Wichtige Entscheidungen für Kindergärten

Loffenau (stj) – Die Arbeiten zum Trägerwechsel der beiden Kindergärten von der Evangelischen Kirchengemeinde zum Diakonieverband Nördlicher Schwarzwald laufen in Loffenau auf Hochtouren.

Die Zeit der Trägerschaft der Evangelischen Landeskirche in Württemberg endet im Kindergarten Kirchhaldenpfad am 31. Juli. Danach übernimmt der Diakonieverband Nördlicher Schwarzwald. Foto: Stephan Juch

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Die Zeit der Trägerschaft der Evangelischen Landeskirche in Württemberg endet im Kindergarten Kirchhaldenpfad am 31. Juli. Danach übernimmt der Diakonieverband Nördlicher Schwarzwald. Foto: Stephan Juch

Vor allem Familien mit kleinen Kindern dürften gespannt sein auf die nächste öffentliche Gemeinderatssitzung in Loffenau. Für das neue Kindergartenjahr sind von den Kommunalpolitikern Entscheidungen hinsichtlich des künftigen Betreuungsangebots und zu den Elternbeiträgen zu treffen. Ferner ist der anzuwendende Personalschlüssel festzulegen.

„Die Arbeiten zum Trägerwechsel von der Evangelischen Kirchengemeinde auf den Diakonieverband Nördlicher Schwarzwald sind in vollem Gang“, erklärt die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage. Im Zuge des Trägerwechsels biete sich die Chance, das Angebot besser auf die Bedürfnisse der Eltern abzustimmen. So können die Gruppen künftig in der Art ausgestaltet werden, dass sie im Vergleich zu jetzt maximal flexibel seien, ohne dass es zu einer Verschlechterung des aktuellen Betreuungsangebots komme. Folgende Betreuungszeiten sind von der Diakonie künftig vorgeschlagen:

- Regelbetreuung mit sechs Stunden Betreuung ohne Mittagessen.
- Verlängerte Öffnungszeiten (VÖ) mit sechs Stunden Betreuung ohne Mittagessen.
- VÖ mit sieben Stunden Betreuung mit Mittagessen.
- Ganztagsbetreuung (GT) bis 15 Uhr mit Mittagessen (acht Stunden).
- GT bis 16 Uhr mit Mittagessen (neun Stunden).

Württembergisches oder badisches Modell?

Die Diakonie und die Verwaltung gehen davon aus, dass die Nachfrage nach der Regelbetreuung bei diesen Wahlmöglichkeiten weiter zurückgehen wird. Ebenfalls sei zu erwarten, dass einige Eltern von der Ganztagsbetreuung neun Stunden auf eine geringere Anzahl an täglichen Betreuungsstunden wechseln werden, da bislang diese Wahlmöglichkeit vor allem in der Brunnengasse nicht gegeben war. „Je weniger Kinder am Nachmittag bis 16 Uhr in den Einrichtungen sind, desto größer die Entlastung in dieser Zeit für das Personal (Stichwort Randzeiten) und umso flexibler kann das Personal disponiert werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Die Elternbeiträge in der Krippe liegen in Loffenau auf dem Niveau der umliegenden Gemeinden, teilweise leicht darüber. Bei der Ganztagsbetreuung liegt Loffenau rund drei Euro je Betreuungsstunde über dem Durchschnitt, bei VÖ sind es 80 Cent. Der Verwaltungsvorschlag lautet hier, die Beiträge für die Krippe für das erste Kind nahezu zu belassen und künftig entsprechend dem Vorschlag der kommunalen Spitzenverbände jährlich anzupassen. Die nächste Anpassung steht somit zum Kindergartenjahr 2021/ 2022 an.

Die Elternbeiträge im Kindergarten (Ü 3) sind in Loffenau deutlich unter dem Niveau der umliegenden Gemeinden – vor allem die Ganztagsbetreuung, die teuerste Betreuungsform, wird vergleichsweise sehr günstig angeboten. Eine Überarbeitung der Elternbeiträge im Ü 3-Bereich sei deshalb erforderlich. Bei der Ganztagesbetreuung liegt Loffenau mit 17,44 Euro je Stunde um 6,59 Euro je täglicher Betreuungsstunde unter dem Durchschnitt; bei VÖ sind es noch 3,93 Euro Differenz. Die Beiträge, so der Vorschlag der Verwaltung, sollen schrittweise auf das Niveau der umliegenden Gemeinden angehoben werden, um sie dann künftig entsprechend der Empfehlung der kommunalen Spitzenverbände jährlich anzupassen. Dabei sei die allgemein vorgeschlagene Steigerungsrate von 2,9 Prozent für das nächste Kindergartenjahr 2021/2022 sowie (angenommene) 2,9 Prozent für das Kindergartenjahr 2022/ 2023 einzupreisen.

In den beiden Loffenauer Einrichtungen wird bei der Sozialstaffelung der Beiträge bisher das Badische Modell angewendet, das heißt, es zählen nur alle Kinder eines Haushalts, die gleichzeitig entweder den Kindergarten Brunnengasse oder Kirchhaldenpfad besuchen. Der Hort zählt nicht mit. Die kommunalen Spitzenverbände empfehlen aber das Württembergische Modell, in dem alle Kinder unter 18 Jahren eines Haushalts zählen. Während beim Badischen Modell vor allem Familien profitieren, deren Kinder altersmäßig nicht weit auseinander liegen, profitieren beim Württembergischen Modell alle Familien gleich, egal wie die Kinder altersmäßig auseinander liegen, erläutert die Verwaltung. Sie macht für die Erhebung von Elternbeiträgen ab 1. August 2021 folgenden Vorschlag: Sowohl für die Krippe als auch für den Kindergarten wurde je ein Satz je tägliche Betreuungsstunde berechnet; dieser wird mit der Anzahl der von den Eltern nachgefragten täglichen Betreuungsstunden multipliziert. Der Satz je Betreuungsstunde in der Krippe läge dann bei 40,51 Euro, im Kindergarten bei 20,29 Euro.

Die Gemeinderatssitzung mit dem Schwerpunkt Kindergartenangebot beginnt am Dienstag, 15. Juni, um 18 Uhr in der Gemeindehalle.


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