Werbung in Sachen Blasmusik

Rheinmünster (iru) – Der Musikverein Stollhofen bietet einen Querschnitt durch die Blasmusik. Virtuose Solisten und emotionale Zeitreisen machen Werbung in eigener Sache.

Brillierte mit einer in atemberaubendem Tempo interpretierten Bravourpolka: Katharina Nöltner, Tenorhornistin des Musikvereins Stollhofen (rechts). Foto: Ingbert Ruschmann

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Brillierte mit einer in atemberaubendem Tempo interpretierten Bravourpolka: Katharina Nöltner, Tenorhornistin des Musikvereins Stollhofen (rechts). Foto: Ingbert Ruschmann

Geglückter Neustart beim Musikverein Stollhofen: Mehr als eineinhalb Jahre nach dem letzten Konzert betrieben die Blasmusiker in der ehemaligen Festungsstadt mit einem musikalischen Streifzug durch die gängigsten Gattungen bei ihrem Platzkonzert echte Werbung für die Blasmusik.

„Vielleicht haben wir bei einigen Besuchern die Lust aufs Mitmachen geweckt“, wünschte sich der Vorsitzende des Stollhofener Traditionsvereins, Manfred Schäfer. Die Veranstaltung im Schulhof der ehemaligen Grundschule stand ganz im Zeichen eines insgesamt zehn Millionen Euro umfassenden Förderprogramms der Bundesregierung für die Amateurmusik im ländlichen Raum. Die Förderung soll den Laienensembles nach Monaten des Stillstands neue Impulse geben und als Motivationshilfe zu einem Neustart beitragen.

Das Konzept des Orchesters, nicht nur musikalisch zu unterhalten, sondern auch die Blasmusik mit den gängigsten Instrumenten und der unterschiedlichen Literatur vorzustellen, ging voll auf. Nach dem Eröffnungsstück „So schön ist Blasmusik“ und der darin pfiffig eingebetteten Anmoderation rückte Michael Fuder mit seinen Musikern den Konzertmarsch in den Fokus. Insbesondere im ersten Teil von „Abel Tasman“ waren die gleichförmigen metrischen Akzente und die sich hieraus ergebendemonotone Taktgebung als herausragende Charakteristik beim Marsch selbst für den musikalischen Laien gut zu erkennen. Gleitende Melodielinien der Tenor- und Flügelhörner als herausragende Merkmale einer Polka kennzeichnete das Stück „Von Freund zu Freund“ und die Erstaufführung der „Paula-Polka“.

Atemberaubendes Tempo

Das Tenorhorn als Soloinstrument und die Vorzüge der sogenannten „Doppelzungentechnik“ stellte anschließend Katharina Nöltner bei dem Bravourstück „Andi spielt auf“, vor. Der in einem atemberaubenden Tempo interpretierte Titel mit seinem melodiösen und von Thilo Hauns in der zweiten Stimme begleitete Mittelteil war einer der Höhepunkte beim Platzkonzert in Stollhofen.

Musikalische Zeitreisen in die Pop-Geschichte der 1970-er und 80-er Jahre gab es beim Medley „Eighties Flashback“ mit den erfolgreichsten Titeln aus dieser Zeit. Mit dabei waren Michael Jacksons „Thriller“ oder Joe Cockers „Up we where belong“. Die schwedische Pop-Gruppe ABBA war mit „The way old friends do“ am Start. Dazwischen gab es bei der „Queens Park Melody“, einer leichten und beschwingten Melodienfolge mit barocken Einflüssen etwas zum Zurücklehnen und Genießen. Nach einer Konzertmarschrunde mit „Viribus unitis“ und dem „Kaiserin Sissi Marsch“ warb Freddy Starke mit seinem Solo für „My dream“ für das Flügelhorn als Instrument, das nicht nur bei der volkstümlichen Literatur seine Vorzüge auszuspielen vermag, sondern auch durch seinen weichen und vollen Ton in volkstümlichen Kompositionen.

Rockige Rhythmen bei der „80-er (Kult-)Tour“ und im krassen Gegensatz dazu die einfühlsame Melodie von Ed Sheerans „Perfect“ oder der Song „All I ask of you“ aus dem Musical „Phantom der Oper“ unterstrichen eindrucksvoll, welch große Bandbreite die blasmusikalische Literatur für Blasmusikorchester zu bieten hat. Wunderbar klingende Trompetentöne im Soloduett „Ein Sommertraum“ mit Nicolai Starke und Timo Ruschmann als Solisten leiteten das Finale beim Platzkonzert des Musikvereins. Die den recht kühlen Temperaturen trotzenden Zuhörer wurden am Schluss mit Evergreens wie „Wir Musikanten“ und „Auf der Vogelwiese“ belohnt.

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Erstellt:
23. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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