Wohnen und Gewerbe im Aumatt-Quartier

Baden-Baden (hez) – Begrüßt wurde vom Gemeinderat jetzt die geplante Mischnutzung bei der Entwicklung des Aumattbereichs.

Den Aumattbereich (hier die Aumattstraße) will man städtebaulich aufwerten. Holzmann

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Den Aumattbereich (hier die Aumattstraße) will man städtebaulich aufwerten. Holzmann

Nach langem Ringen um eine Entwicklung des Aumattbereichs als Stadtquartier hat der Gemeinderat am Montagabend mit recht großer Mehrheit die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens „Urbanes Gebiet Aumatt“ beschlossen. Der Planentwurf wird nun öffentlich ausgelegt.
Nachdem das ursprüngliche reine Gewerbegebietskonzept für das Gebiet zwischen Oosaue und Aumattstraße aufgrund des Widerstands im Gemeinderat erheblich verändert wurde und nun laut Verwaltungsberechnung durch einen 40-prozentigen Wohnungsanteil bei der Neubebauung geprägt ist, zeigten sich jetzt fast alle Fraktionen mit Ausnahme der FBB, die gegen die Planung votierte, sehr zufrieden.

Oberbürgermeisterin Margret Mergen stellte erfreut fest, dass nun in diesem ungeplanten Bereich eine städtebauliche Entwicklung möglich werde. Sie hoffe sehr, dass sich auch die Anwohner dann damit „arrangieren“.

Von einem Schritt in die richtige Richtung sprach Sabine Iding-Dihlmann (Grüne). Eine Mischung von Gewerbe und Wohnen tue Baden-Baden gut. Man habe zwar einen Wohnungsanteil von 50 Prozent gewünscht, könne aber auch mit 40 Prozent leben. Entscheiden sei, dass „die Verwaltung unseren Forderungen nachgegeben hat“.

Die Entwicklung des Aumatt-Konzepts wurde auch von Klaus Bloedt-Werner (CDU) begrüßt. Damit könne man eine „chaotische bauliche Entwicklung stoppen“ und für eine Aufwertung des Gebiets sorgen. Er drückte seine Hoffnung aus, dass bald auch „auf den Tisch kommt, wer die Investoren sind“. SPD-Fraktionschef Kurt Hochstuhl befürwortete das Nebeneinander von Wohn- und Büroflächen. Man habe in der Planung stets eher die Chancen gesehen als Probleme.

Für die Freien Bürger (FBB) gab Wolfgang Niedermeyer zu bedenken, dass sich der 40-prozentige Wohnanteil eigentlich einigermaßen gleichmäßig über das ganze Gebiet erstrecken sollte. Doch dies sei nicht realisiert worden: „Das war wohl nicht die Interessenlage der Investoren.“ AfD-Sprecher Joachim Kuhs äußerte sich „positiv überrascht“ zu sehen, wie sich die Mühen des Gemeinderats gelohnt hätten und die Forderung einer Mischnutzung erfüllt worden sei.

Mehr Skepsis ließ René Lohs (FDP) erkennen: Er sei verblüfft über das Schulterklopfen im Gemeinderat. Erst solle man doch einmal abwarten, wie die weitere Entwicklung aussieht. Möglich sei eine Aufwertung des Stadtviertels, doch er habe auch Bedenken, ob das städtebauliche Konzept zu Baden-Baden passe. Fraglich sei auch, ob die vorgesehene Mischnutzung wie geplant umgesetzt wird. Lohs warnte vor Investitionsruinen. Auch das Verkehrskonzept für das Aumatt-Quartier sieht der FDP-Stadtrat kritisch. Zustimmen könne man der Planung nur, weil der Unternehmer Wolfgang Grenke als Investor mit dabei sei.

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Erstellt:
26. Mai 2020, 22:00 Uhr
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