„Wir verfolgen die Situation genau“

Hügelsheim (mi) – Bis heute ist er der Topscorer des Eishockey-Regionalligisten ESC Hügelsheim. Vor Jahresfrist stieg er als Trainer bei den Baden Rhinos ein: Cedrick Duhamel ist eine ESC-Ikone.

Cedrick Duhamel ist in dieser Saison an der Bande und auf dem Eis für Hügelsheim im Einsatz. Foto: Frank Seiter

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Cedrick Duhamel ist in dieser Saison an der Bande und auf dem Eis für Hügelsheim im Einsatz. Foto: Frank Seiter

Drei Jahre nach seinem letzten Spiel schlüpfte er zuletzt wegen großen Personalmangels der Baden Rhinos sogar zweimal wieder ins ESC-Trikot und mischte als Stürmer auf dem Eis in Eppelheim und zuvor schon in Mannheim wieder mit.
Sein eigentlicher Job ist aber der des Trainers. Im Vorjahr von Sportdirektor Pascal Winkel verpflichtet, war die Saison nach vier Spielen wegen der Corona-Pandemie schon wieder beendet. In die aktuelle Spielrunde stürmten die Spargeldörfler mit vier Siegen in Folge. Danach setzte es vier Niederlagen in Serie, ehe in Eppelheim wieder ein Pflichtsieg folgte. BT-Redakteur Michael Ihringer unterhielt sich mit Duhamel über die bisherige Saison, den Erwerb seiner Trainerlizenz und Olympia.

Interview

BT: Herr Duhamel, sind Sie besorgt, dass bei den hohen Corona-Zahlen in Deutschland die Regionalliga-Saison unterbrochen wird?

Cedrick Duhamel: Definitiv. Wir verfolgen die Situation genau und hoffen das Beste, aber das Risiko, dass die Saison unterbrochen wird, ist möglich.

BT: In Eppelheim haben Sie endlich wieder gewonnen. Davor gab es 23 Gegentore in vier Spielen, die alle verloren wurden. Was sind die Gründe dafür nach dem Superstart mit vier Siegen?

Duhamel: Verletzungen, Sperren und Krankheiten waren die Hauptursachen, aber wir hatten auch Probleme, Lösungen zu finden, nachdem wichtige Offensivkräfte wie Vachal und Majewski fehlten. Allerdings kann ich mich in all den Jahren, in denen ich in der Regionalliga gespielt habe, nicht daran erinnern, dass ich eine solche Situation mit so vielen Verletzungen und Krankheiten erlebt habe.

BT: Hat die Mannschaft ein mentales Problem?

Duhamel: Das glaube ich nicht. Die Mannschaft war mit einer schwierigen Situation konfrontiert und hat im Training hart daran gearbeitet, Lösungen zu finden. Wir haben eine starke Führungsgruppe, und ich bin zuversichtlich, dass wir einen Weg finden werden, bereit zu sein, wenn der kritische Teil der Saison beginnt.

BT: Die Regionalliga wird immer ausgeglichener. Müssen die Rhinos froh sein, dass es zum ersten Mal ein Viertelfinale in den Playoffs gibt, weil Sie vielleicht gar nicht die ersten vier Plätze erreichen?

Duhamel: Der Ligamodus war uns vor der Saison bekannt, einige unserer Entscheidungen wurden in diesem Zusammenhang getroffen. Unser Ziel ist es immer noch, unter die ersten Vier zu kommen, aber das Hauptziel ist, für die erste Runde der Playoffs gerüstet zu sein.

BT: Ihre Gegner haben zumindest einen oder sogar mehrere starke Ausländer. Nach der schweren Verletzung des Tschechen Martin Vachal, der diese Saison nicht mehr spielen kann, haben Sie keinen einzigen Ausländer in Ihrem Kader. Werden Sie im Dezember einen Kontingentspieler als Weihnachtsgeschenk bekommen?

Duhamel: Wir sind aktiv auf der Suche nach zwei neuen Spielern während des Transferfensters. Wir sind mit einigen potenziellen Kandidaten in Kontakt und hoffen, in den nächsten Wochen Neuigkeiten verkünden zu können.

BT: Sind die Führungsspieler wie Philip Riessle oder Kapitän Daniel Steinke in der schwierigen Phase gefordert?

Duhamel: Ich denke, alle unsere Spieler sind in diesen schwierigen Zeiten gefordert. Alle Spieler müssen mehr Verantwortung übernehmen, die sie vorher vielleicht nicht hatten. Philip und Daniel haben diese Herausforderung sehr gut gemeistert und auf und neben dem Eis eine Führungsrolle übernommen.

BT: Sind die Neuzugänge Noah Nijenhuis und Denis Majewski, die beide in der Oberliga gespielt haben, die Verstärkung, die Sie sich erhofft haben?

Duhamel: Ja. Wir sind sehr froh, dass sie sich für das nächste Kapitel ihrer Eishockey-Karriere für uns entschieden haben. Sie sind beide junge, talentierte Spieler, die in den nächsten Jahren das Fundament des Vereins bilden können.

BT: In Eppelheim und auch in Mannheim haben Sie nach drei Jahren aufgrund der Personalprobleme zum ersten Mal wieder auf dem Eis gestanden. Wie war das Gefühl?

Duhamel: Es war hart, aber es hat Spaß gemacht. Nach drei Jahren Pause ein komplettes Spiel als Mittelstürmer zu bestreiten, war definitiv ein Schock für meinen Körper. Das zweite Spiel lief besser, aber ich sehe meine Zukunft realistisch, langfristig hinter der Bank als Coach.

BT: Brauchten Sie nach den 60 Minuten eine Sauerstoffmaske?

Duhamel: Das wäre schön gewesen, vor allem für das erste Spiel.

BT: Sie haben im Sommer die Trainerlizenz in Landshut erworben. War der Lehrgang interessant?

Duhamel: Der Lehrgang war sehr interessant. Es war toll, die neuen Konzepte inner- und außerhalb des Eishockeys kennenzulernen und Ideen und Meinungen mit Leuten auszutauschen, die eine ähnliche Leidenschaft haben.

BT: Wie haben Sie den Lehrgang abgeschlossen?

Duhamel: Ich war mit meinen Noten recht zufrieden...

BT: Im Februar beginnen die Olympischen Winterspiele in Peking. Das Wichtigste für Sie als Kanadier ist natürlich: Wird Kanada die Goldmedaille mit all den NHL-Superstars gewinnen?

Duhamel: Kanada hat wieder ein tolles Team und Gold ist das Ziel, aber im Eishockey kann alles passieren.

Ihr Autor

BT-Redakteur Michael Ihringer

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Erstellt:
2. Dezember 2021, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 24sec

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