Wintersdorf will eigenständige Schule

Rastatt (die) – Wintersdorf möchte wieder eine eigenständige Grundschule haben und nicht Außenstelle der Grundschule Ottersdorf werden. Dafür hat sich der Ortschaftsrat mehrheitlich ausgesprochen.

Wenn es nach dem Wintersdorfer Ortschaftsrat geht, soll in dem Ortsteil bald wieder eine eigenständige Grundschule eingerichtet werden. Foto: Gabriele Diebold

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Wenn es nach dem Wintersdorfer Ortschaftsrat geht, soll in dem Ortsteil bald wieder eine eigenständige Grundschule eingerichtet werden. Foto: Gabriele Diebold

Der Wintersdorfer Ortschaftsrat hat seine Entscheidung über eine mögliche Wiederbelebung der Grundschule getroffen. Bei der öffentlichen Sitzung am Dienstag lautete das Votum acht zu eins. Acht Ratsmitglieder waren für die Einführung einer komplett eigenständigen Schule, eines für Wintersdorf als Außenstelle der Grundschule Ottersdorf.

Bildungsangebot unerlässlich für attraktiven Ort

Wenn die behelfsweise im Wintersdorfer Schulgebäude untergebrachte Hans-Thoma-Schule auszieht, könnte das Rieddorf nach über 40 Jahren wieder eine eigene Grundschule bekommen. Mehr als 300.000 Euro wurden dort in den vergangenen Jahren investiert. Diese Gedanken stellte Ortsvorsteherin Daniela Schneider (CDU) der Diskussion voran. Ankica Benz (CDU) betonte, dass ein Bildungsangebot unerlässlich sei für einen attraktiven Ort. Die Devise müsse sein: „Kurze Beine, kurze Wege“. Sie wünschte sich eine eigenständige Schule, weil die Gefahr einer Schließung somit später geringer sei.

Eine fast neu sanierte Schule warte auf Kinder, auch für die ab 2026 verpflichtende Ganztagesbetreuung biete das Gebäude beste Möglichkeiten, strich Inge Bellan-Payrault (SPD) die baulichen Vorteile heraus. Auch sie plädierte für eine eigenständige Einrichtung.

Dem schloss sich Alexandra Fritz (FW) an. Das Schulgebäude in Ottersdorf sei sanierungsreif, während der gute Zustand in Wintersdorf eines der stärksten Argumente für den Standort sei. In der Diskussion werde viel mit Angst gearbeitet, vor Qualitätsverlust gewarnt oder vor jahrgangsübergreifenden Klassen.

Vorteile für Wintersdorf überwiegen

Ortsvorsteherin Schneider nannte die Zahl von 17 Kindern zwischen einem und sechs Jahren, die durch erwarteten Zuzug im Baugebiet „Krautstücker I“ künftig noch hinzukommen. Damit waren die Bedenken wegen möglicher übergreifender Klassen praktisch ausgeräumt.

Er selbst als Betroffener habe das Busfahren gehasst, zeigte Daniel Bleich (CDU) Verständnis für die Wintersdorfer Schüler. Er erkenne den Wert eines bilingualen Zuges durchaus an, dennoch dürfte dies kein „Totschlagargument“ sein. In einer Informationsveranstaltung wurde jüngst mitgeteilt, dass der bislang in Ottersdorf vorhandene bilinguale Zug wegfiele, bekomme Wintersdorf eine eigenständige Grundschule.

Michael Bleich (CDU) unterstrich die genannten Argumente. Er habe nichts gefunden, was gegen eine eigene Wintersdorfer Schule spricht. Er lobte die breite Diskussion im Vorfeld, bedauerte aber die Front der Ottersdorfer Lehrer gegen den Nachbarort.

Auch Jochen Bucher-Seiser (FW), Monique Hübner (SPD) und Mustafa Özkan (SPD) bekräftigten die Stellungnahmen ihrer Ratskollegen. Zahlen, wie viele Schüler im bilingualen Unterricht in Ottersdorf teilnehmen, seien nicht bekannt. Zudem gebe es ja regulär ab der dritten Klasse das Angebot, Französisch zu lernen. Später könnten eventuell neue technische Möglichkeiten geprüft werden, sagte Ortsvorsteherin Schneider. „Wir haben den Schatz in der Hand.“ Die Hans-Thoma-Schule werde ihr gutes Mobiliar in Wintersdorf zurücklassen. Durch benachbarte Raumangebote in Wintersdorf, Unterbringung für die Pestalozzi-Schule, von Seniorenangeboten und Vereinen könnte die Attraktivität der Grundschule noch erhöht werden.

Ortsvorsteherin plädiert für Außenstelle

Nachdem der Leiter des Staatlichen Schulamts, Wolfgang Held, bei der Informationsveranstaltung festgestellt hatte, dass es eine eigene Schule in Wintersdorf nicht geben werde, sprach sich Ortsvorsteherin Schneider als verbleibende Möglichkeit für die Außenstelle von Ottersdorf aus. Das Abstimmungsergebnis wird der Wintersdorfer Ortschaftsrat als Empfehlung an den Gemeinderat geben.

Das Grundschulthema beherrschte auch die Bürgerfragestunde vor der Sitzung. Das Hauptanliegen der vielen engagierten Beiträge war, die Chance, dass eine Außenstelle in Wintersdorf eingerichtet wird, nicht zu verspielen, falls es zur Ablehnung der eigenständigen Schulvariante kommt.


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