„Wir können nur abwarten“

Gernsbach (stj) – Die Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach kann wegen Corona derzeit nicht agieren, ihr Ziel verliert sie aber nicht aus den Augen.

Bislang letzte öffentlichkeitswirksame Aktion der BiGG: Der Protest beim ersten symbolischen Spatenstich auf dem ehemaligen Pfleiderer-Areal im Januar 2020. Foto: Stephan Juch

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Bislang letzte öffentlichkeitswirksame Aktion der BiGG: Der Protest beim ersten symbolischen Spatenstich auf dem ehemaligen Pfleiderer-Areal im Januar 2020. Foto: Stephan Juch

Es ist ruhig geworden um die Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach (BiGG). Genauso ruhig wie auf dem ehemaligen Pfleiderer-Areal könnte man sagen, für dessen vollständige Entgiftung sich die ehrenamtlich engagierten Bürger nach wie vor stark machen.

„Wir, die BiGG, wollen ja die Bebauung nicht verhindern“, betont Sprecher Peter Kugler. Wenn das Gift aus dem Boden ist, „haben wir nichts dagegen“. Bei der Verfolgung dieses hehren Ziels haben sie im BUND und im NABU starke Verbündete. Beide, versichert Kugler, haben gegenüber der BiGG angekündigt, gegen einen Satzungsbeschluss beim Bebauungsplanverfahren nach Paragraf 13a Baugesetzbuch klagen zu wollen. Im Gegensatz zur BiGG steht ihnen der Weg der Verbandsklage offen.

So weit ist es allerdings noch lange nicht, denn der Satzungsbeschluss lässt weiter auf sich warten. Zuletzt spielte das Thema in den öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats keine Rolle. Wähnte sich Bürgermeister Julian Christ bereits im Frühjahr 2019 auf der Zielgeraden, was das Bebauungsplanverfahren anbelangt, zog sich dieses auch das komplette Jahr 2020 hin, ohne erfolgreich zum Abschluss gekommen zu sein. Besonders die komplexe Aufgabenstellung beim Hochwasserschutz sei dafür verantwortlich, erläuterte Christ im zurückliegenden Dezember.

Starke Verbündete im Kampf gegen den Satzungsbeschluss

„Wir können nur abwarten“, sagt Peter Kugler zur aktuellen Situation bei der BiGG. Seit dem symbolischen ersten Spatenstich auf dem ehemaligen Pfleiderer-Areal im Januar 2020 ist die Bürgerinitiative nicht mehr öffentlichkeitswirksam in Erscheinung getreten. Das liegt auch an der Corona-Pandemie, die Treffen der BiGG-Mitstreiter oder auch Mahnwachen derzeit nicht möglich machen. „Kurzfristig können wir nichts unternehmen“, blickt Kugler voraus, „aber wir wollen natürlich am Ball bleiben.“

Das heißt, man verfolgt die demnächst wohl wieder kommunalpolitisch Fahrt aufnehmende Debatte sehr genau und arbeite im Hintergrund weiter am Ziel, den kontaminierten Boden im Wörthgarten komplett zu entsorgen. Beispiele, wo und wie so etwas gelungen ist, gebe es laut Peter Kugler genügend. Das zeige, dass das Motto der Bürgerinitiative, „das Gift muss raus“, kein unrealistisches ist.

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Erstellt:
5. Januar 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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