Woher kommt die Manöverpatrone?

Gaggenau (tom) – Heimatforscher Manfred Reufsteck wundert sich über den Fund eines Manövergeschosses im Hilpertsloch.

Rund 21 Zentimeter lang ist die Manöverpatrone der Bundeswehr. Foto: Manfred Reufsteck

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Rund 21 Zentimeter lang ist die Manöverpatrone der Bundeswehr. Foto: Manfred Reufsteck

Um das Hilpertsloch rankt sich manche Sage, nicht nur die vom Gänsebüblein, das dort seine verlorene Gans („Gagg-gagg-gagg“!) wiederfand. Sondern auch die vom Bergmann namens Hilpert, der beim Schürfen nach Bodenschätzen recht erfolgreich war. „Denn er lebte mit seinem Weibe ganz wohlhabend und gemächlich“, heißt es in der Hilpertsloch-Sage in der Version des in Bühl geborenen Schriftstellers Alois Wilhelm Schreiber (1761-1841).

Auch Manfred Reufsteck staunte nicht schlecht, als er im Hilpertsloch mal wieder nach dem rechten schaute – und ebenfalls fündig wurde: Ein Geschoss entdeckte er in der Höhle am „Elefantenweg“, am Fuße des Amalienbergs. Mittlerweile ist der Fund geklärt: eine 20-mm-Manöverpatrone, ein Bordkanonengeschoss der Bundeswehr. „Dieses Geschoss wird rein für Übungszwecke verwendet und ist nicht sprengkräftig“, erläutert Mathias Peterle vom Kampfmittelbeseitigungsdienst in Stuttgart. Schließlich soll es beim Auftreffen auf das Zielobjekt lediglich zerschellen.

In vertrockneter Schlammpfütze

Reufsteck berichtet: Das Geschoss „schlummerte in einer Schlammpfütze und konnte so auch von niemandem bemerkt werden.“ Durch die Trockenheit der vergangenen Monate wurde aber diese Pfütze trockengelegt und das Geschoss wurde sichtbar.

Sporadisch schaue er als Initiator der Hilpertslochräumung von 2007 und als Verfasser der dortigen Gedenktafel immer mal wieder in die Höhle, um nach dem Rechten zu sehen. So auch Ende August, und „so wurde diese Granate ein Zufallsfund“, bilanziert Reufsteck. Bei bisherigen Besuchen des Stollens sei die Pfütze stets umgangen worden. Den Fund hatte Reufsteck der Polizei übergeben; per Mail informierte er die Stadtverwaltung.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat die Manöverpatrone zwischenzeitlich abgeholt und der Vernichtung zugeführt.

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Erstellt:
29. September 2020, 18:00 Uhr
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