Winter-Frust beim Skiclub Hundsbach

Forbach (stj) – Der Skiclub Hundsbach blickt verärgert auf die aktuelle Situation und fürchtet weiteren Aderlass beim Nachwuchs.

Der Skiclub Hundsbach ist total verärgert, weil er nicht trainieren darf, während sich wie hier auf Unterstmatt am 26. Dezember Hunderte Tagestouristen vergnügen. Foto: Bernhard  Margull

© bema

Der Skiclub Hundsbach ist total verärgert, weil er nicht trainieren darf, während sich wie hier auf Unterstmatt am 26. Dezember Hunderte Tagestouristen vergnügen. Foto: Bernhard Margull

Kinder dürfen kein Skifahren, sehen aber nahezu täglich, wie sich Blechlawinen zu ihren heimischen Pisten hinaufwälzen, wo sich zig Tagestouristen vergnügen. Das ist schwer zu erklären, ärgert sich Hansjörg Albrecht über die Situation in Hundsbach. Er ist seit 20 Jahren Vorsitzender des örtlichen Skiclubs, der normalerweise auf Unterstmatt und am Seibelseckle trainiert.

„Wir haben Konzepte erstellt, alles gemacht, um den Corona-Anforderungen gerecht zu werden, und auf den Winter gehofft“, blickt Albrecht auf die schwierigen Saisonvorbereitungen zurück. Jetzt ist der Schnee da, aber die Lifte stehen still – trotzdem herrscht Hochbetrieb auf den Höhenlagen. „Das verstehe ich nicht“, ärgert sich Albrecht: „Fremde dürfen hier oben alles machen, gehen dann – und Corona lassen sie möglicherweise hier.“ Selbst sei man beim Skiclub „schon sehr streng“, was die Einhaltung der Corona-Regeln anbelangt, versichert der Vorsitzende. Dennoch hätte man in Absprache mit den Liftbetreibern Training für den Nachwuchs ermöglichen und Skikurse anbieten können. Aber während der Nationalpark Schwarzwald damit wirbt, dass die Loipen gespurt sind, bleibt ihnen ihr geliebtes Hobby in Corona-Zeiten verwehrt.

Von 260 Einwohnern sind 200 im Skiclub

Der Verein, dem Albrecht vorsteht, leide ohnehin stark unter der Pandemie, weil die Einnahmen aus Veranstaltungen (allen voran aus dem dreitägigen Waldfest Ende Juli) fehlen. Deshalb habe er schon die Förderungen zurückfahren müssen, die man sonst Mitgliedern im Bedarfsfall für die Anschaffung von Skiausrüstung oder auch für den Kauf von Liftkarten gewährt. Seit im Nordschwarzwald die Schneelage im Winter unsicher ist, habe der Ski-Club Hundsbach Nachwuchsprobleme, die sich nun potenzieren, sollte das coronabedingte Liftverbot weiter Bestand haben.

Als die Vorsaison daheim so gut wie komplett ins Wasser fiel, ist man in die Alpen ausgewichen, um wenigstens ein paar Rennen veranstalten zu können. Gerade im Alpinbereich hat der rührige Verein, der bei rund 260 Einwohnern in Hundsbach auf die stolze Mitgliederzahl von 200 (davon rund 30 Aktive) blicken kann, immer wieder auch überregionale Erfolge vorzuweisen. Daran anzuknüpfen wird natürlich immer schwieriger, je mehr Winter flachfallen. Das heimische Training auf dem Stützpunkt am Seibelseckle und auf Unterstmatt ist nicht zu ersetzen. Umso ärgerlicher für Albrecht und seine Vereinskameraden, dass dieses Jahr Schnee liegt und sie trotzdem zum Nichtstun verdammt sind.

Zum Artikel

Erstellt:
1. Januar 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.