Wohn- und Geschäftsquartier in Oos geplant

Baden-Baden (hez) – Neuer Akzent für Ooser Wandel: Auf dem Gelände des Autohauses Geisser soll nach den Abbrucharbeiten ein Wohn- und Geschäftsquartier entstehen.

Neues Quartier: Auf dem Areal des Autohauses Geisser sollen nach dem Abbruch der Bestandsgebäude Wohn- und Gewerbeeinheiten entstehen. Foto: Henning Zorn

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Neues Quartier: Auf dem Areal des Autohauses Geisser sollen nach dem Abbruch der Bestandsgebäude Wohn- und Gewerbeeinheiten entstehen. Foto: Henning Zorn

Geradezu in atemberaubendem Tempo wandelt der Stadtteil Oos sein Gesicht. Dazu tragen neben der öffentlichen Förderung im Sanierungsgebiet auch Privatprojekte bei. So soll ein neues Quartier nicht nur auf dem Gelände von „Eberts Garten“ entstehen, sondern nun auch an der Hubertusstraße auf dem Areal des Autohauses Geisser.

Beide Vorhaben sind geprägt durch die Nähe von Wohnsiedlungen und gewerblicher Nutzung. Das schafft oft spezielle Probleme, wenn es zum Beispiel um das Bauvolumen geht. Der Gestaltungsbeirat beschäftigte sich in dieser Woche bereits zum zweiten Mal mit der Planung für das Gelände zwischen Hubertusstraße, Kinzigstraße und der Oos. Dort befindet sich derzeit noch das Volvo-Autohaus Geisser, doch dies soll laut Mitteilung der Stadtverwaltung aufgegeben werden. Eine Bauherrengemeinschaft möchte auf dem Areal ein neues Quartier mit Wohn- und Gewerbenutzung entstehen lassen. Bei diesem Gelände geht die Stadt wegen der Gemengelage von Wohnen und Gewerbe vom Charakter eines Mischgebiets aus.

Drei bis fünf Geschosse: Das Modell zeigt die vorgesehenen neuen Gebäude zwischen Kinzigstraße (rechts) und Hubertusstraße. Foto: Henning Zorn

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Drei bis fünf Geschosse: Das Modell zeigt die vorgesehenen neuen Gebäude zwischen Kinzigstraße (rechts) und Hubertusstraße. Foto: Henning Zorn

Die vorgeschlagene Planung für das Autohaus-Areal mit überwiegender Wohnnutzung und im Erdgeschossbereich angelagerten Gewerbeeinheiten sieht der Gestaltungsbeirat als grundsätzlich nachvollziehbar und gewünscht an. Deutliche Kritik hatte man aber nach der Vorlage des ersten Konzepts im Juli vergangenen Jahres an der zu hohen Bebauungsdichte und der Höhenentwicklung geübt, die sich nicht angemessen in die direkte Nachbarschaft einfüge, die gekennzeichnet sei von kleinkörniger Wohnbebauung und flächigen Gewerbeeinheiten. Ungeklärt ist auch noch, ob der hier mündende Mühlkanal als Seitenkanal der Oos erhalten werden kann oder verdolt werden muss. Der Fußweg entlang der Oos („Grünes Band“) soll auf jeden Fall in die Planung integriert werden.

Die Bauherrengemeinschaft legte in der jüngsten Sitzung des Gestaltungsbeirats ein aktualisiertes Bebauungskonzept für das Areal vor, dass Reduzierungen der überbauten Grundfläche und der Geschossfläche vorsieht. Nach einem Rückbau des jetzigen Autohauses geht man von einer zur Verfügung stehenden Grundstücksfläche von 4.840 Quadratmetern aus.

Drei bis fünf Geschosse

Dort will man in mehreren Gebäuden insgesamt 40 bis 44 Wohn- und Gewerbeeinheiten schaffen – mit Größen zwischen 50 und 150 Quadratmetern. An der nordwestlichen Grundstücksecke wird auch eine Reihenhausbebauung projektiert. Geplant ist zur Anpassung an vorhandene Umgebungsbebauung insgesamt eine gestaffelte Höhenentwicklung von der Hubertusstraße zur Kinzigstraße mit drei bis fünf Geschossen. Das Wohn- und Geschäftsquartier soll eine eigene Tiefgarage erhalten.

Die Verminderung der Baudichte wurde von Stefanie Eberding vom Gestaltungsbeirat begrüßt. Dennoch gab es weitere Hausaufgaben für die Bauherren – es müsse nun an die Ideenfindung gehen. Eberding forderte die Entwicklung detaillierter Konzepte zur Erschließung und Gestaltung. Es sei wichtig, alternative Vorschläge zu einzelnen Themenbereichen zu entwickeln.

Bürgermeister Alexander Uhlig bedauerte, dass die Investoren den Vorschlag, noch ein konkurrierendes Planungsverfahren auf den Weg zu bringen, nicht aufgegriffen hätten. Aber von Seite der Bauherren möchte man von einer solchen Vorgehensweise nichts wissen. Man wolle die Sache, so hieß es, mit einem festen Architekten durchführen. Nun wartet der Gestaltungsbeirat darauf, dass ihm bei diesem Vorhaben diverse Ausführungsvarianten vorgelegt werden.

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Erstellt:
20. Februar 2022, 18:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Februar 2022, 19:08 Uhr
Lesedauer:
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