Weniger Spielbeträge aufgrund des Lockdowns

Baden-Baden (vo) – Die Erträge der drei Spielbanken im Südwesten sind 2020 aufgrund der Corona-Schließungen eingebrochen.

Während der kurzen Öffnungsphase im vergangenen Sommer war auch Black Jack nur unter strengen Hygieneregelungen möglich (Symbolfoto). Foto: Marijan Murat/dpa

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Während der kurzen Öffnungsphase im vergangenen Sommer war auch Black Jack nur unter strengen Hygieneregelungen möglich (Symbolfoto). Foto: Marijan Murat/dpa

Die drei Spielbanken in Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Krise einen Bruttospielertrag in Höhe von lediglich knapp 68 Millionen Euro erzielt. Gegenüber dem Rekordergebnis von 2019 (107,2 Mio.) war dies ein Minus von 36,6 Prozent.

Kapazitäten eingeschränkt

Lange Zeit mussten die Spielbanken in Stuttgart und Konstanz sowie das Casino Baden-Baden im ersten Lockdown geschlossen bleiben. Und als die Häuser dann im Mai unter strengen Hygieneauflagen wieder öffnen durften, dauerte es nicht lange bis zum zweiten Lockdown und dem erneuten abrupten Ende. Dabei hatte gerade das Casino Baden-Baden nach der Wiederöffnung einen sehr guten Besucherzuspruch verzeichnet, obwohl wegen Corona die Kapazitäten deutlich eingeschränkt waren.

Letztendlich schaffte das Casino im Jahr 2020 lediglich einen Bruttospielertrag von 20,9 Millionen Euro. Das war fast ein Drittel weniger als im Rekordjahr (30,9 Mio.). Parallel dazu gingen auch die Besucherzahlen im Casino sowie im Automatenspiel durch die coronabedingten Totalschließungen und die Einlassbeschränkungen um mehr als die Hälfte zurück. Am Ende wurden 132.800 Gäste (minus 53,2 Prozent) gezählt.

Verlagerung ins Internet als Gefahr

Die Perspektiven für das laufende Jahr kann der Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Spielbanken GmbH & Co. KG., Otto Wulferding, noch nicht so recht abschätzen. „Es lässt sich aufgrund der unsicheren Lage hinsichtlich der Öffnungsperspektiven derzeit noch nichts sagen“, betonte Wulferding gegenüber dem Badischen Tagblatt. Eine längere Schließung berge jedoch enorme Risiken. Insbesondere bestehe die Gefahr, dass sich Gäste anderen Glücksspiel-Angeboten im Internet zuwenden, so Wulferding. Die Konkurrenz durch Online hat in den zurückliegenden Jahren sowieso schon deutlich zugenommen. Und in der Pandemie sind die teilweise illegalen Angebote im Internet die großen Gewinner der Glücksspielbranche – zulasten der konzessionierten Anbieter.

Casino Baden-Baden zeigt sich zuversichtlich

Für das traditionsreiche Casino in der Kurstadt mit einer großen und treuen Stammkundschaft aus dem In- und Ausland sieht der Geschäftsführer jedoch nicht allzu schwarz. „Aufgrund der guten Nachfrage nach dem ersten Lockdown sind wir zuversichtlich und erwarten dort wieder eine gute Resonanz unserer Gäste.“

Mit Blick auf den neuen Glücksspielstaatsvertrag, der erst vor einigen Tagen den Landtag in Stuttgart passiert hat, stehen auch die staatlichen Spielbanken wieder mehr im Fokus. Das Regelwerk sieht eine Öffnung des Glücksspielmarktes für Online-Anbieter vor und soll am 1. Juli in Kraft treten – vorausgesetzt, es wird von mindestens 13 Bundesländern gebilligt.

Hohe Auflagen für Spielhallen

Nach dem neuen Vertrag werden Glücksspiele im Internet wie Online-Poker oder Online-Casinos in Deutschland erlaubt und der Betrieb von Spielhallen wegen hoher Auflagen erschwert. Die Novellierung auf Landesebene war notwendig, da die im Vertrag vereinbarten Grundsätze in Landesrecht umgesetzt werden müssen.

Welche Folgen dies für die Spielbanken in Baden-Württemberg haben wird, ist nach den Worten von Wulferding noch nicht abzusehen. „Dies bleibt zunächst abzuwarten. Aussagen dazu wären zum jetzigen Zeitpunkt spekulativ. Generell gilt aber, dass jede Schwächung des stationären Glücksspiel-Angebots das internetbasierte Glücksspiel stärken wird“, sagt der Geschäftsführer.


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