Wildtierpflegestation Mittelbaden jetzt mit Vereinsstatus

Bischweier (sawe) – Die Wildtierpflegestation Mittelbaden auf Bischweierer Gemarkung ist jetzt ein eingetragener Verein. Die seit Monaten andauernde Suche nach einem Alternativstandort geht weiter.

Fast täglich werden kranke oder verletzte Wildtiere, wie diese beiden Marder, bei der Station in Bischweier abgegeben. Foto: Markus Koch

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Fast täglich werden kranke oder verletzte Wildtiere, wie diese beiden Marder, bei der Station in Bischweier abgegeben. Foto: Markus Koch

Sitz des Vereins ist Muggensturm, dem Wohnort des Vorsitzenden Wolfgang Huber. Der spricht angesichts der Eintragung ins Vereinsregister von einem deutlichen Signal und offenbart weitere Pläne. Der Verein beabsichtigt, Anteilseigner des bislang in Privatbesitz befindlichen Anwesens in Bischweier zu werden, um die Eigentümerin besser unterstützen zu können. „Als Miteigentümer sind wir dann rechtlich zuständig und können mitbestimmen, was mit dem Gelände passiert“, zeigt Huber den Vorteil auf. Wie berichtet, ist die Wildtierstation an ihrem Standort in Bischweier noch bis Sommer 2022 geduldet, für die ungenehmigten Bauten liegt eine Abrissverfügung vor, gegen die Eigentümerin Anja Starck Widerspruch beim Regierungspräsidium eingelegt hat.

Während in der Station die Arbeit weitergeht und verletzte, schwache, kranke und andere hilfsbedürftige Wildtiere betreut und aufgepäppelt werden, die wohl ohne diese Hilfe kaum Überlebenschancen hätten, geht die Suche nach Standortalternativen weiter. An die 20 im Landkreis seien bisher in der Diskussion, berichtet Huber. Es habe Gespräche gegeben, und es gibt sie weiterhin – auch mit Blick auf zwei Standorte in zwei Kommunen, die vielversprechend erscheinen. Konkret sei aber noch nichts. „Wir wollen eine absolut legale und gesicherte Lösung und streben einen Standort an, den wir erwerben können“, machte Huber im BT-Gespräch deutlich, dass man auf keinen Fall ein Gelände nur pachten wolle. Der Verein sei offen für alle Angebote, „die baurechtlich machbar und ohne Altlasten sind“. Derzeit sei man dabei, die Planung für die neue Wildtierstation mit ihrem Bedarf an Volieren und Gehegen fertigzustellen. Außerdem werde man eine Werbeaktion starten, um weitere Mitstreiter und Fördermitglieder zu gewinnen. Die Wildtierpflegestation Mittelbaden zählt laut Huber rund 100 Mitglieder.

Weil die Station an ihrem jetzigen Standort in Bischweier nur geduldet ist, darf sie auch nicht erweitert werden. So mussten schon Tiere an andere Stationen vermittelt werden, weil die Aufnahmekapazität erschöpft war, informiert der Vorsitzende. Der Einzugsbereich der Station geht weit über den Landkreis Rastatt hinaus. Dieser habe nun Hubers Angaben zufolge der Wildtierstation eine jährliche Unterstützung in Höhe von 500 Euro in Aussicht gestellt. „Man hält uns finanziell kurz und hat gleichzeitig große Ansprüche an uns. Da wir bisher gut gearbeitet haben und es auch keine Beanstandungen gab, ist das einfach zu wenig“, kommentiert er die Offerte. Erforderlich wäre vielmehr ein Betrag im Bereich von etwa 30.000 Euro im Jahr.

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Erstellt:
28. September 2021, 14:00 Uhr
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