Wirte und Hoteliers hoffen weiter

Stuttgart (bjhw) – Die FDP setzt auf moderne Technik und eine digitale Registrierung, um Gastronomien und Hotels wieder zu öffnen.

Wann dürfen Gastronomen wieder Gäste empfangen? Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

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Wann dürfen Gastronomen wieder Gäste empfangen? Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Die Idee ist verlockend in einer Zeit, in der sich so viele Menschen nach einem Restaurantbesuch sehnen oder nach dem Kurzurlaub: Dank digitaler Registrierung könnten private wie öffentliche Treffen wieder möglich werden und vor allem Gaststätten und Hotels trotz diffuser Corona-Lage wieder öffnen.

„Schnelle und sichere Registrierung“

Der FDP-Abgeordnete Erik Schweickert wirbt seit Wochen dafür, das Vertrauen in den Restaurant- oder Hotelbesuch „durch eine schnelle und sichere Registrierung“ zu erhöhen. So könne mit digitalen Lösungen gelingen, dass nicht nur draußen, sondern auch drinnen bewirtet werden darf. Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) gießt jedoch Wasser in den Wein.

Die Liberalen setzen auf Differenzierung. Sieben Punkte sieht der Öffnungsplan vor, der vergangene Woche auf der Corona-Sondersitzung im Landtag keine Mehrheit fand, den Schweickert aber weiter für einen gangbaren Weg hält. Bei der gegenwärtigen Entwicklung in Baden-Württemberg könnten in etwa einem Dutzend Kreise, darunter Baden-Baden, in Freiburg oder in Tübingen „Gastronomie und Hotellerie mit der Pflicht zum Tragen medizinischer Masken und Zugangsbeschränkungen von zehn Quadratmeter pro Person öffnen“. Dank solcher Kriterien würden „die monatelangen Entbehrungen und Anstrengungen der Bürgerinnen und Bürger honoriert“, heißt es weiter.

Datenschutzbedenken seitens der Gastronomen

Ein Eckpfeiler ist die Einführung einer App. „So könnte vielleicht auch bei höheren Inzidenzen eine Kontaktnachverfolgung noch sichergestellt werden, wenn der Erhalt und die Weiterverarbeitung der Anwesenheitslisten dort, wo sie gefordert sind, schnell und zuverlässig gewährleistet ist“, sagt Schweickert auf BT-Anfrage. Gemeinsam mit der zunehmenden Zahl an Geimpften eröffne dies die Chance, die Gastronomie je nach Infektionsgeschehen wieder zu öffnen. Die Landkreise müssten bewerten, ob klar abgrenzbare Hotspots entstanden sind oder ob es sich um ein diffuses Geschehen handelt. Er erwarte, sagt der Professor für Internationale Weinwirtschaft, „dass die Landesregierung hier endlich den Stand der Technik zur Kenntnis nimmt und moderne Methoden akzeptiert, die einen sicheren Gastronomiebesuch bereits heute möglich machen“.

Minister Lucha verweist dagegen darauf, dass selbst Wirte und Hoteliers bremsen. Gerade gegenüber elektronischer Datenerfassung, schreibt Lucha in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FDP, bestünden seitens der Gastronomen zum Teil Datenschutzbedenken, weil sie Gäste gegebenenfalls abschrecke aus Sorge, „dass ihre Daten für anderweitige Zwecke genutzt werden könnten“. Aus Sicht der Hotel- und Gaststättenbetriebe gelte eine digitale Kontaktdatenerfassung außerdem nicht per se als attraktivere Lösung, weil sie oft mit einem gewissen Einrichtungsaufwand und zusätzlichen Kosten verbunden sei.


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