„Wir werden nicht müde, uns zu bedanken“

Ötigheim (manu) – Die Volksschauspiele Ötigheim zeigen sich zufrieden mit dem Ablauf der Corona-Theatersaison. Bei den Musik-Gastspielen darf es ab kommendem Freitag wieder Bewirtung im Foyer geben.

Auftakt und am vergangenen Freitag auch Abschluss der Eigenproduktionen dieser Saison: Das Haus von Montevideo. Foto: Manuela Behrendt

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Auftakt und am vergangenen Freitag auch Abschluss der Eigenproduktionen dieser Saison: Das Haus von Montevideo. Foto: Manuela Behrendt

„Wir sind froh und glücklich, dass wir die Theatersaison zu Ende bringen können; als wir im Februar auf die Schnelle die Planungen für drei Eigenproduktionen aufnahmen, hatten wir nicht viele Wetten abgeschlossen, dass das so läuft“: Dies bekannte Stefan Haufe, der künstlerische Betriebsdirektor der Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ) am Sonntag bei seiner Publikumsansprache vor der letzten Aufführung der Komödie „Das Haus in Montevideo“.

Am 12. Juni hatte der Open-Air-Sommer der VSÖ mit der Premiere dieser gesellschaftskritischen Satire von Curt Goetz unter der Regie von Matthias Götz begonnen. Man befand sich laut Haufe in einer „dramatischen Situation nach einem Jahr ohne jegliche Einnahmen“. Es hing die Frage in der Luft: „Können wir uns einen Theatersommer nach dem Totalausfall von 2020 überhaupt leisten?“.

Dass die besondere Corona-Spielzeit der VSÖ machbar war, sei den Fördergeldern von Bund, Land, Landkreis und Kommune zu verdanken. Aber „in besonderem Maß“ ebenso den unzähligen kleinen Spenden aus privater Hand sowie den Zuschauern, die ihre Vorjahrestickets zurückgaben, ohne finanzielle Rückerstattung zu fordern.

Viele Spenden und ein Glücksgriff

„Das hat es uns ermöglicht, dass wir in diesem Sommer wieder hier auf der Bühne stehen; wir werden nicht müde, uns zu bedanken“, betonte Haufe.

Dazu kam der Glücksgriff, „als Modellprojekt für Freilichttheater geadelt zu werden“. In diesem Rahmen sind 875 Zuschauer erlaubt. Basierend auf dieser Zahl war die Vorstellung am Sonntag ausverkauft, wie etliche davor.

„Vor zwei Jahren hatte der Begriff ‚ausverkauft‘ einen ganz anderen Anstrich“, verglich Haufe mit Blick auf das Auditorium, das rund 4.000 Zuschauer fasst. Gleichwohl: Dass man durchgängig bis zum 8. August spielen würde, schien im Frühjahr Utopie. Haufe resümierte nun: „Es lief alles super“.

Traditionell beschließt der Saison-Opener die Theaterspielzeit. Die Spiellust im „Montevideo“-Ensemble war am Sonntag ungebrochen euphorisch. Das gesamte Team spielte mit viel positiver Energie eine herzerfrischende Vorstellung von exquisiter Qualität mit sekundengenau getakteten Pointen.

Die Erfolge der Produktionen und des vom Publikum gut angenommenen, ausgeklügelten Hygienekonzepts beflügeln die Tellplätzler. „Es ist ordentlich Dampf im Kessel; alle unsere Angestellten und Ehrenamtlichen sind hochmotiviert“, hatte der geschäftsführende Vorstand Maximilian Tüg Ende Juli im BT-Gespräch berichtet. Durch Kampfgeist und den festen Willen, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, gehören die VSÖ zu den Siegern in dieser surrealen Zeit, wenngleich allen Ausführenden viel abverlangt wurde.

Nächster Öffnungsschritt

Nun hat der Reigen der Gastspiele begonnen. Nach der Verpflichtung von hochkarätigen, namhaften Acts als Ersatz für die ins kommende Jahr verschobenen Konzerte rotiert im Bereich Öffentlichkeitsarbeit das PR-Karussell kurz vor der Finaletappe des VSÖ-Freilichtsommers auf Hochtouren.

In Sachen Corona-Regeln steht für die Musikfestivals ab Freitag ein neuer Öffnungsschritt an, wie Haufe bestätigte. Der Abend mit Annett Louisan (13. August) im Zuge des illustren Gastspielreigens ist gleichzeitig der Neustart für die Publikumsbewirtung im Freilichtfoyer vor dem Konzert und in der Pause.

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Erstellt:
10. August 2021, 11:00 Uhr
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