Wilde Brombeere auf dem Schlecksel-Thron

Gernsbach (vgk) – Manuela Warth und Elke Matz freuen sich zum zweiten Mal über den Gewinn des beliebten Gernsbacher Marmeladen-Wettbewerbs.

Fachkundige Jury: (von links) Bernd Werner, Sabine Katz, Claus Neumann und Jasmin Christ. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Fachkundige Jury: (von links) Bernd Werner, Sabine Katz, Claus Neumann und Jasmin Christ. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Auf die Brombeere, eine vom Geschmack her nicht ganz einfache Frucht, hatten sich die 21 Teilnehmer am Schlecksel-Wettbewerb 2020 einzulassen. Gernsbachs bestes Marmeladen-Rezept kreierte mit „Wilde Brombeere“ das Team Elmars, die Freundinnen Manuela Warth und Elke Matz, beide aus Gernsbach. Die Marmeladen-Köchinnen gingen bereits 2018 als Siegerinnen über die Ziellinie. Sie dürfen sich jetzt nicht nur auf ein Fünf-Gänge-Menü im Gourmet-Restaurant von Bernd Werner auf Schloss Eberstein freuen, sondern auch über einen Kochkurs mit dem Sternekoch.

Auf dem zweiten Platz landete die Marmeladenkreation „Brombeerdämmerung“ der Gernsbacherin Monika Binder. Auf sie wartet ein Geschenkkorb der Berliner Marmeladenmanufaktur Marmelicious. In ihren Hallen wird jährlich die „Sieger-Schlecksel“ für den exklusiven Verkauf in der Schatzinsel produziert.

Eine ganze Reihe von Preisen heimste Constanze Wildersinn aus Gaggenau ein. Mit ihrer Kreation „Blackberry Coconut Jam“ konnte sie gleich in mehrfacher Hinsicht punkten: Einen Sonderpreis erhielt sie für die schönste Dekoration namens Brombeere-Rosenduft – ein Ensemble aus Brombeerblättern, Rosen unterschiedlichen Aussehens und gehäkelten Brombeeren. Für die Jury überraschend war zudem die Kombination von Brombeere mit Kokos, womit sich Wildersinn auch den Überraschungspreis sicherte, ebenso wie den dritten Platz und einen Geschenkkorb der Stadt Gernsbach. Die Drittplatzierte nahm nach eigener Aussage zum ersten Mal an der Marmeladen-Kür teil.

Publikumspreis fällt Corona zum Opfer

Der diesjährige Mut-Preis ging an Jenniver Neumann, Gernsbach, für „Brombeere-Borettane“. Eine mutige Mischung aus Beere, Zwiebel und Balsamico-Essig, wie Wettbewerbsinitiatorin Sabine Katz ausführte. Das schönste Etikett sowie Geschichte dazu hatte Claudia Himmel aus Baden-Baden mit Brombeere-Ballett zu bieten. Sie erzählt von einem Straßenkind (Brombeere), das ein Tänzchen mit der Primaballerina Tahiti-Vanille wagt. Die zwölfjährige Annalisa Körner (Gernsbach) erkochte sich mit „Wilde Baronia“ den Nachwuchspreis. Dieser soll eine Aufforderung an alle jungen Menschen sein, sich an dem Marmeladen-Kochwettbewerb zu beteiligen, wie Werner ausführte.

Einfluss auf die anonym durchgeführte Bewertung nehmen Geschmack, Optik und Dekoration. Außerdem spielen Geschichten oder Gedichte eine Rolle. Coronabedingt nicht vergeben werden konnte der Publikumspreis, wie die Jurymitglieder Jasmin Christ, Werner, Katz und der Vorjahressieger Claus Neumann darlegten. Ebenfalls hatte die Jury auf Marmelicious-Geschäftsführer Falk Rahn zu verzichten, der zuhause in Berlin bleiben musste. Über Telefon wurde versucht, die Gewinner während der Pressekonferenz zu erreichen, was nicht in jedem Fall klappte. Dennoch müssen die Marmeladenfans nicht auf die Wettbewerbskreationen verzichten. Der Erlös ihres Verkaufs fließt einem guten Zweck zu.

Auch hofft die Jury, die Siegermarmelade Anfang Dezember auf dem Gernsbacher Wochenmarkt verkaufen zu können. Bürgermeister Julian Christ wird den Verkauf organisieren. Damit arbeitet das Stadtoberhaupt eine über ihn von den Waldschäddern an der Fastnacht verhängten Strafe ab.


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