Wirte hoffen auf Schub durch Fußball-EM

Rastatt (ema) – Die Fußball-EM startet. Die Rastatter Polizei ist auf Siegesfeiern in den Straßen vorbereitet; die Wirte erhoffen sich durch das Event mehr Gäste.

Ein großes Public Viewing wie 2018 vor der Rastatter Reithalle wird es zur Fußball-EM nicht geben. Die Gastronomen wählen kleinere Formate. Foto: av

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Ein großes Public Viewing wie 2018 vor der Rastatter Reithalle wird es zur Fußball-EM nicht geben. Die Gastronomen wählen kleinere Formate. Foto: av

Die Nachricht aus dem Rastatter Rathaus und dem Landratsamt dürften manche Gastronomen als kleinen Volltreffer empfinden. Kurz vor dem Start der Fußball-EM am morgigen Freitag lockern die Behörden weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Die Wirte hoffen nun auf einen Schub in ihren Gaststätten, wenn der Ball rollt. Gespannte Erwartung auch bei der Polizei

„Wir sind vorbereitet und lernfähig“, sagt der stellvertretende Rastatter Polizeirevierleiter Axel Schmelzle mit Blick auf die Auswirkungen der Fußball-EM auf das öffentliche Leben. Die Ordnungshüter nehmen dabei vor allem jene Fans in den Blick, die den Sieg ihrer Mannschaft auf den Straßen feiern. Stichwort: Autokorsos. Doch wie sieht das in Zeiten von Corona aus? „Wir müssen erst Erfahrungen sammeln“, sagt der Revier-Vize. Das könnte gleich morgen losgehen, wenn die Türkei auf Italien trifft – zwei Nationen, für die in der Rastatter Bevölkerung einige Herzen schlagen. Schmelzle zufolge hat man sich auf verschiedenen Szenarien personell vorbereitet. „Ich bin gespannt, ob überhaupt und wie viele Menschen unterwegs sein werden.“ Größere organisierte Ansammlungen, etwa bei einem Public Viewing, sind den Ordnungshütern bisher nicht bekannt.

Ermunterung zu Public Viewing

Dabei werden im Rastatter Rathaus ausdrücklich die Wirte dazu ermuntert, das Fußballerherz beim gemeinschaftlichen Gucken höher schlagen zu lassen. Dazu passt, dass ab sofort eine längere Außenbewirtung möglich ist. Bis Ende Oktober können Gaststätten in Rastatt an allen Abenden von Montag bis Samstag eine Außenbewirtung bis 23 Uhr anbieten. Die Gastronomen müssen lediglich einen formlosen, kostenfreien Antrag stellen an ordnungsangelegenheiten@rastatt.de. Sonntags bleibt es bei einer Öffnung bis 22 Uhr. Unabhängig von der verlängerten Außenbewirtung muss jedoch die Nachtruhe ab 22 Uhr eingehalten werden. Die Stadt weist auch darauf hin, dass die Testpflicht für die Außengastronomie weiterhin besteht. Diese entfällt erst, wenn an fünf aufeinander folgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 35 unterschreitet. Das dürfte vermutlich am Samstag der Fall sein, wie das Landratsamt informiert. Gastronomen haben zudem die Möglichkeit, ihre Außenfläche zu erweitern. Eine solche Sondernutzung ist ebenfalls beim Kundenbereich Ordnungsangelegenheiten zu beantragen.

Der Rastatter Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands, Frank Hildenbrand, hat die Signale der Behörden verständlicherweise mit Freude vernommen. Er selbst will das Public Viewing im eigenen Haus, dem Schnick-Schnack, zu 80 Prozent auf den Innenbereich konzentrieren, um im Biergarten auch anderen Gästen, die kein Interesse an Fußball haben, Platz zu bieten. Zusätzlichen Rückenwind erwarten die Wirte auch dadurch, dass die Gaststätten jetzt innen bis 1 Uhr nachts öffnen dürfen.

Gerade mit Blick auf die Fußball-EM empfiehlt der Gastronom, rechtzeitig in die Gaststätten zu kommen und zu reservieren. Denn nach wie vor gelten die Abstands- und Hygieneregeln. Bei aller Freude über die Lockerung weiß Hildenbrand nur zu gut, dass der wirtschaftliche Erfolg während der EM in den Gasthäusern von einem anderen Faktor entscheidend abhängt – dem Erfolg des deutschen Teams: „Das steht und fällt mit dem Spiel unserer Jungs.“


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