Wenig Lust auf Gespräch

Von Anja Groß

Elchesheim-Illingen (as) – Die Fronten zwischen Fußballverein Rot-Weiß Elchesheim (RWE) und Bürgermeister Rolf Spiegelhalder scheinen so verhärtet, dass man weiter offenbar eher über- statt miteinander spricht. RWE-Vorsitzender Dieter Link jedenfalls zeigt in einer Stellungnahme zu den jüngsten BT-Berichten wenig Interesse an einem Gespräch mit dem Verwaltungschef.

Wenig Lust auf Gespräch

•Wo wird künftig gekickt – in Elchesheim-Illingen liegen FV Rot-Weiß und Gemeinde darüber weiter im Clinch. Symbolfoto: Jan Woitas/dpa

Die Bereitschaft vonseiten des Fußballvereins Rot-Weiß Elchesheim (RWE), mit der Gemeinde wieder in Gespräche über die geplante Sportstättenverlegung nach Illingen einzutreten, ist offenbar weiter gering. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, mit der RWE-Vorsitzender Dieter Link auf die BT-Berichterstattung zum Thema in dieser Woche reagiert.„Würden Sie mit einem Menschen, der Sie öffentlich namentlich Brandstifter und Versender von beleidigenden E-Mails genannt hat und der sich bis heute noch nicht dafür entschuldigt hat, an einen Tisch sitzen und so tun, als wäre nichts gewesen?“, antwortet er auf die Frage, wie er zu der angekündigten schriftlichen Einladung von Bürgermeister Rolf Spiegelhalder zu einem Gesprächstermin steht. „Man hat uns bei der Gemeinderatssitzung im Juli 2018 das Wort verboten und jetzt will man plötzlich reden, nachdem man uns vorher mundtot gemacht hat und die Entscheidungen getroffen wurden“, wundert er sich. „Ich habe ihn noch in keiner Weise beleidigt“, erklärt Link an die Adresse des Bürgermeisters, und: „Wir sind keine Lakaien des königlichen Hofes zu Paris“.

Aussage zu Zuschüssen „nur halb wahr“

Weiter betont der RWE-Vorsitzende, Spiegelhalders Aussage zu Zuschüssen des Sportbunds, die nur möglich seien, wenn der Verein als Bauherr auftritt, sei „nur halb wahr“. Auch eine Gemeinde als Bauträger könne Zuschüsse beispielsweise vom Land erhalten. Link betont zudem, dass es beim Sportbund auch Höchstbeträge an Zuschüssen gibt – „sowie auch Ausschlüsse von Bereichen“. Bei einem Clubhaus beispielsweise würden „nur die Funktionsräume und Sanitäreinrichtungen bezuschusst, keine Wirtschaftsräumlichkeiten“. Das bedeute im Fall des Rot-Weiß, dass man bei einem Clubhaus mit 800000 Euro Kosten nur etwa 20 bis 23 Prozent Zuschüsse erhalten würde. Somit würden rund 600000 Euro am Verein hängen bleiben.

Mitgliederversammlung hat alten Beschluss bekräftigt

Die Gemeinde wolle ebenfalls Zuschüsse gewähren, es ei aber nie darüber gesprochen worden, „in welchem prozentualen Bereich sich diese befinden werden“. In der öffentlichen Bürgerversammlung habe Spiegelhalder vielmehr erklärt, die Gemeinde werde keine Million investieren beziehungsweise an Zuschüssen bereitstellen. Hierzu gibt Link zu bedenken, dass in Illingen wegen der Druckwasserproblematik (Erhöhung des Geländes) zwei neue Plätze gebaut werden müssten – mit Flutlicht. „Dann wären rund 1,8 Millionen Euro zu investieren. Wer soll denn dann den Rest tragen von rund 800000 Euro“, fragt er.

Auch die Problematik des Verkehrsaufkommens und des Lärms und deswegen zu erwartender Einsprüche der dortigen Nachbarschaft seien „noch nicht mal in Erwägung gezogen worden“.

Weiter behauptet Link, Spiegelhalders Info zur Mitgliederversammlung des Vereins entspreche nicht der Wahrheit. „Es wurde kein neuer Beschluss gefasst, sondern der alte Beschluss von der vorherigen Versammlung bekräftigt“, erklärt er. Und weiter: „Hier wurde lediglich die Vorstandschaft ermächtigt, alle rechtlichen Schritte auszuloten, um den Beschluss weiterhin zu verfolgen“. Dieser laute: „Der FV Rot-Weiß Elchesheim wird sich keiner dörflichen Entwicklung verwehren, wenn seine Interessen an der Waldstraße oder dem Braugießenweg gewahrt werden“.

Hoffnung ruht auf Petitionsverfahren

Vom Petitionsverfahren erwarte er sich nun eine Überprüfung, ob der Gemeinderatsbeschluss zur Sportstättenverlegung nach Illingen „so ohne Verletzung der Rechte des FV Rot-Weiß Elchesheim jemals umgesetzt werden kann“. Bisher seien lediglich Formalien im Zusammenhang mit dem Zustandekommen des Gemeinderatsbeschlusses vom Juli 2018 geprüft worden. Und die Kommunalaufsicht habe durchaus „auch Kritik an mancher Vorgehensweise zu diesem Beschluss angemerkt“, erklärt Link.

„Wenn er uns vertreiben möchte, dann muss er bauen und was Besseres anbieten“, sieht er hier die Gemeinde in der Pflicht. „Denn es geht ja später auch um Garantien und Regressansprüche bei möglichen Baumängeln und vieles mehr“, macht der Vereinsvorsitzende seine Sichtweise klar und betont: „Unser Heimatstandort ist Elchesheim.“

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