Weniger Strom aus Forbach

Forbach (mm) – Die Baumaßnahmen am Forbacher Rudolf-Fettweis-Werk haben Auswirkungen auf die Stromerzeugung der EnBW.

Die Wehranlage beim Niederdruckwerk in Forbach ist offen, die Stromerzeugung wegen des Fischlift-Baus reduziert. Foto: Raimund Götz

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Die Wehranlage beim Niederdruckwerk in Forbach ist offen, die Stromerzeugung wegen des Fischlift-Baus reduziert. Foto: Raimund Götz

Das Ausgleichsbecken am Krafthaus in Forbach ist seit Juli 2020 wegen des Baus des Fischlifts entleert, informiert Ralph Eckhardt, Pressesprecher der EnBW, auf BT-Anfrage.

Die Murg fließe durch das Ausgleichsbecken und durch die geöffnete Wehranlage. Damit erfolge keine Stauhaltung im Ausgleichsbecken. Der Betrieb des Niederdruckwerks sei deshalb nicht möglich. „Außerdem ist der Betrieb des Murg-Kraftwerks und des Schwarzenbachwerks in Forbach und somit die Wasserführung der Schwarzenbach-Talsperre nur eingeschränkt möglich.“ Das liegt laut Eckhardt am momentan entleerten Ausgleichsbecken, wodurch sich „die Wasserführung durch die Turbinen in den beiden Werken nach dem jeweiligen Wasserstand der Murg richten muss, die durch das Ausgleichsbecken fließt“.

Die EnBW investiert aktuell in die Fischdurchgängigkeit der Murg. Zwei Fischlifte, einer in Forbach beim Niederdruckwerk und einer beim Wehr in Kirschbaumwasen, werden errichtet. Rund zwölf Millionen Euro sind für die Vorhaben kalkuliert. Hintergrund des Baus: Die ökologische Durchgängigkeit der Murg muss nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie gewährleistet sein.

Bei den derzeitigen mittleren bis erhöhten Abflüssen der Murg seit Mitte Dezember 2020 könnten die Anlagen durchaus über den Tag verteilt Energie erzeugen, so der Pressesprecher weiter. Der Wasserstand der Schwarzenbach-Talsperre bewege sich je nach Betriebseinsatz und den natürlichen Zuflüssen um etwa zwei Meter nach oben oder unten.

Verlust kann nicht kompensiert werden

Der eingeschränkte Betrieb habe natürlich einen spürbaren Einfluss auf die Energiegewinnung. Das Unternehmen könne allerdings keinen genauen Wert nennen. Der Erzeugungsverlust könne laut Eckhardt nicht kompensiert werden, weil an anderer Stelle nicht mehr Wasser zur Verfügung stehe.

Der Baustellenbereich sowie der Fußgängersteg über die Mauer des Niederdruckwerks sind aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Sperrung des Štegs wird mindestens bis Ende des ersten Quartals 2021 andauern. Die Fischwanderhilfen werden ohne größere Eingriffe in die denkmalgeschützten Bauwerke realisiert. Wegen enger Platzverhältnisse seien Fischtreppen nicht möglich.

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Erstellt:
27. Januar 2021, 18:00 Uhr
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