Wertstoffhof doch wieder im Gespräch

Rastatt (ema) – Obwohl ein Gutachter vor einem Jahr davon abgeraten hat, liebäugelt der Landkreis mit dem Bau eines weiteren Wertstoffhofs – bei Bietigheim.

An der Ecke B3/K3737, neben Hauraton, erwägt der Landkreis den Bau eines Wertstoffhofs. Die Gemeinde Bietigheim zeigt sich „ergebnisoffen“. Foto: Willi Walter

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An der Ecke B3/K3737, neben Hauraton, erwägt der Landkreis den Bau eines Wertstoffhofs. Die Gemeinde Bietigheim zeigt sich „ergebnisoffen“. Foto: Willi Walter

Der Landkreis Rastatt trägt sich jetzt doch wieder mit dem Gedanken, einen Wertstoffhof für den nördlichen Landkreis zu errichten. Im Betriebsausschuss des Kreistags nannte Landrat-Stellvertreter Jörg Peter den Standort Bietigheim.
Die Entwicklung kommt überraschend. Vor fast genau einem Jahr hatte die Kreisverwaltung noch ein Gutachten präsentiert, wonach der Bedarf mit den Standorten Oberweier und Vimbuch – ergänzend kommen die privaten Annahmestellen Hurrle (Ottenau) und Hofmann (Rastatt) hinzu – gedeckt werden könne. Statt dem Neubau eines weiteren Wertstoffhofs (geschätzte Kosten: 3,5 Millionen Euro, jährliche Betriebskosten: 600.000 Euro) plädierten die Experten dafür, die Mülldeponie Oberweier zu ertüchtigen – durch Verbesserungen mit Umbauten, mehr Personal und Technik.

Machbarkeitsstudie in Arbeit

In dem Haushalt 2021 hat der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) jetzt 910.000 Euro für einen möglichen Grunderwerb und damit verbundenen Planungsleistungen eingestellt. Ins Auge gefasst hat der AWB ein rund 6.000 Quadratmeter großes Grundstück der Gemeinde Bietigheim. Ein „Filetstück“ an der Ecke B3/K3737 direkt neben Hauraton, wie Bürgermeister Constantin Braun mit Blick auf die Verkehrslage sagt.

Die Gemeinde hatte das Grundstück in der „Oberen Hardt II“ bereits auf dem Markt angeboten, jedoch auf Wunsch des Landkreises die Vertriebsaktivitäten eingestellt, erläuterte der Rathaus-Chef im BT-Gespräch.

Verwaltung und Gemeinderat würden nun auf das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie warten, die der Landkreis im kommenden Frühjahr vorlegen wolle. „Wir sind ergebnisoffen und eher positiv gestimmt“, fasst Braun die aktuelle Bietigheimer Haltung gegenüber dem Vorhaben zusammen. Man sehe sich als Teil der „kommunalen Familie“. Und mit einem Wertstoffhof könne man die Infrastruktur für alle Menschen im nördlichen Landkreis verbessern. Sollten sich die Pläne für den Wertstoffhof verfestigen, müsse ein „besonderes Augenmerk“ auf die Verkehrslage gerichtet werden, fordert Braun: „Der Verkehrsfluss muss weiter gewährleistet sein.“


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