Wintersdorf: Filter gegen PFC auf Sportplatz

Rastatt (dm) – Mit einer Aktivkohlefilteranlage will die Stadt Rastatt die PFC-Problematik beim Sport-Club Wintersdorf in den Griff bekommen. Darüber soll nun der Gemeinderat entscheiden.

Der Wintersdorfer Club ist nicht ans Trinkwassernetz angeschlossen, sondern wird aus einem Brunnen versorgt. Der ist allerdings mit PFC belastet. Foto: Frank Vetter

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Der Wintersdorfer Club ist nicht ans Trinkwassernetz angeschlossen, sondern wird aus einem Brunnen versorgt. Der ist allerdings mit PFC belastet. Foto: Frank Vetter

Der SC ist nicht ans örtliche Trinkwassernetz angeschlossen, sondern wird über einen Brunnen versorgt. Nachdem festgestellt worden war, dass das Grundwasser in dem Riedstadtteil mit perfluorierten Chemikalien (PFC) belastet ist, hatte das Gesundheitsamt im September vergangenen Jahres auch Proben aus diesem Brunnen auf dem Sportgelände entnommen. Ergebnis: Es wurden Werte festgestellt, wonach das Wasser für Menschen „nicht mehr lebenslang gesundheitlich duldbar“ sei und die Abgabe an Risikogruppen untersagt wurde. Außerdem können sich bei der Beregnung mit PFC-haltigem Wasser Schadstoffe in Boden und Pflanzen anreichern. Daher durfte zunächst nur noch mit reduzierter Menge bewässert werden.

Zwar hatten sich die Werte im März verbessert – der Verein muss alle sechs Monate eine Analyse durchführen lassen –, woraufhin die Nutzungsuntersagung und Beschränkung zwischenzeitlich aufgehoben wurde. Doch die Werte schwanken, unter anderem aufgrund einer diffusen Grundwassersituation, der jahreszeitlich unterschiedlichen Wasserstände und der Durchlässigkeit des Boden, so die Stadtverwaltung.

Eine Lösung muss also her, um die Ausbringung von PFC-haltigem Wasser künftig zu verhindern. Und die soll nun anders aussehen als etwa im Münchfeld, wo der FC Rastatt 04 und der Bouleclub im November 2019 ebenfalls von der PFC-Verseuchung eingeholt wurden. Dort entschied man sich damals für den Bau einer Trinkwasserleitung als wirtschaftlichere Variante. Kostenpunkt: Rund 45.000 Euro. In Wintersdorf würde der Anschluss ans Trinkwasser indes bei rund 185.000 Euro liegen. Daher plädiert die Stadt für eine Aktivkohlefilteranlage, deren Kauf und Inbetriebnahme mit rund 85.000 Euro zu Buche schlagen. Der Badische Sportbund würde bis zu 18.000 Euro zuschießen, die Stadt einen Sonderzuschuss von rund 67.000 Euro übernehmen. Auch über zehn Jahre betrachtet, sei die Anlage wirtschaftlicher als der Anschluss ans Trinkwassernetz.

Für die Zubereitung von Speisen und Getränken müsste Trinkwasser in Flaschen und Behältern genutzt werden. Dies stelle für den normalen Gaststättenbetrieb jedoch kein Problem dar, so der Verein.

Sollte das Sportgelände eines Tages aufgegeben werden – wie berichtet, sondieren die Rieder Fußballvereine Möglichkeiten für eine eventuelle Fusion –, könnte die Anlage theoretisch auch an einem anderen Standort eingesetzt werden.

Der Gemeinderat wird sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen, das eigentlich schon in der vergangenen Woche auf der Tagesordnung stand. Ehe der Punkt aufgerufen wurde, waren aber beinahe schon vier Stunden verstrichen. Aufgrund der vorgerückten Stunde wurde er daher verschoben.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
7. Oktober 2021, 13:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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