Kilian Krumm bleibt im Rennen um Buhrke-Nachfolge

Forbach – Wie viele Namen werden am 3. April auf dem Stimmzettel in Forbach stehen? Und vor allem, welche? Das sind vermutlich die beiden Fragen, die die Forbacher derzeit am meisten beschäftigen.

Eins ist sicher: Die Namen von Robert Stiebler und Kilian Krumm werden auch am 3. April auf den Wahlzetteln stehen. Ob es dann auch neue Kandidaten gibt, steht noch nicht fest. Foto: Swantje Huse

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Eins ist sicher: Die Namen von Robert Stiebler und Kilian Krumm werden auch am 3. April auf den Wahlzetteln stehen. Ob es dann auch neue Kandidaten gibt, steht noch nicht fest. Foto: Swantje Huse

Der Zweitplatzierte bei der Bürgermeisterwahl macht weiter: Kilian Krumm hat am Dienstag gegenüber dieser Zeitung erklärt, für die Neuwahl am 3. April bereit zu stehen. Der Gemeindewahlausschuss hat indes am Montagabend das Wahlergebnis von Sonntag bestätigt. Da keiner der fünf angetretenen Kandidaten mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich vereinen konnte, wird es am 3. April zur Neuwahl kommen. Neben Krumm hatte bereits Stimmensieger Robert Stiebler angekündigt, weiter zu machen. Jürgen Erhard und Mathias Reidel haben sich noch nicht dazu geäußert.

Bis Mittwochabend um 18 Uhr sind neue Bewerbungen möglich. Genauso wie der Rückzug bestehender Bewerber. Fest steht bisher: Der parteilose Mathias Fey wird nicht erneut antreten. Das sagte er gegenüber dieser Zeitung bereits am Wahlabend. „Ich dachte, es würde anders für mich ausgehen“, so Fey enttäuscht. Bei seinem Wahlkampf habe er bei vielen Forbachern an der Haustür geklingelt und in zahlreichen Gesprächen Zusagen sowie positive Rückmeldung bekommen. Woran es schlussendlich gelegen habe, dass er lediglich 77 Stimmen (3,29 Prozent) erhalten habe, könne er nicht sagen. Aber das Signal der Forbacher Bürger sei bei ihm angekommen: „Die Bevölkerung möchte das so nicht.“

Fey steigt aus

Fey setzt nun darauf, dass sein ehemaliger Kontrahent Stiebler das Rennen machen werde. Als eindeutiger Sieger des Abends mit 1.059 Stimmen (45,3 Prozent) hat er als einziger Kandidat noch am Sonntagabend seine erneute Kandidatur für den zweiten Wahlgang, der korrekt Neuwahl heißt, bekannt gegeben. Er wirkte sichtlich ergriffen von der Deutlichkeit des Ergebnisses. Er habe schon nach der Vorstellungsrunde „einen Ruck“ gespürt, der durch die Gemeinde gegangen sei. „Aber so ein Ergebnis ist echt der Wahnsinn.“ Gegen wen er in drei Wochen antreten wird? „Ich weiß nur von einem Kandidaten, der definitiv zurückzieht“, sagt er schulterzuckend.

Das ist Fey. Es ist davon auszugehen, dass auch Jürgen Erhard, der für die Partei „Die Basis“ 16 Stimmen (0,68 Prozent) holte und am Wahlabend als einziger Bewerber erst gar nicht aufgetaucht war, ebenfalls nicht mehr antreten wird. Auch gestern war Erhard für die Redaktion nicht zu erreichen.

Mehrere Szenarien möglich

Sollte noch ein ganz neuer Name auftauchen – was eher selten geschieht und angesichts der anfangs sehr zähen Bewerbersuche in Forbach auch eher unwahrscheinlich erscheint – kommt noch mal völlig neue Bewegung ins Spiel.

Außerdem bleiben noch die Nichtwähler: Bei einer Wahlbeteiligung von 63,4 Prozent ist noch einige Luft nach oben. Sollte es den verbleibenden Kandidaten tatsächlich gelingen, in den drei Wochen des neuerlichen Wahlkampfs noch mehr Forbacher zum Wählen zu animieren, dann könnte es am Abend des 3. April ähnlich spannend werden wie am Sonntag. Potenzial gibt es jedenfalls reichlich: Von den 4.599 Einwohnern sind 3.707 wahlberechtigt. Aber nur 2.351 haben diesmal die Chance genutzt und ein Kreuzchen gemacht. Sowohl bei der Landtagswahl als auch der Bundestagswahl im vergangenen Jahr war die Wahlbeteiligung mit 66,35 Prozent und 79,36 Prozent höher. Bei der Wahl von Katrin Buhrke gingen vor acht Jahren übrigens 71,8 Prozent der Wahlberechtigten Forbacher an die Urne.

Authentisch: Ein Kommentar von Stephan Juch

Wer ist Robert Stiebler? Die Frage stellten sich am 11. Februar viele, als der 38-jährige Familienvater seine Kandidatur für die Bürgermeisterwahl in Forbach bekannt gab. Am Sonntagabend fiel die Antwort kurz nach Veröffentlichung des Wahlergebnisses im Murggarten meist so aus: Der authentischste Kandidat, der sich um den Chefsessel im Rathaus der Nationalparkgemeinde bewirbt. Keine Frage: Das relativ klare Ergebnis für den Mann aus Herrenwies ist auf den ersten Blick eine dicke Überraschung. Auf den zweiten ist sie es nicht. Das hat mehrere Gründe. Zunächst wäre die offizielle Kandidatenvorstellung zu nennen, bei der Stiebler mit seinem souveränen Auftritt überhaupt erst als ernst zu nehmender Aspirant wahrgenommen wurde. Es folgte ein persönlicher Wahlkampf, der ohne Plakate und vollmundige Versprechen auskam, der von den Bürgern als ambitioniert und vor allem als ehrlich registriert wurde. Das war bei seinen Mitstreitern nicht uneingeschränkt der Fall. Was dem politischen Quereinsteiger ganz offenbar sehr geholfen hat, ist die Tatsache, dass er von keiner der vier Gemeinderatsfraktionen unterstützt wurde. Das ist eine schallende Ohrfeige für das amtierende Gremium und sollte insbesondere den Platzhirschen zu denken geben, ob sie das Ohr noch am Forbacher Volk haben. Der Wähler hat mit 45,3 Prozent im ersten Wahlgang ein klares Statement gesetzt, dass ihnen dieser unabhängige Kandidat näher und lieber ist, als die von den Gemeinderäten propagierten. Das ist schon jetzt ein klares Signal an die kommunalpolitische Arbeit in Forbach, die sich neu aufstellen muss. Dafür könnte Robert Stiebler genau der richtige Mann sein, gerade weil er parteipolitisch gänzlich neutral ins Rennen gegangen ist.

Ihr Autor

Swantje Huse, Anna Strobel und Stephan Juch

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Erstellt:
14. März 2022, 17:01 Uhr
Aktualisiert:
15. März 2022, 15:52 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 26sec

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