Wiedereröffnung ein Fest für ganz Lautenbach

Gernsbach (stj) – Der Förderverein des Freibads Lautenbach hat seit Herbst 2020 rund 2.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in sein „Schwimmbad mit Herz“ gesteckt. Am 28. Juli feiert es Wiedereröffnung.

Letzter Schliff: Die SIL bereitet die lang ersehnte Wiedereröffnung des Lautenbacher Schwimmbads vor. Foto: Stephan Juch

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Letzter Schliff: Die SIL bereitet die lang ersehnte Wiedereröffnung des Lautenbacher Schwimmbads vor. Foto: Stephan Juch

Was eine kleine Dorfgemeinschaft auch gegen große kommunalpolitische Widerstände zu leisten im Stande ist, zeigte Lautenbach zum Jahresbeginn 2020. Damals stand das Bad, dessen Sanierung längst beschlossene Sache war, plötzlich vor dem Aus, weil sich die finanzielle Situation der Stadt verschlechtert hatte. Doch das Dorf machte mobil, konnte mit Überzeugungskraft eine klare Mehrheit im Gemeinderat hinter sich vereinen – und feiert nun am Mittwoch, 28. Juli, die Wiedereröffnung ihres „Schwimmbads mit Herz“.

„Es ist ein echtes Schmuckstück geworden“, hörte man die fleißigen Helfer der Schwimmbad-Initiative (SIL) frohlocken, als sich viele von ihnen am Samstag zum letzten Schliff auf dem Gelände am Ende der Eichenstraße einfanden. Bevor der Förderverein am 28. Juli ab 16.30 Uhr zu einer kleinen Eröffnungsfeier einlädt, müssen noch einige Restarbeiten erledigt werden. Unter Anleitung von Vorsitzendem Matthias Mörmann sind seit Oktober vergangenen Jahres rund 2.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden in die Anlage gesteckt worden.

Zunächst waren die SIL-Aktiven beim Abbau aller alten Gerätschaften (Geländer, Beckenfolie, Technikhütte inklusive Filteranlage, Chlorhütte, Pflastersteine, Demontage der Stellfalle) im Einsatz, auch die große Linde neben dem Kiosk musste gefällt werden. Mit Letzterem, laut Mörmann einer Mammut-Aufgabe, fing alles an; wenn aus dem Holz des Baums nun ein großes SIL-Herz auf dem neuangelegten Lindenbaumplatz installiert wird, sind die Arbeiten in Eigenregie weitgehend abgeschlossen.

Schwierige Organisation der Einsätze

Durch die Corona-Vorgaben war die Organisation der Einsätze teilweise ein riesen Problem, blickt Mörmann im BT-Gespräch zurück, weil zwischenzeitlich nicht so viele Helfer gleichzeitig vorn Ort sein durften. Von daher sei es eine große Erleichterung gewesen, als die Inzidenzen im Mai / Juni zurückgegangen waren und wieder mit bis zu 15 Leuten geschafft werden konnte. Auf die tatkräftige Unterstützung seiner Mitstreiter konnte sich der Förderverein stets verlassen. So haben die Moveras oft bei Arbeitseinsätzen fleißig mitgeholfen, beim Bau der neuen Granitmauer am Lindenbaumplatz hat auch die Tanzgruppe Stellfall-Hüpfer-Schlüpfer-Schwalben mitgewirkt.

Ein großes Dankeschön richtet Mörmann insbesondere auch an den Architekten Alexander Möhrmann vom Architekturbüro Luft, der oft noch nach Feierabend vor Ort gewesen sei, um die nächsten Schritte mit dem Förderverein zu besprechen. „Möhrmann hat Lautenbacher Wurzeln“, unterstreicht sein Namensvetter ohne „h“ – auch hier zeige sich wieder die Dorfgemeinschaft in positiver Weise.

Jugendgruppe richtet „SIL-Arena“ her

Mit dieser habe man die beauftragten Firmen so gut es geht unterstützt. Parallel zu den Arbeiten der Fachleute bauten die SIL-Mitglieder die ehemalige Technikhütte an einem anderen Standort neu auf und funktionierten sie verfeinert und frisch gestrichen zur Gerätehütte um. Am Lindenbaumplatz wurden Fundamente erstellt, Leerrohre verlegt und eine Granitmauer hochgezogen. Neben Malerarbeiten installierte die SIL die zwei Außenduschen am neuen Schwimmbecken und ihre Jugendgruppe richtete den Bolzplatz wieder her – mit einer Drainage, neuen Tornetzen und einem Eingangstor mit dem Schriftzug „SIL-Arena“. Elektroinstallationen (Stromanschluss für Gerätehütte, WLAN für den Kiosk), Gipserarbeiten am Technikgebäude, die Vorbereitung für das Glasgeländer zwischen Kiosk und Becken, einige Durchbrüche für die Firmen, Ausbesserungen an der Zaunanlage sowie das Verlegen von Rollrasen und Nachsaaten runden das vielfältige Engagement der SIL im Zuge der Badsanierung ab.

Die Zusammenarbeit mit den Firmen lobt Mörmann ausdrücklich. „Die Gewerke haben alle sehr gut geklappt.“ Probleme bereiteten aber auch dem Schwimmbad einige Lieferengpässe im Materialbereich. So hoffe man, dass das Glasgeländer zwischen Schwellwog-Treff und Schwimmbecken Anfang der Woche endlich kommt. Das Becken ist nun übrigens etwas größer geworden und verfügt jetzt auch über einen Niedrigwasserbereich für Kinder.

Verein investiert knapp 20.000 Euro Eigenmittel

Neben dem Geländer, das noch installiert werden muss, gibt es von Firmenseite nur noch den Bereich vor dem Technikgebäude und den Zugang, der noch fertiggestellt werden muss. Dem Badevergnügen in Lautenbach steht also kaum noch etwas im Weg. Das Kostenvolumen des Gesamtprojekts war mit 990.000 Euro kalkuliert. Die SIL hat knapp 20.000 Euro aus eigenen finanziellen Ressourcen beigesteuert, rechnet Mörmann zusammen.


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