Wird in Baden-Baden auf Fernunterricht umgestellt?

Baden-Baden (kie) – Die steigenden Infektionszahlen sorgen bei Schülern, Lehrern und Eltern für Verunsicherung. Unklar ist, ob die Schulen in Baden-Baden weiter Präsenzunterricht durchführen dürfen.

Noch ist unklar, ob und ab wann die Kurstadt wieder auf Fernunterricht umstellen muss. Grund sind zwei unterschiedliche Grenzwerte für die Durchführung von Präsenzunterricht. Foto: Ulrich Perrey/dpa

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Noch ist unklar, ob und ab wann die Kurstadt wieder auf Fernunterricht umstellen muss. Grund sind zwei unterschiedliche Grenzwerte für die Durchführung von Präsenzunterricht. Foto: Ulrich Perrey/dpa

Nicht nur im Landkreis, sondern auch in der Kurstadt erreichen die Infektionszahlen fast die Marke von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Laut Landesverordnung darf dann kein Unterricht im Klassenzimmer mehr stattfinden. Doch das Infektionsschutzgesetz schreibt Fernunterricht bereits bei einer Inzidenz von 165 vor. Diese Schwelle hat die Kurstadt bereits am Dienstag überschritten.

Noch ist unklar, ab wann die bundesweite Regelung gilt – doch der Präsenzunterricht in Baden-Baden wird trotzdem immer unwahrscheinlicher. „Natürlich beobachten wir die Zahlen aufmerksam und mit Sorge“, teilt Marco Kuhn mit, Schulleiter des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums (MLG) in Baden-Baden. Aber die Schule sei an die politischen Vorgaben gebunden und habe „keinen Ermessensspielraum“.

„Ich habe keine prophetischen Fähigkeiten“

Den fehlenden Spielraum bei der weiteren Planung betont auch Wolfgang Held, Leiter des Rastatter Schulamts. „Ich würde den Schulen gern mehr Sicherheit geben“, sagt er. Es sei aber schwierig, etwas konkretes zu sagen, wenn politische Entscheidungen noch ausstünden. „Ich habe keine prophetischen Fähigkeiten“. Derzeit erhält er eine Menge Anfragen von Lehrern. Die Verunsicherung ist groß – auch in der Verwaltung. „Wir warten alle“, macht Monika Probst vom städtischen Fachgebiet Schule und Sport deutlich. Roland Seiter, Pressesprecher der Stadt bestätigt: Baden-Baden sei an die Vorgaben von Bund, Land und Gesundheitsamt gebunden. Man müsse nun abwarten, wie sich die Infektionszahlen entwickeln; es sehe aber nicht gut aus. Auch Benjamin Wedewart, Sprecher des Landratsamts, sieht die Entwicklung eher pessimistisch: „Ein Rückgang der Infektionszahlen ist nicht zu beobachten“, sagt er. Damit wird es wahrscheinlich, dass die Schulen in den Fernunterricht zurückkehren müssen – so wie es im Landkreis bereits der Fall ist.

Mit neuem Wert „ganz andere Situation“

„Noch gilt für mich die Landesverordnung und die geht von 200 aus“, sagt Held. Sobald der niedrigere Wert zur Grundlage gemacht wird, bestehe aber „eine ganz andere Situation“. Dann müssten die Schulen im Stadtkreis den Präsenzunterricht wohl beenden. Held unterstreicht, dass die Umstellung dann einfacher vonstattengehen sollte als in der vergangenen Woche im Landkreis: Durch die vorangehenden Osterferien habe man die Schulhäuser damals komplett „hochfahren“ müssen, das sei nun anders. Direktor Kuhn bestätigt: „Natürlich sind wir auch auf einen plötzlichen Umstieg auf den Fernunterricht eingestellt“. Egal, welcher Inzidenzwert zugrundegelegt wird: Dieser muss an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten sein, damit am übernächsten Tag auf Fernunterricht umgestellt wird. Sollte sich deshalb ab Montag eine Änderung ergeben, rechnet Held mit einer Rückmeldung bis Freitag. Bisher hat das Schulamt noch keine diesbezügliche Information vom Gesundheitsamt erhalten. Die Unsicherheit bleibt.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Franziska Kiedaisch

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Erstellt:
22. April 2021, 16:36 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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