Wim Wenders dreht in Ottersdorf

Rastatt (dm) – Der deutsche Star-Regisseur Wim Wenders dreht einen Dokumentarfilm über den Künstler Anselm Kiefer und kommt dafür mit seiner Crew auch nach Ottersdorf.

Das frühere Ottersdorfer Schullehrerhaus, das Anselm Kiefer zurückgekauft hat. Sein Vater hatte an der örtlichen Schule seine Laufbahn als Kunstpädagoge begonnen. Foto: Alena Wacker

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Das frühere Ottersdorfer Schullehrerhaus, das Anselm Kiefer zurückgekauft hat. Sein Vater hatte an der örtlichen Schule seine Laufbahn als Kunstpädagoge begonnen. Foto: Alena Wacker

Da schlagen Filmfan-Herzen höher: Der deutsche Star-Regisseur Wim Wenders dreht zwischen Donnerstag und Samstag im Rastatter Ortsteil Ottersdorf. Die Aufnahmen entstehen für einen Dokumentarfilm über Künstler Anselm Kiefer, der einst hier aufgewachsen ist.

Im früheren Schullehrerhaus in Ottersdorf hatte die Familie gelebt, als Vater Albert seine Laufbahn als Kunstpädagoge nach dem Zweiten Weltkrieg an der Schule des Rieddorfs begann. Inzwischen hat der weltbekannte Maler und Bildhauer, der überwiegend in Südfrankreich lebt und arbeitet, dieses Haus von der Stadt Rastatt gekauft. Dort soll offenbar nach seinem Wunsch ein Museum entstehen (wir berichteten). Ob und wann der inzwischen 76-jährige Kiefer für die anstehenden Aufnahmen selbst nach Ottersdorf kommt, sei noch nicht bekannt, hieß es gestern.

Von Wenders Filmproduktionsfirma Roadmovies GmbH waren Anwohner der Friedhofstraße und der Rheinstraße bereits Ende vergangener Woche per Infoblatt über – nicht näher benannte – Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm informiert worden. Darin angekündigte, vom städtischen Ordnungsamt bereits genehmigte Straßensperrungen sollen nun indes nicht mehr erforderlich werden, wie eine PR-Agentin gestern dem BT sagte.

Bereits am Sonntag auf Stippvisite im Ried

Unterdessen weilte Regisseur Wenders mit Filmcrew am Sonntag bereits im Ried, wie ein Anwohner berichtet, der am Hoftor zwei, drei Sätze mit ihm gesprochen hat. Wenders, ebenfalls 76, erreichte mit Filmen wie „Paris, Texas“ oder „Der Himmel über Berlin“ ab den 1980er Jahren weltweite Bekanntheit. Er dreht sowohl Spiel- als auch Dokumentarfilme, ist mehrfach preisgekrönt und wurde im Jahr 2000 für „Buena Vista Social Club“ auch für den Oscar nominiert (Kategorie bester Dokumentarfilm); 2018 drehte er die Doku „Papst Franziskus: Ein Mann seines Wortes“. Arbeitstitel der nun entstehenden Kiefer-Dokumentation: „Das Rauschen der Zeit“.

Anselm Kiefer zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstlern nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Werke wurden und werden auf internationalen Kunstausstellungen sowie in vielen Museen Europas, Japans und der Vereinigten Staaten von Amerika gezeigt; Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Rastatt hat der mit vielen Preisen und Ehrungen ausgezeichnete Künstler bereits mit der Schenkung mehrerer Werke unterstrichen. Am prominentesten ist die Collage „Wege der Weltweisheit: die Hermannsschlacht“, die in der städtischen Galerie Fruchthalle hängt.

Künstler Anselm Kiefer. Foto: Marijan Murat / dpa

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Künstler Anselm Kiefer. Foto: Marijan Murat / dpa

Filmregisseur Wim Wenders. Foto: Markus Scholz / dpa

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Filmregisseur Wim Wenders. Foto: Markus Scholz / dpa

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
30. August 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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