Weniger Frequenz in Rastatter Innenstadt

Rastatt (dm) – In Corona-Zeiten sinkt die Besucherfrequenz in der Innenstadt – zumal die Gastronomie geschlossen wurde. Das bekommen auch die Rastatter Einzelhändler zu spüren.

Gezielt einkaufen statt bummeln: In Corona-Zeiten verändert sich das Kundenverhalten. In Rastatter Geschäften wirkt sich das unterschiedlich aus. Foto: Frank Vetter

© fuv

Gezielt einkaufen statt bummeln: In Corona-Zeiten verändert sich das Kundenverhalten. In Rastatter Geschäften wirkt sich das unterschiedlich aus. Foto: Frank Vetter

Anders als Cafés und Restaurants haben die Einzelhandelsgeschäfte im aktuellen „Lockdown light“ nicht schließen müssen. Gleichwohl wirkt sich das eine auf das andere aus: Auch die Händler in der Rastatter Innenstadt bekommen zu spüren, dass die Gastronomie als ein Anziehungspunkt fehlt. Dadurch kommt weniger Frequenz in die Stadt, wie Sabine Karle-Weiler feststellt, Sprecherin der Einzelhändler im Gewerbeverein RA³.
Man befinde sich in einer „sehr schwierigen Zeit“, sagt die Inhaberin von Senger-Moden mit Blick auf den jüngsten Kollegen-Austausch per Telefonkonferenz. Man leide zwar unter den Gegebenheiten, versuche aber gleichwohl, die Zeit so normal wie möglich zu gestalten – schließlich sollen diejenigen, die in diesen Tagen in die Stadt gehen, auch ein Einkaufserlebnis geboten bekommen. Die Randbedingungen sind hierfür natürlich schwierig, nicht nur, weil schon die Leute fehlen, die normalerweise bereits morgens im Café in der Fußgängerzone sitzen. „Es ist nicht wie früher.“ Manche Geschäfte, das ist auch auf Rastatts Flaniermeile zu beobachten, haben mit anderen, neuen, sprich: etwas verkürzten Öffnungszeiten reagiert.

„Menschen sind wieder verunsichert“

Könnte man mit konkreten Werbemaßnahmen gegensteuern? Auch schwierig: Man habe zwar seine Werbestrategien, andererseits könne man in Zeiten, in denen Kontaktvermeidung empfohlen wird, nicht mit Events winken, so Karle-Weiler. Ohnehin ist in den Läden nur eine Person pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche zugelassen (inklusive der dort Beschäftigten). Für kleine Verkaufsstellen bedeutet das bisweilen, dass sie nur zwei Kunden gleichzeitig hereinlassen dürfen.

Langsam seien die Geschäfte nach dem Frühjahrs-Lockdown wieder angelaufen, man habe dann fast wieder Normalbetrieb verzeichnet, stellt der Rastatter Juwelier Werner Hirsch fest. Doch nun seien die Menschen erneut verunsichert. Teilweise verkürzte Öffnungszeiten sieht er in diesem Zusammenhang als falsches Signal für den Standort Innenstadt.

Zwar nimmt Hirsch mit seinem Ladengeschäft direkt am Eingang zur Fußgängerzone Poststraße ebenfalls wahr, dass die Frequenz gesunken ist. Doch die Auswirkungen sind nicht überall die gleichen, das habe sich auch in der Telefonkonferenz der Händler gezeigt. Dass die Leute nicht mehr zum Bummeln kommen, sondern um gezielt einzukaufen, wie Hirsch feststellt, schade seinem Geschäft derzeit nicht.

Hoffen aufs Weihnachtsgeschäft

Der erst in diesem Jahr eröffnete Barfuß-Schuhladen „Leguano“ hingegen hat offensichtlich die Notbremse gezogen: Aufgrund der Corona-Krise ist dieser „erneut bis auf Weiteres“ komplett geschlossen, wie an der dortigen Eingangstür zu lesen ist.

Unterdessen spreche man auch bei Hirsch angesichts der in Rastatt gestiegenen Corona-Fallzahlen über Schichtbetrieb als Schutzmaßnahme im Verkauf – zumindest zeitweilig. Denn im anstehenden Weihnachtsgeschäft („die stärkste Zeit im Jahr“) „brauchen wir wieder alle Leute“. Genau darauf hofft der Handel: Dass der „Lockdown light“ wie angestrebt tatsächlich Ende November beendet werden kann – eben rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, wie Sabine Karle-Weiler sagt. Und da gehöre auf jeden Fall auch die Gastronomie dazu.

Kaum bis keine Probleme gebe es im Übrigen mit der Maskenpflicht – das höre die Einzelhandelssprecherin so auch von ihren Kollegen. „Es gehört inzwischen zur Normalität, dass die Kunden mit Mund-Nasen-Schutz in den Laden kommen.“

Zum Artikel

Erstellt:
14. November 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.