 amtierende „Waldkönigin“ von Baden-Württemberg war, und mit der er einen einjährigen Sohn hat.

Sein Zuständigkeitsbereich als Sicherheitscoach reicht von Mannheim bis Freiburg, dazu kommt der westliche Schwarzwald von Bad Herrenalb über Michelbach, Gaggenau bis in den Hardtwald.

Dort wird er auch in Zukunft aktiv sein, versichert er. Dann aber vielleicht auch in neuer Funktion als Trainer und Berater. Seine Erfahrungen im Spitzensport will er dabei gerne einfließen lassen.

Timbersports – der Sport der Holzfäller

Das englische Wort „timber“ lässt sich als Nutzholz übersetzen. Die Wurzeln des Timbersports liegen in Kanada, USA und Neuseeland: Waldarbeiter richteten im Winter lokale Wettkämpfe im Holzfällen aus. Im Laufe der Zeit wurde der Wettstreit professionalisiert, ein internationales Regelwerk aufgestellt. 1985 riefen Werkzeughersteller Stihl USA und Sportkanal ESPN die Stihl Timbersports-Meisterschaftsserie ins Leben. In Europa werden Turniere seit 2001 ausgetragen. Das Kräftemessen erfolgt immer in sechs teilweise akrobatischen Disziplinen mit Äxten und Sägen.

Weiterer Bericht zu Robert Ebner.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
7. Oktober 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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