Windeck-Gymnasium beteiligt sich an Klima-Aktionstag

Bühl (jure) – Von Energierallye bis Rollenspiel: Beim landesweit ersten Klima-Aktionstag setzt auch das Windeck-Gymnasium Bühl ein Zeichen. Ziel war ein spielerischer Umgang mit dem Thema Klimawandel.

Beim Klima-Aktionstag werden im Windeck-Gymnasium eine ganze Menge neuer Ideen entwickelt, um dem Klimawandel zu begegnen. Foto: Judith Feuerer

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Beim Klima-Aktionstag werden im Windeck-Gymnasium eine ganze Menge neuer Ideen entwickelt, um dem Klimawandel zu begegnen. Foto: Judith Feuerer

„Dieser Tag ist eine besondere Chance für uns und auch eine Ehre“, erklärten die Umweltmentoren unter Beifall von Hunderten Schülern gestern in der Aula des Windeck-Gymnasiums. Gemeinsam mit Organisatorin Doreen Hamm eröffneten die Umweltmentoren „Green Heroes“ den ersten Klima-Aktionstag des Landes Baden-Württemberg und vermutlich auch bundesweit einmaligen Tages.
„Ihr sollt heute einmal auf andere Art mehr über den Klimawandel erfahren“, erläuterte die Lehrerin für naturwissenschaftliche Fächer die Intention des Tages. Dafür hatte Hamm in den letzten Monaten über 60 Veranstaltungen organisiert und Referenten von Lübeck über Berlin, Paris, Freiburg und der Region gewinnen können. „Es muss uns allen klar sein, welche Bedeutung der Klimawandel hat, wie gefährlich er für die Menschheit, aber auch für jeden einzelnen von uns ist“, forderten die „Green Heroes“ ihre Mitschüler auf, den Tag zu nutzen, Ideen zu entwickeln und sich ganz praktisch mit möglichen Handlungsfeldern auseinanderzusetzen.

Wo unnötig Licht brennt

Die ältesten Umweltmentoren der über 80-köpfigen Gruppe luden die Sechstklässler zu Energierallyes ein, um ihnen zu verdeutlichen, wie auch Kinder schon zum Stromsparen beitragen können. Wie viel CO2 täglich in der Schule verbraucht wird, welches die hauptsächlichen Emmissionstreiber sind, erkundeten Siebtklässler, die nach einer Einführung durch Greenpeace schließlich im Schulhaus unterwegs waren, um einen Blick auf Geräte im Stand-by-Betrieb zu werfen, wo unnötig Licht brennt oder ein Wasserhahn tropft. In einem anderen Raum setzten sich die Schüler mit dem Zusammenhang zwischen Klima und Klamotten auseinander und verteilten als Umwelt- und Sozialschiedsrichter rote Karten, nachdem sie den Weg von der Baumwollplantage bis hin zum T-Shirt nachvollzogen hatten. Auch beim Upcycling-Projekt wurde zunächst ein Blick auf das Etikett geworfen, um festzustellen, wo das Kleidungsstück eigentlich herkommt.

Wenn das Klima kippt: Bühler Schüler machen das Kippen mit einem Modell anschaulich.  Foto: Judith Feuerer

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Wenn das Klima kippt: Bühler Schüler machen das Kippen mit einem Modell anschaulich. Foto: Judith Feuerer

Anschaulich und lebensnah waren die Projekte gerade auch bei den jüngeren Schülern ausgerichtet. Kreatives Denken erforderte das Klimakit von Greenpeace bei den achten Klassen, die durch Inspirationskarten Aktionen entwickeln sollten. So kam die Idee auf, einen Klimaweg in Bühl zu initiieren, während eine andere Gruppe überlegte, wie eine Firma gegründet werden könnte, die aus Plastikmüll Kleidung herstellt. Neuntklässler testeten den Klimakoffer der Deutschen Physik-Gesellschaft, der Material anbot, um in Experimenten modellhaft nachzuvollziehen, in welchem Zusammenhang CO2 und Temperatur stehen. Die Neuntklässler bekamen zudem die Chance, neues Lehrmaterial, auszuprobieren und zu bewerten. Ein bisschen an Monopoly erinnerte das Klimaspiel „Keep Cool“, bei dem die Schüler den Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Wirtschaft auf spielerische Weise erkannten und je nach Land, das sie vertraten, agieren mussten. In verschiedene Rollen schlüpfen und debattieren, das war auch bei den Kabinettssitzungen sowie beim Climate Action Simulationsspiel gefordert.

Ein außergewöhnliches Projekt hatte Professor Thomas Hoffmann initiiert, der an diesem Morgen eine Weltklimakonferenz mit Schülern aus Bühl, Mexiko, Südafrika, Indien und Japan abhielt, damit ein internationales Netzwerk entsteht. Über fünf Stunden tauschten sich die Schüler über die Situationen in ihren Ländern aus und versuchten gemeinsam globale Ideen zu entwickeln.

Am Nachmittag konnte ein positives Fazit gezogen werden. Die Klimaschule ist ihrer Auszeichnung mehr als gerecht geworden und hat landesweit Zeichen gesetzt, wie sich der Nachwuchs mit Klimaschutz auseinandersetzen kann.

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Erstellt:
17. September 2021, 20:00 Uhr
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