Wettbewerb zum Schul-Umbau in Bietigheim

Bietigheim (ser) – Der Umbau der Bietigheimer Gemeinschaftsschule in eine Grundschule steht an.15 Architekturbüros stellen bei einem Wettbewerb im Bürgersaal ihre Entwürfe vor.

Strahlende Sieger einer knappen Entscheidung, in der es um Nuancen ging: Die Architekten des Nürtinger Büros Weinbrenner, Single und Arabzadeh.  Foto: Heiner Wirbser

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Strahlende Sieger einer knappen Entscheidung, in der es um Nuancen ging: Die Architekten des Nürtinger Büros Weinbrenner, Single und Arabzadeh. Foto: Heiner Wirbser

Die Planentwürfe für den Umbau der Bietigheimer Gemeinschaftsschule in eine Grundschule mit Einfeldsporthalle kann man noch bis 13. August im Rathaus besichtigen. Aufgrund der positiven Erfahrungen aus dem Projekt Kinderhaus Schneidergarten hatte die Gemeinde sich erneut entschlossen einen Architektenwettbewerb auszuloben.
Begleitet haben die Wettbewerbsplanungen die Ingenieure Rosalia Sturm, Kathrin Mühlbauer und Roman Mieslinger vom Büro Harrer Karlsruhe. Eine Jury aus Architekten, Vertretern des Gemeinderats, Bürgermeister, Sachverständigen und Beratern bewertete die Vorschläge. Ausnahmslos, so stellte Bürgermeister Constantin Braun bei der Ausstellungseröffnung heraus, seien hervorragende Arbeiten abgegeben worden. 28 Architekturbüros hatten sich beworben, 15 davon wurden in den Bürgersaal eingeladen, wo die Architekten zusammen mit dem Preisgerichtsvorsitzenden Fred Gresens die Pläne vorstellten.

Umbau notwendig

Zuvor nahm Bürgermeister Braun die Gelegenheit wahr, auf die Notwendigkeit des Umbaus der Gemeinschaftsschule einzugehen. Die alte Grundschule bei der Kirche, so erinnerte er, kann aufgrund bautechnischer Mängel nicht saniert werden. Das Kultusministerium verweigerte die Bezuschussung eines Neubaus aufgrund fallender Schülerzahlen in der Gemeinschaftsschule. 2019 beschloss der Gemeinderat, die Gemeinschaftsschule auslaufen zu lassen und aufzuheben, sodass die Grundschule in der jetzigen Gemeinschaftsschule ein neues Zuhause finden kann. Schulleitung, Lehrerkollegium, Ganztagsbetreuung, Gemeindeverwaltung, Eltern wie auch Schüler beteiligten sich an einem sogenannten Vorplanungsprozess. Dieser sei mit ausschlaggebend gewesen für die hohe Qualität im Architektenwettbewerb.

Einklang von Bauwerk und Natur

Die Jury würdigte sechs Arbeiten, die in die engere Wahl genommen und von den Experten näher betrachtet wurden. Die Aufgabe, so Gresens, war nicht einfach, da man in bestehende Strukturen eingreifen und den gegebenen Bedingungen Rechnung tragen musste. Überzeugt war der Preisrichter von der Fülle der Ideen, die in die Planungen eingeflossen sind, etwa bei den Baukörpern, sei es in einer L- oder U-Form mit geschlossenem Schulhof, einem Laubengang oder der Idee, die Turnhalle in die Erde einzulassen. Allen Planungen achteten auf den Einklang des Bauwerks mit Natur und Umgebung, wie zum Beispiel die teilweise Begrünung der Flachdächer und die Berücksichtigung der Energieversorgung mit Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen. Die Jury war sich am Ende des Auswahlprozesses einig und konnte einstimmig die Preise vergeben. Eine Anerkennung für kreative und spannende Ansätze erhielten die Arbeiten vom Büro Schweikert Schilling aus Karlsruhe und das Buerohauser aus Altensteig. Auf dem vierten Platz sah die Jury den Entwurf von Baurconsult aus Haßfurt. Die Bronzemedaille ging an das Karlsruher Büro Adler & Retzbach.

Am besten gefiel der Jury der L-förmige Grundriss des Baukörpers, den beide Wettbewerber auf den ersten beiden Plätzen vorgeschlagen. Eigentlich haben beide Planungen die gleichen Ansätze, sodass geringfügige Nuancen den Ausschlag gaben. Für den zweiten Platz entschied man sich schließlich für das Büro Weindel aus Waldbronn, das bereits den Architekturwettbewerb für das Kinderhaus „Schneidergarten“ gewonnen hatte. Mit einer guten Raumaufteilung und einer übersichtlichen Außenfläche überzeugte das Nürtinger Planungsbüro Weinbrenner, Single und Arabzadeh, das damit das Siegermodel stellte. Erschlossen wird der Schulkomplex hier über die Tullastraße, in der auch Parktaschen eingeplant sind, wo kurzfristiges Parken möglich ist.


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