Wer wird Forbachs nächster Bürgermeister?

Forbach (stn) – Die Bürgermeisterwahl in Forbach rückt mit großen Schritten näher, doch noch immer ist nicht klar, wer überhaupt kandidieren wird.

Amtierende Bürgermeisterin: Katrin Buhrke. Foto: Gemeinde Forbach

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Amtierende Bürgermeisterin: Katrin Buhrke. Foto: Gemeinde Forbach

Katrin Buhrke wird nicht noch einmal als Bürgermeisterin für Forbach kandidieren, so viel ist seit Dezember vergangenen Jahres klar. Doch wer wird ihr Nachfolger? Darüber herrscht noch immer Unklarheit. Und die Zeit drängt. Die Frist für die Einreichung von Bewerbungen endet am Montag, 14. Februar. Doch nun wagt sich immerhin die CDU-Fraktion aus der Deckung.

„Wir sind im Gespräch. Es gibt einige Interessenten. Wir sind zuversichtlich, dass wir einen Kandidaten präsentieren können“, verrät Fraktionsvorsitzende Sabine Reichl am Dienstag auf BT-Nachfrage. Namen wollte sie keine nennen. Einen Bürgermeister-Nachfolger zu finden, sei angesichts der Kürze der Zeit schwierig. Zwischen Buhrkes Bekanntgabe, dass sie nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehe, und der Frist für die Einreichung von Bewerbungen liegen gerade einmal neun Wochen. Dazwischen lagen zudem die Weihnachtsfeiertage, in denen sich die Leute mit anderen Dingen beschäftigt haben, so Reichl.

Dass der Bewerber-Ansturm bislang ausbleibt, verwundert sie nicht. „Es sind sechs Wochen, um eine lebensverändernde Entscheidung zu treffen“, erklärt die Fraktionsvorsitzende. Dies betreffe nicht nur die berufliche Zukunft der Kandidaten, sondern auch das familiäre Umfeld. „Das muss mit dem Partner besprochen werden, weil dann eventuell auch ein Umzug ansteht. Das ist eine Entscheidung, die gut überlegt sein will. Man muss den Kandidaten Bedenkzeit geben.“ Dennoch sei es auch eine „sehr schöne Herausforderung, der sich der zukünftige Bürgermeister stellt“. Laut Reichl wünscht sich die CDU einen Kandidaten, der sowohl fachlich als auch menschlich für das Amt geeignet ist. Die Gespräche, die man mit potenziellen Interessenten führe, seien sehr früh angelaufen. Dennoch wollte man zunächst abwarten: „Es ist eine andere Art der Bewerbersuche, wenn man nicht gegen den Amtsinhaber antritt.“

Ehemaliger Bürgermeister von Forbach: Paul Krey. Foto: Brockmann/Archiv

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Ehemaliger Bürgermeister von Forbach: Paul Krey. Foto: Brockmann/Archiv

Auch SPD schickt Kandidaten ins Rennen

„Es kommt etwas in die Gänge“, ist sich SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Mungenast sicher. Zwar gebe es noch nichts Konkretes zu berichten, doch in einer internen Sitzung am kommenden Mittwoch wolle sich ein potenzieller Bewerber vorstellen. Wer genau das sein wird, weiß Mungenast aber nicht.

Aus den Reihen der Grünen wird es dagegen „definitiv“ keinen Kandidaten geben, teilt Parteimitglied Margrit Haller-Reif auf Nachfrage mit. Weder sie selbst noch Hubert Reif wollen sich aufstellen lassen.

Immerhin, eine Bewerbung liegt vor. Das konnte Hauptamtsleiterin Margit Karcher bestätigen. Wer genau sich dahinter verbirgt, darüber herrscht Stillschweigen. Es sei Aufgabe des Bewerbers, sich vor Ablauf der Bewerbungsfrist zu erkennen zu geben.

Darüber hinaus möchte ein weiterer Kandidat seinen Hut in den Ring werfen. An der Gemeinderatssitzung am Dienstag nahm er in den Zuschauerreihen teil. Zu seiner potenziellen Bewerbung wollte er sich gestern allerdings nicht weiter äußern.

Folgte 1998 auf Paul Krey: Kuno Kußmann. Foto: Markus Mack/Archiv

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Folgte 1998 auf Paul Krey: Kuno Kußmann. Foto: Markus Mack/Archiv

Bewerbervorstellung am 23. Februar

Auch Rocco Schröder (32) aus Baiersbronn hatte im Dezember seine Bewerbung bekannt gegeben, kurz darauf davon allerdings wieder Abstand genommen. Als Begründung führte er an, sich aktuell in der Verwaltungsausbildung (Umschulung als Reha-Maßnahme) zu befinden und eine Fortbildung zum Geprüften Betriebswirt zu besuchen. „Diese beiden Maßnahmen möchte ich regulär beenden“, schilderte er.

Der Gemeinderat beschloss am Dienstag einstimmig, die öffentliche Bewerbervorstellung am Mittwoch, 23. Februar, um 18 Uhr in der Murghalle durchzuführen. Die Wahl fiel auf die Murghalle, da die Veranstaltung aller Voraussicht nach unter Corona-Bedingungen stattfinden wird und es sich um die größte Halle im Gemeindegebiet handelt. Ergänzend wird die Kandidatenvorstellung mittels Livestream übertragen, um auch nicht anwesenden Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, die Bewerberinnen und Bewerber kennenzulernen. Die in der Halle anwesenden Bürger erhalten unmittelbar nach jeder Einzelvorstellung Gelegenheit, Fragen zu stellen. Zugelassen ist jeweils nur eine Frage pro Bürger, nicht erlaubt sind Statements zu den Vorstellungen.

Am 13. März sollen die Forbacher ihr Gemeindeoberhaupt wählen. Sollte es eine Neuwahl geben, soll dies am Sonntag, 3. April, geschehen.

Großes Fragezeichen: Wer sind die potenziellen neuen Kandidaten? Foto: Archiv

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Großes Fragezeichen: Wer sind die potenziellen neuen Kandidaten? Foto: Archiv

Wilde Wahl und leere Stimmzettel

Was passiert eigentlich, wenn sich für eine Bürgermeisterwahl kein Kandidat bewirbt? Eine Antwort auf diese Frage hat Christopher Heck vom Gemeindetag Baden-Württemberg: „Gehen beim Gemeindewahlausschuss innerhalb der Einreichungsfrist keine Bewerbungen zur Bürgermeisterwahl ein, erhalten die Wählerinnen und Wähler einen ,leeren Stimmzettel‘ mit einer freien Zeile zur Eintragung einer wählbaren Person. Eine solche freie Zeile gibt es auch bei einem oder mehreren Bewerbern. Eine sogenannte ,wilde Wahl‘, bei der eine wählbare Person eingetragen werden kann, fand bisher sehr selten statt.“

Laut Statistischem Landesamt wurde auf diese Art „noch nie eine Wahl entschieden, außer in Kleinstgemeinden mit ehrenamtlichen Bürgermeistern, in denen sich kein Bewerber fand. So geschehen in den Schwarzwaldgemeinden des Landkreises Lörrach in den Gemeinden Tunau (2015 und 2017), Wieden (2015) und Schönenberg (2018).“

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nora Strupp

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Erstellt:
27. Januar 2022, 09:00 Uhr
Lesedauer:
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