„Wilhelm Tell“ wird die Hauptattraktion der nächsten Saison

Ötigheim (manu) – Die Volksschauspiele haben ein schwieriges Jahr hinter sich. Jetzt soll 2022 endlich der Klassiker „Wilhelm Tell“ nachgeholt werden.

Wilhelm Tell in der Fußgängerunterführung beim Ötigheimer Bahnhof: Der Klassiker zählt zum Programm im kommenden Jahr. Foto: Manuela Behrendt

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Wilhelm Tell in der Fußgängerunterführung beim Ötigheimer Bahnhof: Der Klassiker zählt zum Programm im kommenden Jahr. Foto: Manuela Behrendt

„Wenn man nicht direkt auf Menschen zugeht, ist das Werben von neuen Mitstreitern sehr schwierig“, resümierte Stiftungspräsident Jürgen Bäuerle am Mittwochabend im Rastatter Kreistagssaal bei der Jahreshauptversammlung der Josef-Saier-Stiftung die Situation der Gönner des Ötigheimer Theatervereins. Die Pandemie habe die Tätigkeit der Stiftung, die stabil 180 Mitglieder aufweise, „sehr stark beeinträchtigt“. Respekt und Dank zollte Bäuerle den Volksschauspielen (VSÖ) für den unter umfangreichen Hygienebedingungen gestalteten, „absolut runden“ Theatersommer. „Die Volksschauspiele haben ein schwieriges Jahr erfolgreich gemeistert“, schlussfolgerte Bäuerle.

VSÖ-Vorsitzender Erich Penka schilderte die „kurzfristig im Februar zeitlich sportlich gestarteten Planungen für einen Alternativsommer“ und den damit verbundenen „sehr, sehr großen Aufwand“. Seinen speziellen Dank richtete er an die „sehr einsatzwilligen Verantwortlichen“ des Teams der Abteilung Spielbetrieb. Da man nur ein Viertel des Zuschauerraums besetzen durfte, seien die Einnahmen der VSÖ „recht bescheiden“. Ein Defizit sei unumgänglich.

Saier-Medaille für Gerhard Kiefer

Zum Theatersommer 2022 informierte Penka, als Abendvorstellung kehre das Musical „Der kleine Horrorladen“ zurück. Auch die Streiche von „Max und Moritz“ sind erneut zu sehen. Als Hauptattraktion steht „Wilhelm Tell“ auf dem Spielplan. Man ist festen Willens, endlich das zweifach verschobene Jubiläum des Traditionsstücks nachzuholen und die für den Anlass gefertigte „Tell“-Statue aufzustellen.

Nach dieser schönen Perspektive holte Schatzmeister Ralph Ganz die Stiftungsmitglieder auf den rauen Boden der ebenfalls mauen Finanzlage zurück. Er bezifferte die Einnahmen zum Jahresende 2020 mit 14.419 Euro. Ausgaben schlugen mit 24.336 Euro zu Buche, weil man den VSÖ einen Betrag von 20.000 Euro als Coronahilfe zur Verfügung stellte. Die Einnahmen im laufenden Kalenderjahr liegen aktuell bei rund 20.000 Euro, wie Ganz ausführte. Ausgegeben habe man 1.000 Euro. Stiftungspräsident Bäuerle schlug vor, über eine weitere größere Zuwendung an die VSÖ erst bei der nächsten Vorstandssitzung zu befinden, da seitens des Theatervereins die Abrechnung in Verbindung mit den Landesfördergeldern noch anstehe. Die VSÖ-Jugendarbeit allerdings werde man mit dem üblichen Betrag von 1.500 Euro stützen.

Um die Gönner neu zu motivieren und die Mitgliederbindung zu stärken, plant die Stiftung am 29. April einen Kameradschafts- und Ehrungsabend unter freien Himmel rund um das Tellplatz-Casino. In diesem Rahmen erhält Gerhard Kiefer die Josef-Saier-Medaille für sein langjähriges, besonderes Engagement im Theaterverein. Seit über 30 Jahren war er bis zum diesjährigen Sommer Chef der Saalordner, koordinierte und organisierte als „Fels in der Brandung“ 25 Mitarbeiter, hatte Kontakt zu mehreren Tausend Zuschauern. Er leitete Führungen auf dem Tellplatz und war zudem in den Jahren 2000 bis 2014 für die Blumenpflege in den Beeten der Freilichtarena verantwortlich.


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