Winfried Hermann fordert europäische Stromnetzwerke

Baden-Baden/Stuttgart (fk) – Im BT-Interview geht Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) davon aus, dass es zukünftig europäische Netzwerke zur Erzeugung von Strom geben muss.

Fordert europäische Stromnetzwerke, „vielleicht auch mit Nordafrika“, Verkehrsminister Winfried Hermann. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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Fordert europäische Stromnetzwerke, „vielleicht auch mit Nordafrika“, Verkehrsminister Winfried Hermann. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) geht davon aus, dass es zukünftig europäische Netzwerke zur Erzeugung von Strom geben muss. Auch Nordafrika dürfe man dabei nicht außer Acht lassen. Das sagte Hermann dem Badischen Tagblatt im Interview. „Wenn wir ehrlich sind, stellen wir fest, dass unsere gesamte Mobilität aktuell auf Importen aus zum Teil unmöglichen Staaten, die keine Demokratien sind, basiert.“ Das sei nicht länger tragbar, auch und vor allem vor dem Hintergrund, dass der Verkehr zunehmend mit elektrischen Antrieben oder Wasserstoff, der bei der Herstellung viel Strom benötigt, ablaufen werde.

Im Bundesklimaschutzgesetz ist eine Reduktion der Treibhausgasemissionen in Deutschland sektorübergreifend bis 2030 um 55 Prozent und im Verkehr um 42 Prozent gegenüber 1990 gesetzlich verankert. Für den schweren Straßengüterverkehr wird im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung das Ziel formuliert, dass bis 2030 etwa ein Drittel der Fahrleistung elektrisch oder auf Basis strombasierter Kraftstoffe erbracht werden soll. Hermann glaubt angesichts dessen, „dass wir im Pkw-Sektor und im leichten Lkw-Bereich in den nächsten Jahren vor allem batterieelektrische Fahrzeuge haben.“ I Flugverkehr rechnet der Minister indes eher mit dem Einsatz synthetischer Kraftstoffe. Im schweren Lkw-Verkehr sieht er die Zukunft zunächst, wie er dem BT sagte, in der Oberleitungstechnologie und zukünftig in einer Kombination mit der Wasserstoff-Brennstoffzelle.

„Die dafür nötige Basis-Energie werden wir nicht allein in Deutschland erzeugen können, sondern wir brauchen unbedingt ein europäisches Kooperationsnetzwerk, das unter Umständen auch die nordafrikanischen Staaten mit einbezieht.“ Dieses neue Netz müsse sich vor allem auf sonnen- und windreiche Staaten konzentrieren. Dort könne dann vor Ort Wasserstoff produziert werden, der anschließend nach Deutschland exportiert werden könne.

Durch den Aufbau einer Industrie zur Produktion synthetischer Kraftstoffe in den nordafrikanischen Staaten mithilfe von Strom aus Wind und Sonne würden zudem, so Minister Hermann, ganz neue Möglichkeiten für Jobs und regionalen Wohlstand geschaffen. Das könne helfen, die politische Lage zu stabilisieren und Menschen von der Flucht übers Mittelmeer abhalten.

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Erstellt:
7. Dezember 2020, 17:59 Uhr
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