Wohnen neben der Shopping Cité

Baden-Baden (hez) – Was einem landläufig Spanisch vorkommen könnte, löste beim Gestaltungsbeirat der Kurstadt Begeisterung aus. Neben der Shopping Cité, in der Nähe des Kindergartens in der Oberen Breite, soll ein Bauensemble mit dem Namen „Parque Monterey“ entstehen. Der Name ist eine spanische Abwandlung der Königsberger Straße, an der gebaut wird.

Auf diesem Gelände in der Oberen Breite (im Hintergrund der Kindergarten) will ein Investor den „Parque Monterey“ entstehen lassen. Foto: Zorn

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Auf diesem Gelände in der Oberen Breite (im Hintergrund der Kindergarten) will ein Investor den „Parque Monterey“ entstehen lassen. Foto: Zorn

Ein großes Bauprojekt im Wohngebiet Obere Breite beschäftigte gestern den städtischen Gestaltungsbeirat, dessen Mitglieder dabei nicht persönlich im Ratsaal anwesend waren, sondern aufgrund der Corona-Krise per Videokonferenz zugeschaltet wurden.

Ein privater Investor will in einem Bereich an der Königsberger Straße, der unter anderem vom evangelischen Kindergarten Pezzettino, dem Fachmarktzentrum Shopping Cité und der B500 begrenzt wird, ein Ensemble aus drei Wohngebäuden mit vier bis fünf Geschossen „in moderner Formensprache“ errichten.

Drei Wohngebäude (grün markiert) sollen in unmittelbarer Nähe zum Fachmarktzentrum entstehen. Foto: Zorn/Grafik: BT

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Drei Wohngebäude (grün markiert) sollen in unmittelbarer Nähe zum Fachmarktzentrum entstehen. Foto: Zorn/Grafik: BT

Dabei können, wie gestern bekannt wurde, fast 40 Wohnungen entstehen. Diese sollen ein bis drei Zimmer haben und barrierefrei sowie altersgerecht ausgestaltet werden. Das ganze Bau-Ensemble wird den Namen „Parque Monterey“ erhalten.

Das Areal ist nicht bebaut, mit der vorgesehenen Gebäudehöhe hatte sich der Gestaltungsbeirat aufgrund der Nähe zum Einkaufszentrum schon in seiner Sitzung im Februar einverstanden erklärt. Allerdings gab es damals auch einige Kritikpunkte wie die Ausrichtung eines der Baukörper, die vorgesehenen Balkone oder der noch nicht ausreichende parkartige Charakter.

Eine wesentliche Änderung gegenüber der ursprünglichen Planung betrifft den Umfang des Vorhabens. Zunächst sollten nur zwei Baukörper entstehen, doch von städtischer Seite wurde dem Investor nahegelegt, hier auch das benachbarte städtische Eckgrundstück zu überplanen, um ein Dreier-Ensemble realisieren zu können.

Pflanzung soll für parkartigen Charakter sorgen

All diese Anregungen wurden aufgenommen, wobei der Bauherr mit der Stadtbaugesellschaft GSE zusammenarbeiten will. Statt Balkonen sind nun Loggien vorgesehen, und der parkartige Charakter soll durch großzügige Pflanzung von hochstämmigen Bäumen auf der „Plaza Monterey“ stärker zum Ausdruck kommen.

Der Beiratsvorsitzende Wolfgang Riehle zeigte sich gestern sehr glücklich, dass man auf Investorenseite gut zugehört habe, und signalisierte die Zustimmung des Gremiums. Hier könne nun ein Gebäudeensemble von hoher Qualität entstehen. Bürgermeister Alexander Uhlig betonte, dass man baurechtlich die Hürden für das Vorhaben „so niedrig wie möglich“ aufstellen wolle. So könne auch auf ein Bebauungsplanverfahren verzichtet werden. Bezüglich der Einbeziehung der GSE meinte er: „Es ist in einem solchen Fall besser, wenn sich zwei zusammentun.“ Der Bauherr möchte möglichst im nächsten Jahr mit den Arbeiten beginnen. Die Realisierung soll in zwei Bauphasen erfolgen.

BT-Redakteur Henning Zorn.  Foto: privat

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BT-Redakteur Henning Zorn. Foto: privat

Kommentar: Olé, olé Obere Breite

Obere Breite Olé! Wem das jetzt spanisch vorkommt, der hat völlig recht. Es ist erstaunlich, auf welche Ideen Investoren kommen, um Wohnbauprojekte mit einem griffigen Namen zu versehen, der natürlich auch verkaufsfördernd sein soll. Und so soll nun spanische Grandezza im Wohngebiet Obere Breite einziehen, das zumindest von seinen Straßennamen her bislang mehr in Richtung Osten orientiert schien. Dies zeigt auch die Königsberger Straße, an der jetzt eine Wohnanlage realisiert werden soll. Und als flotte Bezeichnung dafür hat man einfach Königsberg ins Spanische übersetzt – und daraus wurde der „Parque Monterey“. Und das direkt neben der Cité mit ihren vielen französischen Anklängen. Da wäre ja vielleicht auch so etwas wie ein „Parc Montroy“ möglich gewesen. Aber ein wenig iberisches Feuer kann ja der Oberen Breite nicht schaden. Möglicherweise sollte man sich auch gleich nebenan die Shopping Cité vornehmen, die ja von außen auch ein wenig an ein Stierkampfstadion erinnert. Wie wäre es da also mit „Arena Comercial“? Aber zurück zur Oberen Breite. Der „Parque Monterey“ wäre in manchen anderen Bereichen der Stadt von seinem Volumen her grenzwertig, doch an einem solch schwierigen Standort neben der B500 und dem großen Einkaufszentrum kann ruhig etwas markanter gebaut werden. Es ist ohnehin zu begrüßen, dass sich in der Oberen Breite etwas tut. Demnächst gerät ja auch eine Überplanung der kleinen Platzanlage an der Königsberger Straße ins Blickfeld – diese könnte ja zum Flamenco-Platz werden. Ja, darauf noch ein dreifaches Olé!

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Erstellt:
14. Mai 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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