Windeck-Sanierung in Bühl wird wohl abgespeckt

Bühl (sre) – Weil sich die Kosten in Sachen Windeck-Sanierung auf rund 35 Millionen Euro gesteigert haben, will die Verwaltung nur Teile des Entwurfs umsetzen.

Die moderne Eingangshalle soll gleichzeitig als Aula dienen: Zumindest diesen Teil des Projekts würde OB Hubert Schnurr gern umsetzen. Visualisierung: Architekturbüro Dasch Zürn + Partner

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Die moderne Eingangshalle soll gleichzeitig als Aula dienen: Zumindest diesen Teil des Projekts würde OB Hubert Schnurr gern umsetzen. Visualisierung: Architekturbüro Dasch Zürn + Partner

Der Schock saß tief Anfang August, als der Kostenrahmen fürs Windeck-Gymnasium vorlag und klar war: Die seit Jahren geplante Sanierung würde in der gewünschten Form etwa 35 Millionen Euro kosten – rund doppelt so viel wie angenommen. Kommende Woche soll sich der Bühler Gemeinderat mit dem weiteren Vorgehen befassen. Die Idee der Verwaltung: Es soll nur ein Teil des Entwurfs umgesetzt werden, damit das Geld reicht.

Im Mai dieses Jahres hatte der Gemeinderat noch einstimmig für den architektonischen Vorentwurf für das Projekt gestimmt. Damals wurde auch beschlossen, darauf aufbauend eine genauere Kostenberechnung für alle Gewerke erarbeiten zu lassen. Man war bereits davon ausgegangen, dass die grob veranschlagten 17,6 Millionen Euro, von denen in der 2018 im Gemeinderat vorgestellten Machbarkeitsstudie die Rede gewesen war, nicht ausreichen dürften. Doch dass die Summe so viel höher ausfallen würde, kam auch für Oberbürgermeister Hubert Schnurr unerwartet, wie er im BT-Gespräch berichtet. Für ihn ist klar: 35 Millionen Euro kann die Stadt nicht ausgeben. „In der momentanen finanziellen Situation müssen wir die Dinge mit Augenmaß angehen“, betont er.

So war im Wettbewerbsentwurf die Außengestaltung des Ostflügels vorgesehen. Ob es so kommt und ob auch die Außenhülle der Fachräume angepasst wird, muss sich zeigen. Visualisierung: Architekturbüro Dasch Zürn + Partner

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So war im Wettbewerbsentwurf die Außengestaltung des Ostflügels vorgesehen. Ob es so kommt und ob auch die Außenhülle der Fachräume angepasst wird, muss sich zeigen. Visualisierung: Architekturbüro Dasch Zürn + Partner

Für die Verdoppelung der Kosten macht Schnurr die allgemeinen Preiserhöhungen im Bausektor verantwortlich. Schon im August hatte er erläutert, dass zudem der gewünschte hohe Energiestandard nicht günstig zu haben ist: Die Planung hatte für die Klima-Schule den Passivhaus-Standard vorgesehen. Das ist einer der Punkte, an denen nun gespart werden könnte. „Eine Verbesserung der Klimabilanz wird es geben“, versichert Schnurr – allerdings nicht in der „absoluten Form“, die eigentlich geplant war.

Insgesamt verfolgt die Verwaltung die Strategie, sich bei der Sanierung auf „das Notwendigste“ zu beschränken und auf die Bereiche zu verzichten, die nur „nice to have“ (nett zu haben) sind, wie es der OB formuliert. „Wir haben drei Knackpunkte“, macht Schnurr klar: Erstens gebe es einen erheblichen Sanierungsstau in den Klassenzimmern, zweitens liege ein sehr guter Entwurf als Ergebnis des Architekturwettbewerbs vor und drittens habe man einen gewissen finanziellen Rahmen von rund 18 Millionen Euro. Diese drei Punkte müsse man unter einen Hut bringen.

„Jetzt müssen wir schauen, wie weit wir kommen“

Dafür, das schlägt die Verwaltung auch dem Gemeinderat als Lösungsmöglichkeit vor, will man nun das Architekturbüro beauftragen, das auch den Wettbewerb gewonnen hat. Dieses soll bis Ende des Jahres einen Vorschlag erarbeiten, wie man auf Grundlage des Wettbewerbsentwurfs zumindest den Klassentrakt und das Foyer auf Vordermann bringen könnte. Letzteres sollte so umgestaltet werden, dass es künftig auch als Aula dienen könnte. Es ist das Herzstück des architektonischen Entwurfs, an dem Schnurr gern festhalten würde.

Am sanierungsbedürftigsten sei der Klassentrakt, führt er weiter aus. Die Fachräume seien dagegen noch in einem guten Zustand. Deshalb sollte der naturwissenschaftliche Bereich schon in der Ursprungsplanung innen nicht verändert werden – dort soll es nur ein neues Dach und eine neue Fassade geben. Diese Anpassung der Außenhülle in dem Bereich könnte zum Beispiel vorerst gestrichen werden, erläutert Schnurr. Wünschenswert sei eine Planung, die man „in Modulen umsetzen“ kann: Dann könnte man nun mit den wichtigsten Bereichen starten und vielleicht weitere zu einem späteren Zeitpunkt ergänzen. Zumindest derzeit sei bei 18 Millionen Schluss. „Jetzt müssen wir schauen, wie weit wir kommen.“

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
22. September 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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